Grenzenlose Vernetzung, digitale Konsumenten, die Rolle von Daten und die Innovationskraft des Scheiterns – diese Themen und Trends standen im Mittelpunkt der GfK-Tagung Anfang Juli 2016 in Nürnberg.
Grenzenlose Vernetzung, digitale Konsumenten, die Rolle von Daten und die Innovationskraft des Scheiterns – diese Themen und Trends standen im Mittelpunkt der GfK-Tagung Anfang Juli 2016 in Nürnberg.
Welche Möglichkeiten und Herausforderungen die Vernetzung mit sich bringt, treibt alle Branchen um. „Durch mobile Kommunikation gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Arbeit und Freizeit“, erläuterte Professor Dr. Norbert Bolz. Damit benannte der Medienwissenschaftler und Buchautor die Licht- und Schattenseiten der vernetzten Gesellschaft: Wenn das Smartphone das Büro ersetzt, gehen flexibles Arbeiten und ständige Verfügbarkeit Hand in Hand. Auch wird in Zeiten des „information overload“ Aufmerksamkeit zu einem knappen Gut. Wie Unternehmen damit umgehen können, stellte er in seinem Vortrag dar.
Der digitale Heimwerker
Wie gehen Heimwerker beim Kauf eines Elektrowerkzeugs vor? Informieren sie sich online über Produkte und Marken, schauen sie Youtube-Tutorials oder lassen sie sich im Baumarkt zum Kauf inspirieren? Die GfK untersuchte in einer Studie die User Journey von Hobbybastlern. Eine der wesentlichen Erkenntnisse stellten Markus Wittmann, Head of POS Measurement Germany der GfK SE, und Bernd Müller, Robert Bosch GmbH, in ihrem Vortrag vor: Für 80 % der Käufer ist die User Journey digital. Im DIY-Markt gebe es keine Trennung in Online- und Offline-Kanäle mehr, so das Resümee. Die Referenten stellten außerdem eine Käufer-Typologie für Heimwerker vor, auf die Unternehmen ihre Strategien ausrichten können.
Zukunft der Marktforschung
Auch die Marktforschung bleibt von der Digitalisierung nicht unberührt. Lange standen die Generierung von Daten, deren Aufbereitung und Interpretation zur Beantwortung von Kundenfragen im Mittelpunkt. Aber gilt das auch in Zeiten omnipräsenter Datenmengen? Wer heute die Hoheit über Marktdaten hat und welche Konsequenzen sich daraus für die Marktforschung ergeben, dieser Frage ging Norbert Wirth, Global Head of Data and Science der GfK SE, nach.
Innovationen auf dem Prüfstand
Mit dem Innovationsbegriff selbst beschäftigte sich der abschließende Vortrag von Professor Dr. Reinhold Bauer. Der Leiter des Lehrstuhls für Wirkungsgeschichte der Technik an der Universität Stuttgart zeigte: Nicht Innovationen sind der Königsweg in eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft. Vielmehr ist das innovatorische Scheitern der Regelfall. Deshalb könne „Fehlschlagforschung“ zu einem besseren Verständnis technischer Entwicklung beitragen. In seinem Vortrag vermittelte Bauer auch anhand einiger Fallbeispiele für missglückte Produktinnovationen Einblicke in eine „Typologie des Scheiterns“.
Zur GfK-Tagung
Die GfK-Tagung des GfK Vereins beschäftigt sich jedes Jahr mit aktuellen, für das Marketing und die Marktforschung substantiellen Fragen. Sie bietet neben den Vorträgen ausgewiesener Experten auch die Möglichkeit zum Gedankenaustausch.