Nach vier Messetagen ging Mitte September die 22. GaLaBau in Nürnberg zu Ende: Mehr als 64.000 (2014: 66.600) Fachbesucher kamen, um sich über Produkte und Trends für das Planen, Bauen und Pflegen mit Grün zu informieren.
Insgesamt war die Stimmung bei Messeleitung, Ausstellern und Besuchern bestens, was den Messeverlauf, die Gespräche und die zu erwartenden Abschlüsse anging. Dieses Mal stellten 1.321 Unternehmen in 13 Messehallen aus. Die nächste GaLaBau findet vom 12. bis 15. September 2018 in Nürnberg statt.
Der Gesamtumsatz der GaLaBau-Branche stieg in 2015 auf rund 7,1 Mrd. Euro. Diesen Meilenstein setzten die knapp 16.800 Fachbetriebe mit ihren insgesamt über 112.000 Beschäftigten mit vielfältigen Dienstleistungen. Das bedeutet ein Umsatzplus von 4,5 % im Vergleich zum Vorjahr und bereits zum siebten Mal in Folge einen Umsatzrekord.
Der Trend zum eigenen Hausgarten ist weiterhin ungebrochen. Jedoch werden in der Gartengestaltung vermehrt hochwertige Materialien und Technik im Garten nachgefragt. Grundsätzlich gehen die Kundenwünsche eindeutig in Richtung „Freizeitgärten“. Die Erholung im Garten steht heute an erster Stelle.
Was noch auffiel
Die Akkutechnik wird weiter mit Hochdruck vorangetrieben. Die Akkus werden immer kleiner und leistungsfähiger. Wir fanden bei Telsnig einen kleinen Akku mit 120 V Spannung und 6,1 N m Drehmoment.
Akkugeräte mit mehr als 60 V sind keine Seltenheit mehr. Sie dürfen dann aber nur noch von Spezialisten repariert werden. Die sogenannte Sicherheitskleinspannung geht bis 42 V (Gleichspannung). An diesen Geräten kann jeder "Bastler" sein Glück ausprobieren. Eine Gefahr für Leib und Leben besteht nicht. Alles was über 42 V liegt darf laut berufsgenossenschaftlichen Vorschriften nur von entsprechend ausgebildeten und elektrisch unterwiesenen Personen bearbeitet - sprich repariert - werden. Jeder Laie sollte hier seine Finger weglassen.
Auch die Bereiche, in denen der Akku vordringt werden immer vielfältiger. U. a. die Baumaschinenhersteller machen es vor. So hat Wacker Neuson bereits zwei Akkustampfer im Programm.
Noch mehr Chinesen wollen in Deutschland im Akkubereich Fuß fassen. Dazu bauen sie eigene Verkaufsorganisationen speziell für den Fachhandel und Motoristen auf und haben erfahrene Branchenspezialisten eingestellt. Die Positionierung mit leistungsstarken und im Design auf der Höhe der Zeit befindlichen Maschinen ist die Premiumklasse. Man darf gespannt sein, inwieweit die neuen Anbieter in die bestehenden Verkaufsorganisationen der Platzhirsche eindringen können.
Der Personalwechsel in unserer Branche scheint sich zu verstärken. Ungewöhnlich viele Leute waren bei neuen Arbeitgebern zu finden.
Aus Italien waren wieder eine Reihe von Herstellern vertreten. In ihrem Land ist die Wirtschaftskrise weiterhin eine große Belastung für die Betriebe. In Deutschland sind die Ergebnisse der Italiener wie in der Vergangenheit unterschiedlich. Wer einen eigenen deutschen Vertrieb hat, tut sich leichter als der, der von Italien aus die Geschäfte führen möchte. Insgesamt scheint auch die Zahl der italienischen Hersteller zu steigen, die einen deutschen Importeur oder auch Motoristen als Importeure suchen. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass diese weitere Handelsstufe oft nicht mehr wirtschaftlich ist.
Neue Aussteller waren ebenfalls zu finden. Vor allem im Bereich Wildkrautbeseitigung ohne Chemie.
Die aktuelle Situation in den Teilmärkten lässt sich kurz so zusammenfassen:
- Im Privatkundengeschäft brummt es ohne Ende. Mehrere Motoristen antworteten auf die Frage, wie die Saison gelaufen ist, mit: „Zu gut!“ Das drückt einmal die hohe Arbeitsbelastung ausund gibt gleichzeitig über die Saison eine kurze und knappe, aber positive Bewertung ab.
- Der weitere Ausblick bleibt positiv, was Verbraucherverhalten und Konjunktur betrifft.
- Die Hersteller hoffen bereits auf ein gutes Wintergeschäft. Schneeräumgeräte, Kehrmaschinen oder Schneefräsen müssten langsam aus den Lägern – die Chancen würden ja mit jedem schneelosen Jahr steigen, hieß es mit Fatalismus und Hinweis auf Frau Holle.
- Im Kommunalbereich ist die Stimmung vorsichtig optimistisch, was die Zukunft angeht. Die Kommunen wollen anschaffen; kurzfristige Bestellungen sind bereits feststellbar. Die Wettbewerbssituation bleibt aber angespannt.
- Die Motorenhersteller berichteten über besonders viele Bestellungen aus dem Baubereich. Hier ist ein regelrechter Boom ausgebrochen.
Auszug aus einem Beitrag, der in MOTORIST 5/16 erschienen ist.