Diebstahlvorbeugung
Security kann sich ein Einzelhändler meist nicht leisten. Aber es gibt andere effektive Methoden der Diebstahlvorbeugung.

Unternehmensführung

06. December 2019 | Teilen auf:

Geklaut wird immer

Jedes Jahr werden deutschlandweit in den Geschäften Waren für über vier Milliarden Euro gestohlen. Tendenz steigend. Deshalb sollte man darüber nachdenken, neben der intensiven Mitarbeiterschulung auch technisch dem Diebstahl Einhalt zu gebieten.

Je hochwertiger die Ware, desto lukrativer ist dessen Schutz vor unbezahlter Mitnahme. Das betrifft im Motoristengeschäft hauptsächlich Gartenscheren, Beregnungsartikel und Zubehör aller Art wie Sägeketten, Schärfvorrichtungen, Arbeitsschutzartikel, Kleinwerkzeug und Schmierstoffe.

Dafür stehen mehrere Verfahren zur Verfügung. Am meisten verbreitet ist das EAS-System. Es basiert auf Spezialetiketten, die bei Nichtdeaktivierung akustische und/oder optische Signale auslösen, wenn der Kunde den Laden verlässt. Neben den besagten Etiketten werden Schleusensysteme im Ausgangsbereich dafür benötigt. Diese können je nach baulichen Voraussetzungen seitlich, oberhalb oder im Boden platziert werden. Der Vorteil davon ist, dass unterschiedliche Etikettenformen und -anbringungsarten damit möglich sind.

Elektronische Diebstahlsicherung

Bei der elektronischen Diebstahlsicherung gibt es mehrere Wirkprinzipien. Bei der Radio-Frequenz-Technik sind das Etikett der Sender und die Antenne im Ausgangsbereich der Empfänger. Hierfür können räumlich begrenzte Radiofrequenzfelder genutzt werden. So sind auch größere Durchgangsbreiten bis 240 Zentimeter möglich. Leider ist dieses System nicht für metallische Waren geeignet.

Das elektromagnetische System basiert auf Metallerkennung . Ein speziell ausgewähltes Metall wird dabei im Etikett integriert und entsprechend codiert, sodass es bei Durchquerung des Ausgangsbereiches erkannt wird und den Alarm auslösen kann. Leider müssen nach den gesetzlichen Forderungen von zwei Metern Durchgangsbreite mindestens drei Empfangsantennen nebeneinandergeschaltet werden. Allerdings hat dieses Erkennungssystem eine sehr gute Auslöserate mit geringer Fehlerquote. Für metallische Ware ist diese Variante bedingt geeignet.

Akustomagnetische Systeme

Beim akustomagnetischen System werden zwei im Etikett befindliche Metallplättchen in Schwingungen versetz t, wenn die Ware durch den Ausgangsbereich bewegt wird. Vorteile sind dabei ein geringer Investitionsaufwand, sehr große Durchgangsbreiten bei Bodenantennen und Eignung für metallische Ware. Leider gibt es auch einen Nachteil zu nennen, denn die dabei verwendeten Etiketten sind druckempfindlich.

Egal für welches System man sich entscheidet, das Personal muss mitziehen. Zusammen mit ihm sollte ein Konzept erarbeitet werden, welche Produktgruppen und Einzelartikel relevant sind und wo die Etiketten bestenfalls befestigt werden. Damit wird für eine sichere Erkennung gesorgt und gleichzeitig das Manipulationsrisiko unehrlicher Kunden verringert.

Eine ausführliche Einweisung ist Voraussetzung für die Funktionstüchtigkeit derartiger Warensicherungssysteme. Fehler beim Deaktivieren und Aktivieren lösen Fehlalarme aus, der Frust auf beiden Seiten erzeugt und im schlimmsten Fall zur Abstumpfung des Kassenpersonals führt und Kunden abschreckt. Deshalb ist immer auf korrekte Deaktivierung der Etiketten zu achten.

Schulungen von Mitarbeiter

Für kleinere Unternehmen ist dies meist ein teureres Unterfangen, da der Inventurverlust meist geringer ist, als die nötigen Investitionen für ein Sicherheitssystem. In diesem Fall ist eine Schulung der Mitarbeiter die bevorzugte Variante. Die Methode schreckt zwar nicht direkt Ladendiebe ab, wie ein Sicherheitssystem, dennoch bringt sie einige Vorteile der Inventursicherung mit, die ein Sicherheitssystem nicht hat.

Die Mitarbeiter bekommen in einer Schulung die Tipps und Tricks der Dieb aufgezeigt und erkennen dadurch frühzeitig einen Inventurverlust bevor er entsteht. Zusätzlich fühlt sich der Mitarbeiter mehr Verantwortlich für die verkaufte Ware und entwickelt ein stärkeres Gefühl der Betriebszugehörigkeit . Auch die Teambildung kann in bestimmten Workshops gesteigert werden und die Mitarbeiter können das gelernte Wissen direkt auf der Fläche umsetzen und tote Ecken aufzeigen.

Schulungen für die Inventurdifferenz gehen meist mehrere Stunden oder Tage. Sie sind zwar Zeitintensiv, dafür aber kostengünstiger und nachhaltiger als ein Sicherheitssystem . Denn in den Folgejahren benötigen Mitarbeiter nur einen kurzen Auffrischungskurs, um neue Methoden der Inventursicherung und Diebe zu erkennen.

RM-Handelsmedien bietet deshalb ein Online-Seminar zur Inventursicherung, verteilt auf vier Tage, an. Am ersten Tag schulen wir die Diebstahlvorbeugung, am zweiten wie man Mitarbeiterdelikte vorbeugt, am dritten Tag geht es um Techniken und dem Vorbeugen von Inventurverluste. Am letzten Tag zeigt unser Referent, was man als Geschäftsführer oder Fachverkäufer machen kann, wenn man einen Dieb ertappt.