Passanten laufen durch die Kölner Einkaufsstraße Schildergasse. (Quelle: BaumarktManager)
Einkaufsbummler in der Kölner Schildergasse. (Quelle: BaumarktManager)

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27. October 2021 | Teilen auf:

GfK: Angst vor Inflation stimuliert Konsum

Das GfK-Konsumklima legt erneut zu. Dies sei vor allem der steigenden Konsumneigung sowie der rückläufigen Sparneigung zu verdanken, so die Marktforscher. Ein besserer Wert für das Konsumklima wurde zuletzt im April 2020 mit 2,3 Punkten gemessen.

„Mit diesem zweiten Anstieg in Folge trotzt die Konsumstimmung der zunehmenden Inflation. Die Bundesbürger erwarten offenbar noch weitere Preissteigerungen. Deshalb halten sie es für ratsam, Anschaffungen vorzuziehen, um noch höhere Preise zu vermeiden“, sagt GfK-Experte erklärt Rolf Bürkl. „Sollte sich der Preisauftrieb verstetigen, würde das allerdings zu einer Belastung für das Konsumklima führen und eine grundlegende Erholung dürfte sich weiter verzögern.“

Nach dem Anstieg im Vormonat muss die Konjunkturerwartung wieder einen kleinen Rückschlag hinnehmen. Der Indikator verliert 1,9 Punkte. Mit aktuell 46,6 Zählern weist er jedoch noch immer ein sehr hohes Niveau auf. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus knapp 40 Punkte.

Das gute Niveau belegt nach GfK-Einschätzung, dass die Verbraucher zuversichtlich bleiben, was die Erholung der deutschen Wirtschaft anbelangt. Das konjunkturelle Bild werde jedoch dadurch etwas getrübt, dass einige Unternehmen ihre Produktion aufgrund fehlender Zulieferteile zurückfahren müssen. 

Beschäftigte befürchten Kurzarbeit

Die Einkommenserwartungen müssen nach dem positiven Vormonat einen spürbaren Dämpfer hinnehmen. Der Indikator büßt 14,1 Zähler ein und sinkt auf 23,3 Punkte. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres steigt er um 13,5 Punkte. Dieser Indikator leide offenbar derzeit am stärksten unter den zunehmenden Inflationssorgen, so GfK. Höhere Preise minderten die Kaufkraft der Einkommen. Zudem befürchteten Beschäftigte Einkommenseinbußen durch Kurzarbeit, weil Unternehmen aufgrund unterbrochener Lieferketten ihre Produktion drosseln müssten.

Trotz sinkender Konjunktur- und Einkommenserwartungen legt die Anschaffungsneigung im Oktober zum zweiten Mal in Folge zu. Nach einem Plus von sechs Zählern weist der Indikator nun 19,4 Punkte auf. Dies ist der beste Wert seit zehn Monaten. Im Dezember 2020 wurden 36,6 Punkte gemessen. Im Vorjahresvergleich beträgt das Minus 17,6 Punkte.

zuletzt editiert am 02.11.2021