Geldscheine im Fächer
Bargeld scheint ein Auslaufmodell (Quelle: Pixabay)

Handel & Hersteller

30. June 2022 | Teilen auf:

HDE warnt vor Rückzug der Bankfilialen

Die immer weiter sinkende Zahl von Bankfilialen bringt Herausforderungen für die Handelsunternehmen mit sich. Insbesondere kleine und mittlere Betriebe seien auf die gute Erreichbarkeit der Hausbank angewiesen.

„Der am Montag von der Bundesbank vorgestellte Bericht zur Bankstellenentwicklung macht einmal mehr deutlich, dass die Filiale vor Ort zum Auslaufmodell wird. Demnach wurde in den letzten fünf Jahren beinahe jede dritte Bankstelle geschlossen. Und bei weitem nicht in allen Fällen wurden als Ersatz SB-Geräte für die Ausgabe von Münzrollen und zur Einzahlung der Tageseinnahmen der Händlerinnen und Händler installiert, was besonders kleine Unternehmen vor Herausforderungen stellt“, so HDE-Zahlungsexperte Ulrich Binnebößel. Insgesamt sei zu beobachten, dass sich die Kreditwirtschaft zunehmend von der Bereitstellung von Bargelddienstleistungen verabschiede. Dem Bundesbank-Bericht zufolge waren zum Jahresende 2021 noch 21.712 Filialen geöffnet, was einem Rückgang von über 18 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 und einem Minus von 32,3 Prozent in den letzten fünf Jahren entspricht.

Payementstrategie gefordert

Der Handelsverband setzt sich daher für die Schaffung einer nationalen Paymentstrategie der Bundesregierung ein, um Klarheit über die Gestaltung des künftigen Zahlungsmixes zu erhalten. „Es sollte eine intensive Diskussion darüber geführt werden, wieviel Bargeld in Zukunft gewünscht ist und wer die Lasten hierfür trägt,“ so der Experte. Dabei sei die Aufrechterhaltung eines effizienten Bargeldhandlings auch mit Blick auf mögliche Ausfälle der unbaren Zahlungssysteme dringend erforderlich.

zuletzt editiert am 30.06.2022