Handel & Hersteller 2015-08-18T00:00:00Z Handgetragene Geräte - Starke Dynamik im grünen Bereich

Von der Belebung des Gartenmarkts kann der grüne Handel insgesamt profitieren. Private Gartenfreunde wünschen sich mehr Leichtigkeit, professionelle Greenkeeper mehr Effizienz von ihren motorisierten Geräten.

An Nachfrage ist keine Mangel, auch nicht an Innovationen der Hersteller.

Von der viel beschworenen neuen Lust am Garten profitieren im Technikbereich auch die handgetragenen Gartengeräte. Professionelle Garten- und Rasenpfleger verlangen naturgemäß ein Höchstmaß an Effizienz von ihrer technischen Ausstattung. Jetzt haben auch private Grundstückseigner verstärkt den Wunsch, möglichst schnell und einfach zu einem gepflegten Grün zu kommen.

„Easy Gardening“ nennt sich dieser aktuelle Konsumertrend. „Alles muss ‚leicht‘ sein, sowohl vom Gewicht als auch von der Handhabung“, heißt es aus Kreisen der herstellenden Industrie.. Offenbar wünschen sich die Deutschen mehr Mußestunden und weniger Arbeitsstunden im heimischen Garten.

Lustgewinn im Garten

Diese Entwicklung gibt Deutschlands Gartenmarkt, der mit einem Gesamtumsatz von gut 18 Mrd. Euro der größte Europas ist, neue Impulse. Der Umsatz stieg 2014 um 4,8 %, schätzt der Industrieverband Garten (IVG). Handgeräte, die leicht zu handhaben und gleichzeitig leistungsstark sind, profitieren dabei besonders von der Nachfrage.

Im vergangenen Jahr gaben die Verbraucher in Deutschland eine neue Rekordsumme für motorisierte Gartengeräte aus, wie die Gesellschaft für Konsumforschung GfK ermittelte. Der Umsatz stieg in diesem Segment um 18 % und knackte erstmals die 1,0 Mrd.-Umsatzmarke.

Zu den großen Gewinnern zählten dabei wiederum die Akkugeräte. Mit einem Anstieg von über 60 % lagen sie deutlich vor netzbetriebenen Geräten mit einem Plus von 13,3 % und den Benzinern (+ 11,5 %).

Trotz der stark steigenden Nachfrage hatten Akkugeräte im Vorjahr jedoch erst einen Anteil von etwa 17 % an den verkauften Stückzahlen. Fast jedes zweite aller verkauften motorisierten Gartengeräte ist noch netzbetrieben. In Baumärkten sowie in Warenhäusern und im Versandhandel ist der Anteil der Geräte mit Kabel nach GfK-Angaben noch besonders hoch. Den größten wertmäßigen Anteil am Gesamtumsatz haben aber noch benzinbetriebene Geräte, die vor allem vom Gartengerätefachhandel vertrieben werden. Diese Antriebstechnologie erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 665,7 Mio. Euro, bei einem Stückpreis von durchschnittlich 546 Euro. Sowohl die netzbetriebenen Gartengeräte als auch die mit Benzinmotor konnten im Vergleich zum Vorjahr nur einen geringen Stückpreiszuwachs von knapp 1 % verbuchen.

Akkutechnik im Fokus

Spannend bleibt die Frage, wie nun der Antrieb der Zukunft bei Heckenscheren, Freischneidern oder Rasentrimmern aussehen wird. Die Leitentwicklung spricht einerseits klar für die Akkumulatoren: Seit die Lithium-Ionen-Technik den Standard setzt, hat sich das Leistungsspektrum der Batterien deutlich erweitert. Die Energiespeicher werden zunehmend leistungsstärker, 36 V Spannung und 5,0 Ah Leistung werden zunehmend die Norm. Sie halten länger durch und sind schneller zu laden. Gleichzeitig punkten sie mit kabelloser Bewegungsfreiheit und haben gegenüber Benzinern den Vorteil, in der Handhabung leichter und deutlich leiser zu sein.

Die Akkutechnologie hat also jedes Potenzial, für Millionen Grundstückeigner zum Maß der Dinge zu werden. Dies vor allem, weil sie dem Convenience-Bedürfnis im heimischen Umfeld sehr entgegen kommt und bei leichter Handhabung schnelle Ergebnisse liefern kann.

Insgesamt lässt sich sagen: Nach langen Jahren der Stagnation ist auch im grünen Gerätemarkt wieder mehr Aufbruchsstimmung zu spüren. Die Dynamik der technischen Neuerungen und die Diversität der Zielgruppen lässt für alle Mitspieler im Markt, ob Großfläche oder Spezialist vor Ort, genug Perspektive; ein rigider Verdrängungswettbewerb über den Preis ist reichlich unnötig, wenn der stationäre Handel nur überzeugend darstellen kann, dass seine Services echten Mehrwert für den Kunden darstellen.

Fazit:

  • Die Aufbruchstimmung im grünen Markt beflügelt auch die Geräte-Nachfrage.
  • Private wünschen sich „Easy Gardening“: leicht und schnell zum gepflegten Grün.
  • Profis brauchen Profipartner. Motoristen mit Technikverstand und Serviceorientierung haben weiter Zukunft.
  • Akkugeräte erschließen sich immer weitere Anwendungsbereiche. Für Privatanwender werden sie tendenziell zum Standard, für Profis zunehmend interessanter.
  • Elektro- und Benzin betriebene Geräte beweisen Beharrungsvermögen im Markt, Akkutechnik ist letztlich aber nicht aufzuhalten.
  • Es gibt keinen Grund, das spannende Marktsegment dem Discount- und Internethandel zu überlassen!

 Hans-Joachim Birk

 
Der gesamte Artikel ist in MOTORIST 4/15 nachzulesen.

zuletzt editiert am 26. März 2021
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