Handelskrieg, China, Ifo-Institut
Quelle: Tumisu, Pixabay

Handel & Hersteller

15. August 2022 | Teilen auf:

Handelskrieg mit China sechsmal so teuer wie Brexit

Das Ifo-Institut geht im Rahmen einer Szenarioanalyse davon aus, dass ein Handelskrieg mit China Deutschland knapp sechmal so teuer käme als der Brexit.

„Unternehmen sollten sich nicht ohne Not von wichtigen Handelspartnern abwenden, sondern parallel auf Vorleistungen aus anderen Ländern setzen, um einseitige und kritische Abhängigkeiten von bestimmten Märkten und autoritären Regimes zu verringern“, sagt Lisandra Flach, Mitautorin der Studie des Ifo-Instituts.

Zu den größten Verlierern eines Handelskrieges mit China wären laut der Analyse des Instituts die Automobilindustrie (-8,47 Prozent Wertschöpfungsverlust; -8.306 Millionen US-Dollar), Unternehmen, die Transportausrüstung herstellen (-5,14 Prozent; -1.529 Millionen US-Dollar) und der Maschinenbau (-4,34 Prozent; -5.201 Millionen US-Dollar). Das Wirtschafts-Institut sagt eindeutig, dass die Nationalisierung von Lieferkennten keine hilfreiche Lösung für die Wirtschaft ist. Vielversprechender sei es, strategische Partnerschaften und Freihandelsabkommen mit gleichgesinnten Nationen, wie den USA zu schließen. Das sollte das Ziel der deutschen und europäischen Wirtschaftspolitik sein“, sagt Florian Dorn, Mitautor der Studie.

Fünf Szenarien

Mit Hilfe des Ifo Handelsmodells wurden fünf Szenarien simuliert, unter anderem auch Entkopplung der westlichen Länder von China, kombiniert mit einem Handelsabkommen zwischen der EU und den USA. Das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA könnte die negativen Auswirkungen der Entkopplung des Westens von China auf die deutsche und US-Wirtschaft abfedern, sie aber nicht vollständig ausgleichen. Durch die erwarteten Gewinne in der Handelsbeziehung mit den USA würden die Kosten netto auf einem ähnlichen Niveau liegen wie die erwarteten Kosten des Brexit.

zuletzt editiert am 15.08.2022