Vor dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern am 22. März warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor einer Rückkehr in den Lockdown. Stattdessen sei es an der Zeit für „eine evidenzbasierte Öffnungsstrategie“.
Von den aktuellen Öffnungsschritten und deren Umsetzung in den Bundesländern zeigen sich die vom Lockdown betroffenen Händler enttäuscht. Sie halten die derzeitigen Maßnahmen im Durchschnitt für „mangelhaft“. Das ergab eine HDE-Umfrage unter rund 1.000 Handelsunternehmen. Besonders Händler mit nach wie vor geschlossenen Geschäften stehen den Maßnahmen demnach kritisch gegenüber. Sie bewerten die jüngsten Öffnungsschritte und die Regelungen in den Bundesländern mit der Note „ungenügend“.
Click & Meet nicht die Lösung
Auch Händler mit „Click & Meet“ sind offenbar unzufrieden. Sie schätzen die Öffnungsschritte und deren Umsetzung als „mangelhaft“ ein. „Das schlechte Zeugnis ist ein Weckruf an Bund und Länder. Es ist höchste Zeit für einen Strategiewechsel hin zu einer evidenzbasierten Öffnungsstrategie“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Rund 80 Prozent der vom Verband befragten Händler fordern die vollständige Öffnung des Einzelhandels unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln. 70 Prozent erwarten, dass Impfungen schneller durchgeführt werden, 50 Prozent eine Anpassung der Wirtschaftshilfen unter Berücksichtigung eines Unternehmerlohns. Eine Verdopplung der Corona-Hilfen ist für mehr als 40 Prozent der Befragten wichtig. Die Fortsetzung der aktuellen Maßnahmen können sich nur die wenigsten Händler (10 Prozent) vorstellen.
„An den Entscheidungen hängen Existenzen“
Im Handel herrsche Einigung, so Genth. „Wir müssen jetzt die flächendeckende Öffnung des Handels angehen und das Impftempo erhöhen. An den Entscheidungen am Montag hängen Existenzen.“ Weiter auf die ausschließlich inzidenzorientierte Schließung ganzer Branchen zu setzen, sei inakzeptabel. „Bewältigen können wir die Krise nur mit einer Öffnungsstrategie, die das Infektionsgeschehen ganzheitlich auf Grundlage aller relevanten Indikatoren beurteilt.“ Die höhere Testquote und die Auslastung der Intensivbetten seien „unbedingt zu berücksichtigen“.
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