Generation Yes Es gibt sie noch, die jungen Unternehmer, die Lust darauf haben, in der Motoristik engagiert zu bleiben. Ein paar Mal schon traf Motorist auf Geschwisterpaare, die sich der Herausforderung gemeinsam stellen. So auch kürzlich im Odenwald beim Geräte-Technik-Center und Gartenmarkt Schmoller. Diesmal im Portrait: Felix und Tim Pfeifer, die „Junior-Schmollers“.
Felix Pfeifer, 25 #Automobilkaufmann #Alpinsportler# Junior Verkauf
Tim Pfeifer, 22 #Land- und Baumaschinenmechatroniker #Hobbyanlger #Junior Technik
# Beide 4. Generation Schmoller GmbH
Einen authentischeren Platz für ein Interview mit Nachwuchsmotoristen gibt es wohl kaum: Gerade noch haben Felix und Tim Pfeifer mir ihr gemeinsames Jubiläumsprojekt vorgeführt, einen Rasentraktor mit 650 cm³ und 50PS, den sie aus einem demontierten Motorrad zusammengeschraubt haben. Jetzt, nachdem ich mich auch akustisch von dessen Power überzeugen konnte, sitzen wir zu dritt in einem Lagerraum der Schmoller GmbH - der eine noch immer auf dem Traktor, der andere neben mir auf einer Bierbank - und sind schon mittendrin im Gespräch: Über das, was die beiden jungen Männer bewegt, in die väterlichen Fußstapfen zu treten. Was für sie den Reiz am eigenen Geschäft ausmacht und warum die Brüder es in jedem Fall immer nur gemeinsam tun würden. Wie so oft in solchen Konstellationen sieht der eine sich eher in der Werkstatt, der andere mehr in der Beratung und dem Verkauf. Das ergänzt sich gut. Wenn man dann auch noch in der Freizeit an gemeinsamen Projekten schraubt, ist das sicherlich kein schlechtes Zeichen. Gegenseitige Wertschätzung und Respekt sind jedenfalls vorhanden: „Wir arbeiten gut zusammen, kennen die gegenseitigen Stärken und Schwächen und ergänzen uns. Und wenn es mal ein Problem gibt, wissen wir, wie wir miteinander umgehen müssen“, sagt Tim Pfeifer und Bruder Felix, der Ältere, ergänzt: „Das ist für mich ein wichtiger Punkt. Ohne Tim würde ich es nicht machen. Wir wollen beide, dass es mit Schmoller weitergeht und es ist gut, die Verantwortung auf zwei Schultern zu verteilen.“
Lieber Felix, lieber Tim, ihr habt euch entschlossen, in den Familienbetrieb einzusteigen und diesen fortzuführen. War das schon immer euer Wunsch?
F. Pfeifer: Wir sind ja mit dem Betrieb aufgewachsen und haben nachmittags oder am Wochenende ausgeholfen, von daher würde ich schon sagen, es war absehbar. Eine Erwartungshaltung gab es aber nicht. Ich habe dann nach dem Abitur auch erstmal woanders eine Lehre gemacht zum Automobilkaufmann. T. Pfeifer: Bei mir war es ähnlich. Ich habe meine Lehre als Land- und Baumaschinenmechatroniker bei der ZG Raiffeisen absolviert und bin im Oktober 2024 zurückgekommen, weil wir hier in der Werkstatt Bedarf hatten.
Welche Aufgaben habt ihr aktuell bei Schmoller?
T. Pfeifer: Also ich bin ja mehr der Techniker und daher auch hauptsächlich in der Werkstatt. Felix ist der Verkäufer, das hat er ja auch gelernt und ist darin richtig gut.
Worin seht ihr die größte Herausforderung?
F. Pfeifer: Die immer schnellere Entwicklung in der Technik, macht es schwer abzuschätzen, wo die Reise hingeht. Auf welches Fabrikat soll man z.B. in der Mährobotik setzen? Welche Bereiche soll man überhaupt bedienen? Das sind schon Fragen, die uns bewegen. T. Pfeifer: Für mich spielt auch eine Rolle, wie sich der Verkauf im Internet weiterentwickelt. Denn mit Onlinepreisen können wir natürlich nicht mithalten. Aber auch Produktberatung mittels Künstlicher Intelligenz ist sicherlich eine Herausforderung, die auf uns zukommt.
Und wo seht ihr Chancen?
F. Pfeifer: Ich denke, wir haben hier vor Ort in Rimbach noch eine relativ treue und gute Kundschaft, die Service schätzt. Insbesondere unsere Gewerbe- und Kommunalkunden brauchen den Service vor Ort. Wichtig ist es aus meiner Sicht, fokussiert zu bleiben und die passenden Dienstleistungen anzubieten. Und natürlich Mehrwert zu bieten. Vorstellen könnte ich mir in dieser Richtung zum Beispiel eine Kundenkarte.
Was macht für euch den Wert der Selbständigkeit als solche aus?
T. Pfeifer: Die Flexibilität. Natürlich hat man seine Aufgaben, kann sie sich aber auch selbst einteilen und zwischen ihnen wechseln, diese Abwechslung gefällt mir. F. Pfeifer: Mich reizt auch die Möglichkeit, Dinge zu planen und umzusetzen. Und wie Tim schon sagte: Wir sind Allrounder im Betrieb und erledigen beide viele Aufgaben. Langweilig wird uns also nie.
Gibt es etwas im Betrieb, das verändern wollt?
F. Pfeifer: Sicher gibt es Dinge, die wir beide mal anders machen werden als unser Vater jetzt. Aber das hat dann vor allem damit zu tun, wie sich der Markt verändert. Die ganz große Veränderung ist aber auch nicht nötig, weil wir schon jetzt unsere Ideen einbringen können und dabei den vollen Rückhalt durch unseren Vater haben.
Welche Ziele habt ihr für euch persönlich?
T. Pfeifer: Ich werde vielleicht noch den Meister machen. F. Pfeifer: Das wäre auch für den Betrieb gut, um weiter ausbilden zu können. Ich würde gerne manche kaufmännischen Aspekte noch vertiefen. Leider fehlt dafür im Tagesgeschäft oft die Zeit. Aber es ist sicher spannend, das Geschäft und den Standort weiterzuentwickeln. Und das haben wir in jedem Fall vor.
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