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Handel & Hersteller

09. December 2021 | Teilen auf:

Hartwarenhandel leicht erholt

Rege Nachfrage nach Produkten unter anderem für Eigenheim und Garten ließ die Hartwarenbranche 2021 besser durch die Pandemie kommen als erwartet.

Lockdown und Pandemiegeschehen haben 2021 auch im stationären Eisenwaren- und Hausrat-Einzelhandel ihre Spuren hinterlassen. Insbesondere im 1. Halbjahr sackten die Umsätze trotz Bemühen des Handels, etwa mit Click & Collect, um bis zu  50 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab. Mit der Rückkehr der Kunden auf die Ladenflächen erholte sich der Konsum zwar spürbar. Doch sowohl die Maskenpflicht als auch die Möglichkeit der Verbraucher, wieder verstärkt Urlaubsreisen oder anderen Freizeitaktivitäten nachzugehen, ließen eine Konsumerholung im Handel wie im Jahr 2020 nicht zu. Dennoch hat sich das Stimmungsbild seit der Wiedereröffnung im Mai/Juni spürbar verbessert und die monatlichen Umsätze im Hartwareneinzelhandel lagen oft über dem Vorjahr, heißt es vom Zentralverband Hartwarenhandel e.V. (ZHH).

Konzentration auf Beratung und Service

Erfreulich liefen Haushaltswaren, Sicherheitstechnik und Gartengeräte, aber auch Eisenwaren und Werkzeuge für Arbeiten im und rund um das Haus wurden gesucht. Dabei konzentrierte sich der Hartwareneinzelhandel auf Warenbereiche, die eine intensive Beratung, häufig kombiniert mit einer zusätzlichen Service- oder Handwerksleistung, bedürfen. Zunehmende Lieferengpässe sorgten jedoch mit dafür, dass mögliche Umsätze gar nicht oder erst später zu realisieren sind. In der 2. Jahreshälfte stabilisierten sich die Umsätze weiter und ließen erfreulicherweise die starken Umsatzrückgänge des 1. Halbjahres weiter schrumpfen. Trotz allem ist für das Gesamtjahr auf der stationären Fläche von Umsatzrückgängen auszugehen, während der Onlinehandel wieder zweistellig zulegen dürfte.  

Positiver Verlauf bei Werkzeugen

Der Werkzeug-Fachhandel kann nach den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf einen positiven Verlauf zurückblicken, der vor allem einem erheblichen Umsatzschub im 2. Quartal mit zu verdanken ist. Alles in allem konnte der Werkzeug-Fachhandel das 1. Halbjahr mit einem erfreulichen Umsatzwachstum von +7,1 Prozent abschließen. In der ersten Jahreshälfte kehrte die Investitionsneigung der Kunden zurück, wie deutliche Umsatzverbesserungen bei der Betriebsausstattung, den stationären Werkzeugen und Präzisions-Werkzeugen belegen. Auch in den wichtigen Warenbereichen Handwerkzeuge, Elektrowerkzeuge und Arbeitsschutz verzeichneten viele ein zweistelliges Wachstum. Das 3. Quartal begann mit einer vorübergehend nachlassenden Nachfrage, bevor seit September die Umsätze wieder anzogen. Insgesamt wird die Umsatzsteigerung im Gesamtjahr 2021 für den Werkzeug-Fachhandel ordentlich, aber niedriger als zur Jahresmitte ausfallen. Eine verlässliche Prognose für das Jahr 2022 ist unter der weiterhin kaum einzuschätzenden Entwicklung der Corona-Pandemie realistisch kaum möglich. Sicher erwarten darf man weiteres Umsatzwachstum. Dabei war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht einzuschätzen, ob die Steigerung eher preis- oder mengenbetrieben sein wird.

zuletzt editiert am 09.12.2021