Unternehmensführung 2011-07-08T00:00:00Z EDV mehr Beachtung schenken

Auf der gafa 1995 startete Sewiga als Zwei-Mann- und Eine-Frau-Unternehmen. Susanne Ohliger, Ulrich Schmitz und Markus Walter gingen ihr Projekt MLB Software für Motoristen, Land- und Baumaschinenhändler mit viel Enthusiasmus an.

Im 15. Jahr des Bestehens ist die Software nun in rund 750 Betrieben in Deutschland und Österreich mit mehr als 2.400 angeschlossenen Arbeitsstationen installiert. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Die Anforderung, mit Hilfe einer branchenspezifischen Softwarelösung sein Geschäft zu betreiben und zu kontrollieren, gewinnt täglich an Bedeutung. Gerade in oder nach einer Krise sollte dies jedem zukunftsorientierten Motoristen bewusst sein. Die Zeiten, in denen man auch einen kleinen Betrieb "aus dem Bauch heraus" erfolgreich führen konnte, sind definitiv vorbei.

Entwicklungen nicht immer optimal

So mancher Motorist denkt fast wehmütig an Bestellungen per Telefon, Reparaturanleitungen per Fax oder auf Microfiche oder auch an Ersatzteilkataloge in Papierform. Das war einmal und kommt nicht wieder! Heute sind Online-Bestellungen per Filetransfer, direkt aus dem eigenen Warenwirtschaftssystem, elektronische Teilekataloge, Online-Verfügbarkeitsabfrage oder auch Online-Garantieantrag die Wege, auf dem ein Händler in der Regel mit seinem Hersteller kommuniziert. Landmaschinenhändler kennen diese modernen elektronischen Kommunikationswege bereits seit einigen Jahren von ihren Herstellern. Und eins steht fest: Die Motorgerätehersteller werden Zug um Zug den gleichen Weg gehen. Dabei gilt die Maxime: schnellstmögliche Information auf kostengünstigstem Weg denn Zeit ist Geld! Und für den Fachhändler sollte in diesem Zusammenhang gelten: Der Kunde wird weiter besonderen Wert auf günstige Preise legen, sei es beim Neukauf, der Werkstattleistung oder den Ersatzteilpreisen. Dabei muss gelten: heute bestellt am besten gestern geliefert! Denn der Kunde ist König und die Konkurrenz sitzt um die Ecke und schläft (auch) nicht! Ob all diese Anforderungen an den Handel immer die richtige Entwicklung sind, sei einmal dahingestellt da zudem etliche Hersteller und Lieferanten von ihren Händlern teilweise mehr verlangen, als sie (EDV-technisch) selber zu leisten im Stande sind. Aber es ist, wie es ist, und jeder Händler, der mit seinem Betrieb eine Zukunft haben will, muss sich darauf einstellen. Auf Grund dieser vielfältigen Anforderungen an den Handel sieht sich Sewiga als der führende Fachanbieter in unserer Branche und als kompetenter Partner, der dem Handel entsprechende Lösungen anbietet. Die Anzahl der Mitarbeiter ist im Lauf der Jahre auf 16 gewachsen, wobei die Arbeitsteilung der drei Gründer gleich geblieben ist. Ohliger und Schmitz kümmern sich im Außendienst um Vertrieb und Kundenbetreuung, Walter ist der Kopf der Techniker und Programmierer. Drei Mann arbeiten im Bereich Programmierung/Preisänderungsdienst, sechs im Service, vier in Schulung und Technik, je nach Bedarf im Innen- oder Außendienst. Dazu kommen Buchhaltung und Auftragsabwicklung. Heute gehören zum bundesweiten Kundenkreis neben dem typischen Motoristen mit einer bis drei Arbeitsstationen auch mehrere hundert größere Kommunal- und Landtechnikhändler, teils mit mehreren Filialen. Was sich im Lauf der Jahre bezogen auf die EDV in der Motorgerätebranche verändert hat, lässt sich exemplarisch an einem der ersten Kunden nachzeichnen. Die erste Installation erfolgte im November 1995 bei der Firma Meier-Bunge Landtechnik. Eingerichtet wurden damals vier Arbeitsstationen. Neben der permanenten Erweiterung der Landtechnik wurde auch im Motorgerätebereich ständig investiert. Zwischenzeitlich ist diese Abteilung in eigene Räumlichkeiten umgezogen. Das EDV-System besteht zurzeit aus 16 PC, die Filiale ist per DSL mit dem Server im Hauptbetrieb verbunden.

Jede Woche ein neuer Kunde

Insgesamt wurden im ersten Geschäftsjahr 40 EDV-Systeme verkauft. Bis heute ist dazu jede Woche eines neu hinzugekommen. Dabei gab es über den Zeitraum auch interessante technische Problemstellungen. Hier seien Jahrtausendwechsel, Euro-Umstellung oder auch der Technologiewechsel von DOS zu Windows beispielhaft erwähnt. Dazu kommt die kontinuierliche Funktionalitätserweiterung der Software. Alle Herausforderungen wurden in Teamarbeit und ohne gravierende Probleme gemeistert. Für Sewiga und seine Kunden soll das auch in Zukunft so bleiben. Die heutigen Herausforderungen für das Softwarehaus werden insbesondere bei den Themen Datenübernahme, Schnittstellen sowie Datenanpassung von Artikelnummern nach Übernahme eines Herstellers und dadurch bedingtem Wechsel seines EDV-Systems gesehen. Sewiga ist heute in der Lage, aus mehr als 50 anderen Programmen Daten zu übernehmen, wenn z.B. das EDV-System eines Motoristen umgestellt werden soll. Deshalb muss nicht einmal die Arbeit im Betrieb ruhen. Außerordentlich wichtig ist der Bereich der Aktualisierung von Herstellerdaten. Hier existieren über 50 Schnittstellen zu Bestellsystemen und elektronischen Teilekatalogen, die vorgehalten und ständig gepflegt werden. Von mehr als 400 Lieferanten werden die Preisdaten in ein einheitliches Format umgesetzt und in die Software von Sewiga integriert.

Die vielen branchenspezifischen Besonderheiten im Nischenmarkt Motorgeräte/Kommunal- und Landtechnik können nur von einem Branchenspezialisten gelöst werden. Und genau das unterscheidet Sewiga von Anbietern kaufmännischer Standardsoftware. Der Erfolg basiert auf Langfristigkeit und dem Wissen über die Probleme des Fachhandels im täglichen Geschäft. Und genau deshalb wird auch großen Wert darauf gelegt, sämtliche neuen Funktionalitäten immer allen Anwendern zur Verfügung zu stellen. Jeder Kunde wird per Fernwartung betreut und kann so auf dem aktuellen Daten- und Programmstand gehalten werden.

Und die Kosten?

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob sich die Ausgaben für Hard- und Software denn letztlich lohnen? Den Skeptikern kann versichert und belegt werden: Die Investition in professionelle Branchensoftware kostet unterm Strich monatlich viel weniger als eine gute Aushilfskraft im Büro. "Und genau so" empfehlen die Spezialisten "sollte man als Händler das Thema auch sehen." Investitionen in Software sollten ähnlich wie Personalentscheidungen getroffen werden. Dadurch entstehen zwar permanente Kosten, die aber im Vergleich zu den Gesamtinvestitionen des Unternehmens mit Abstand den geringsten Teil ausmachen, dazu aber einen sehr hohen Kosten-/Nutzeneffekt vorweisen können.

"Mit einer professionellen Software ist es wie mit einem Rasenmäher oder einer Motorsäge für den Profi: Qualität hat ihren Preis. Und die Entscheidung für Qualität hat eigentlich noch nie jemand bereut", sagen Ohliger, Schmitz und Walter augenzwinkernd. Auch in Zukunft versteht sich das Unternehmen als Dienstleister zwischen Anwender und Technik, ausgestattet mit offenen Ohren für den Markt, die Kunden und die Mitarbeiter. Und zuletzt lüften die drei auch noch das Rätsel ihres Firmennamens. Vor 15 Jahren wurde "Sewiga" nach vielen Überlegungen und Abwägungen, ob es richtig sei, sich selbständig zu machen, aus der Taufe gehoben: Scheiß egal wir greifen an!

zuletzt editiert am 26. März 2021
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