Der Lockdown und die Rohstoffkrise machen dem Facheinzelhandel von Motorgeräten wie der gesamten Hartwarenbranche zu schaffen. Laut ZHH rechnet die Mehrzahl der Unternehmen mit sinkenden Umsätzen im ersten Halbjahr 2021.
Einer Umfrage des Zentralverbandes Hartwarenhandel (ZHH) zufolge berichten 40 Prozent der Facheinzelhändler mit Blick auf das erste Quartal 2021 von deutlichen Umsatzrückgängen im Vergleich zum Vorjahr, ein Fünftel sogar von Einbrüchen von mehr als 20 Prozent. Allerdings verzeichnen 21 Prozent der befragten Unternehmen Umsatzzuwächse, die auf eine hohe Nachfrage im Heimwerker-Bereich zurückzuführen sei.
Kaum Besserung in Sicht
Im zweiten Quartal ist kaum Besserung in Sicht. 61 Prozent der Hartwarenhändler rechnen für das erste Halbjahr mit Umsatzrückgängen. Zum ersten Mal seit Pandemiebeginn bewerten sie auch die Auftragslage im Dienstleistungsbereich (Werkstatt/Montage) tendenziell negativ: 30 Prozent sehen eine schlechtere Auftragslage gegenüber dem Vorjahr, nur 7 Prozent eine bessere.
Lieferketten weiterhin gestört
Probleme bereiten den Unternehmen Lieferengpässe und Preissteigerungen infolge der aktuellen Rohstoffkrise und nach wie vor pandemiegestörten Lieferketten. 87 Prozent der vom ZHH befragten Fachhändler berichten von starken Problemen bei der Warenversorgung, 13 Prozent von teilweisen Engpässen. Einschränkungen treten verstärkt auf bei Werkzeugen/Elektrowerkzeugen, elektronischen Schließsystemen, Motorgeräten und Ersatzteilen, Akkus, Befestigungstechnik, Elektrogroß- und Elektrokleingeräten. Nur noch 20 Prozent der Händler seien „zufrieden mit der Performance ihrer Lieferanten, bereits 27 Prozent unzufrieden, so der Verband.
Unzufriedenheit wächst
„Die Hartwarenbranche trotzt weiterhin der Pandemie“, sagt ZHH-Chef Thomas Dammann. „Der Fachhandel profitiert zwar weiterhin von einer regen Nachfrage im Endkundengeschäft, gerät durch langwierige Flächenschließungen in Folge staatlicher Restriktionen wie auch durch Lieferengpässe aber zunehmend unter Druck.“ Der Verband fordert die Politik auf, „Flächenöffnungen und eine Rückkehr zu einer normalen Betriebsführung schnellstens zu ermöglichen, denn die andauernde Wettbewerbsverzerrung im Lockdown gegenüber beispielsweise Lebensmittel- und Drogerieketten ist nicht mehr hinnehmbar und gefährdet hunderte von Existenzen“.
