Einkaufsstraße
Bilder wie diese dürften noch auf sich warten lassen. Die Auflagen für den Handel bleben streng.

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04. March 2021 | Teilen auf:

HDE bezeichnet Ergebnisse des Corona-Gipfels als Katastrophe

Bund und Länder verlängern den Lockdown zunächst bis 28. März. Für den Einzelhandel gibt es kurzfristig wenig Perspektive. Entsprechend scharf ist die Kritik des Handelsverbands Deutschland (HDE) an den Beschlüssen der Politik.

„Die Ergebnisse des Corona-Gipfels sind für den Einzelhandel eine Katastrophe. Faktisch wird der Lockdown damit trotz aller theoretischen Perspektiven für die große Mehrheit der Nicht-Lebensmittelhändler bis Ende März verlängert“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die für eine Wiedereröffnung aller Geschäfte als Bedingung genannte, stabile Inzidenz von unter 50 sei auf absehbare Zeit „wohl nicht flächendeckend zu erreichen“. Auch die Möglichkeiten für den Einkauf nach Terminvergabe könnten „für die allermeisten Geschäfte kein wirtschaftlicher Rettungsanker sein“. Denn dabei seien in der Regel die Personal- und Betriebskosten höher als die Umsätze.

„Fünf Öffnungsschritte“

Bund und Länder haben sich am 3. März auf „fünf Öffnungsschritte“ geeinigt. Diese sollen in den Bundesländern teils in Abhängigkeit von der Entwicklung des Infektionsgeschehens greifen. Nachdem erste Schritte bereits am 1. März erfolgten (unter anderem Öffnung von Frisörbetrieben) sollen nun ab 8. März unter anderem Gartencenter bundesweit geöffnet werden.

Gartencenter bereits ab 8. März

Dazu heißt es: „Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte werden dem Einzelhandel des täglichen Bedarfs zugerechnet. Sie können somit auch mit entsprechenden Hygienekonzepten und einer Begrenzung der Anzahl von Kunden wieder öffnen. Vorgesehen sind eine Kundin oder ein Kunde pro 10 Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und ein weiterer für jede weiteren 20 Quadratmeter Verkaufsfläche.“

Wer, wann und wie lange?

„Öffnungsschritt 3“ sieht bei „einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen/100.000 Einwohner“ weitere Öffnungen im Einzelhandel vor. Dazu teilt die Bundesregierung mit: „Dabei ist die Zahl der Kunden im Geschäft begrenzt – auf eine Kundin oder einen Kunden pro 10 Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und einem weiteren für jede weiteren 20 Quadratmeter.“ Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen könne der Einzelhandel „mit Terminshopping-Angeboten öffnen: eine Kundin oder ein Kunde pro angefangene 40 Quadratmeter Verkaufsfläche mit Terminbuchung für einen begrenzten Zeitraum“.

„Notbremse“ und regionale Lockdowns

Steigt die Inzidenz wieder über 100 an drei aufeinander folgenden Tagen in einem Land oder einer Region, soll eine „Notbremse“ gezogen werden. Heißt: In diesem Fall würde es wieder zu einem harten Lockdown kommen.

Schon jetzt 100 Tage geschlossen

Laut HDE kostet die Verlängerung des Lockdowns bis 28. März die geschlossenen Handelsunternehmen im Vergleich zum letzten normalen Jahr 2019 rund zehn Milliarden Euro Umsatz. Genth: „Ende März sind viele Händler dann seit mehr als 100 Tagen geschlossen. Das ist nicht mehr zu verkraften. Die Politik nimmt ihre Verantwortung für die zwangsgeschlossenen Händler nicht wahr. Denn gleichzeitig kommen die staatlichen Hilfszahlungen nur schleppend und spärlich an.“ Der Handelsverband setze sich weiterhin für eine zeitnahe und komplette Öffnung aller Geschäfte unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln ein.