Die Stimmung der Verbraucher verzeichnet einen glänzenden Start in das Jahr 2017. Sowohl die Konjunktur- und Einkommensaussichten als auch die Anschaffungsneigung verbessern sich.
Zu Beginn des Jahres 2017 legt die ohnehin schon gute Konsumstimmung noch einmal auf breiter Front zu. So klettert die Konjunkturerwartung mit ihrem vierten Anstieg in Folge auf den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren. Im Sog besserer Einkommensaussichten legt die Anschaffungsneigung im Januar spürbar zu. Der Start in das Jahr 2017 ist somit aus Sicht der Verbraucher in vollem Umfang gelungen.
Der steigende Konjunkturoptimismus, der seit Herbst letzten Jahres zu verzeichnen ist, setzt sich auch im neuen Jahr fort. Dies ist bereits der vierte Anstieg in Folge und zugleich der höchste Stand seit Juni 2015.
Die Konsumenten sehen die deutsche Wirtschaft auch weiterhin auf einem soliden Wachstumskurs. Unterstützt wird diese Einschätzung durch die kürzlich veröffentlichten ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Demnach ist das preisbereinigte BIP 2016 um 1,9 % gestiegen. Dies ist der stärkste Zuwachs seit 2011, als 3,7 % gemessen wurden.
Damit trotzen die Konsumenten nach wie vor dem Gegenwind, den die Verunsicherung über den künftigen Kurs des neuen US-Präsidenten und den Brexit ausgelöst hat. Zudem hat offenbar der Terroranschlag vor Weihnachten in Berlin den Konjunkturoptimismus nicht nachhaltig beeinträchtigt. Die Konsumenten beurteilen die stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt mit steigender Beschäftigung und damit einhergehend auch guter Einkommensentwicklung als deutlich wichtiger.
Nach den deutlichen Zuwächsen zum Jahresende 2016 legt die Einkommenserwartung zu Jahresbeginn mit einem moderaten Zuwachs nach. Im Vorjahresvergleich liegt die Einkommensstimmung um gut elf Zähler höher.
Die Gründe für den ausgeprägten Einkommensoptimismus liegen auf der Hand. Aufgrund der ausgezeichneten Beschäftigungsentwicklung besteht ein beträchtlicher Spielraum für Einkommenszuwächse bei den Arbeitnehmern. Und da sich der Beschäftigungsaufbau auch in diesem Jahr fortsetzen wird, können die Arbeitnehmer davon ausgehen, dass auch sie davon profitieren werden. Entsprechend hoch sind demnach auch ihre Erwartungen.
Aufgrund der zuletzt gestiegenen Inflation in Deutschland droht jedoch verstärkt Gegenwind für die realen Einkommen. So ist – durch höhere Energie- und Nahrungsmittelpreise – im Dezember 2016 die Inflation auf 1,7 % hochgeschnellt.
Nachdem die Anschaffungsneigung im Dezember vergangenen Jahres moderate Einbußen hat hinnehmen müssen, verzeichnet sie zu Beginn dieses Jahres spürbare Zuwächse. Er verbessert damit sein ohnehin schon sehr hohes Niveau.
Die Konsumlaune ist auch nach Weihnachten ungebrochen und zeigt sich von ihrer besten Seite. Diese hohe Konsumneigung spiegelt sich auch in der Realität wieder. So stiegen die realen privaten Konsumausgaben nach den ersten vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr um 2 %.
Eine hohes Beschäftigungsniveau, spürbar steigende Einkommen sowie niedrige Zinsen haben die Konsumfreude der Deutschen im Wesentlichen beflügelt.
Wenn auch die inländischen Rahmenbedingungen, wie hohe Beschäftigung und steigende Einkommen bei niedrigen Zinsen, günstig bleiben werden, so bedrohen dennoch verschiedene Risiken die gute Konsumstimmung. Neben der Unsicherheit über den künftigen Kurs der neuen US-Administration und Wahlen in wichtigen europäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland und (vermutlich) Italien könnten eine steigende Inflation sowie beginnende Brexit-Verhandlungen die Konsumfreude eintrüben.