Die Fulchir-Gruppe, eine italienische Industrie- und Technologieholding mit Sitz in Friaul und Venetien, hat ihren Einstieg bei der BCS S.p.A. verkündet. Die Muttergesellschaft der Marken BCS, Ferrari, Pasquali und Mosa war im Sommer in die Krise geraten. Mit der Übernahme zeichnet sich nun Rettung ab.
Wie es in einer Mitteilung des Unternehmens vom 16. September heißt, wurde der Geschäftsbereich einschließlich der Marken sowie der Aktivitäten von BCS, Ferrari, Pasquali und Mosa in eine neu gegründete NewCo überführt, die das operative Geschäft künftig managen wird. Schon im Oktober soll die Produktion an den Standorten Abbiategrasso, Cusago und Luzzara wieder aufgenommen werden. Damit sollen auch alle rund 430 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Der Plan sieht außerdem vor, die vollständige Beschäftigung bis Anfang 2028 wiederherzustellen. Damit, so heißt es, sei der entscheidende Schritt zur Lösung des Arbeitskonflikts vollzogen, von dem BCS in den vergangenen Monaten betroffen war, nachdem man im Sommer in die Krise geraten war.
Comeback zur Eima
Vorgestellt wurde die Vereinbarung Mitte September bei einem Treffen des Unternehmensverbandes Confindustria Reggio Emilia mit den Eigentümern von BCS, Beratern, nationalen und regionalen Gewerkschaftssekretariaten sowie Vertretern der Fulchir-Gruppe . Für diese ist das Engagement bei kriselnden Industrieunternehmen nicht neu. 2020 hatte Fulchir den Brillenproduzenten Safilo übernommen und zur iVision Tech s.p.A. weiterentwickelt. Im Dezember erfolgte der 100-prozentige Einstieg beim Mechatronik-Spezialisten Molex Zetronic. Im April 2026 übernahm man ein Werk des Automobilzulieferers Lear Corporation. „Ich war sehr beeindruckt von dem Potenzial von BCS, von den zahlreichen marktführenden Produkten, der modernen Produktionsstruktur und dem hervorragenden Vertriebsnetz sowie von den Wachstumsmöglichkeiten, die sich auch dank der bevorstehenden Einführung neuer Produkte ergeben. Ich bin überzeugt, dass BCS und die Fulchir-Gruppe gemeinsam kurzfristig wichtige Ziele bei der Konsolidierung und beim Wachstum erreichen können“, äußerte sich Carlo Fulchir, Präsident der Fulchir-Gruppe, nun anlässlich seines jüngsten Deals. Auch BCS-Präsident Fabrizio Castoldi sieht diesen positiv: „Die Verbindung der beiden Unternehmen ist das Beste, was wir uns für unser geliebtes Unternehmen und seine Mitarbeiter hätten wünschen können. Sie wird uns nicht nur ermöglichen, das Unternehmen neu zu beleben, sondern auch die Produktion wichtiger Neuheiten aufzunehmen, die wir bereits entwickelt hatten oder nahezu fertiggestellt hatten und für die wir lediglich noch die Möglichkeit zur Produktion benötigten.“ Nun blickt man gemeinsam voran. So hat BCS die Teilnahme an der diesjährigen Landwirtschaftsmesse Eima International im November bereits zugesagt.
Jetzt anmelden & nichts verpassen
Der Newsletter von Motorist - Ihr Klick in die Zukunft!
