Unternehmensführung 2012-02-08T00:00:00Z Heckenscheren: Weniger Markt, mehr Vielfalt

Einen leicht fallenden Absatzmarkt erlebte im vergangenen Jahr die Gerätegattung der Heckenscheren. Für das laufende Jahr erwarten die meisten Hersteller konstante Absatzzahlen. Viele haben ihre Sortimente aufgefrischt oder sogar komplett erneuert. Immer mehr Akkugeräte bereichern das Angebot an Heckenscheren mit Benzin- und Netzstromantrieb.

Motoristen behaupten sich als Vertriebskanal hochwertiger Heckenscheren und können sich am diesjährigen Gesamtmarkt mit einem ausgewogenen Sortiment nicht gerade hohe Stückzahlen, aber einen lukrativen Anteil am Verkaufserlös sichern. Dies legen die jüngsten Markterhebungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sowie die Ergebnisse unserer Marktumfrage unter den Herstellern nahe. Die enorme Vielfalt neuer Modelle sowie der zunehmende Erklärungsbedarf im Antriebsmix aus Benzin-, Elektro- und Akkugeräten gibt Motoristen wertvolle Verkaufsargumente und eine willkommene Gelegenheit, eine ihrer größten Kernkompetenzen nämlich eine fundierte Beratung gewinnbringend auszuspielen.

Markt und Margen

Nach den aktuellen Zahlen der Nürnberger GfK ging der Verkauf von Heckenscheren im vergangenen Jahr ganz leicht zurück. Anteilsmäßig deutlich zulegen konnten dabei lediglich die Strauchscheren und kurze Modelle aus der leichten Hobbyklasse. Am Absatz in diesem Segment sind Motoristen nur gering beteiligt, aber ihren Anteil am Gesamtmarkt hielten sie nahezu konstant. Innerhalb ihres Sortiments blieb auch das Verhältnis der Schnittlängen von kurzen Einsteiger- bis zu extralangen Profimodellen bestehen. Ebenso blieb das Verhältnis der Elektrogeräte zu Benzinmodellen im Absatz der Motoristen nahezu konstant. Das zeigt: Niemand verkauft derart viele hochpreisige Geräte für anspruchsvolle und professionelle Anwender. Und niemand verkauft derart viele Heckenscheren mit Verbrennungsmotoren wie Motoristen.

Während Motoristen also deutlich weniger Geräte verkauften, blieb der Umsatzrückgang im Gerätewert in annehmbaren Grenzen. Weiterhin setzen Motoristen mit einem geringen Anteil an den Gesamtstückzahlen einen hohen Anteil am verkauften Gesamtwert um. Es lohnt sich also offenbar auch weiterhin, ein breites Sortiment an hochwertigen Elektro- und Benzingeräten für Privat- und Profianwender verfügbar zu halten. Dies kann nach Ansicht der Ausrüster in diesem Jahr ein lohnendes Geschäft werden: Nahezu alle Hersteller, die uns im vergangenen Herbst ihre Markteinschätzung mitgeteilt haben, rechnen mit konstanten Verkaufszahlen im laufenden Jahr.

Technik und Trends

Viele Hersteller haben ihre Sortimente der Benzin- und Elektrogeräte teilweise gründlich aufgefrischt oder Modellpflege betrieben, manche haben auch Akkumodelle neu ins Programm genommen. Nur wenige Ausrüster vermelden überhaupt keine Neuigkeiten.

Motoren und Meinungen

Innerhalb weniger Jahre haben Akkugeräte die Modellvielfalt bei Heckenscheren enorm vergrößert. Welche Marktverschiebungen sich daraus unter den drei Antriebsarten (Benzin, Netzstrom, Akku) bisher ergeben haben darüber geben die Zahlen der Nürnberger GfK leider keine Auskunft. Denn die Konsumforscher zählen in ihren Statistiken die Akkugeräte unter den Elektrogeräten mit. Welche zukünftige Rolle die Akkugeräte gegenüber den Netzstrom- und Benzingeräten spielen werden hier gehen wiederum die Ansichten der Hersteller auseinander. Einer (mit allen drei Antriebsarten im Programm) ist davon überzeugt, dass Benzin- und Elektrogeräte deutliche Marktanteile an die Akkugeräte abgeben werden. Ein anderer Anbieter (von Netzstrom- und Akkugeräten) behauptet, dass klassische Käufer von Akkugeräten von der Benzinseite kommen und dass dies auch so bleiben werde. Ein dritter (mit allen drei Antriebsarten im Produktprogramm) erklärt dagegen, dass Akkugeräte den Absatz von Benzingeräten nur gering beeinflussen, deutlicher jedoch die Elektrogeräte mit kürzerer Schnittlänge. Ein Anbieter von Benzingeräten rechnet damit, dass der Akkumarkt erst an Volumen gewinnen (und dann den anderen beiden Segmenten Anteile wegnehmen) wird, wenn Akkugeräte die gleiche Leistung und Laufzeit haben wie Benzin- und Netzstromgeräte. Der Nächste (mit Netzstrom- und Akkugeräten) sieht dabei die Entwicklung der Akkutechnologie schon deutlich voranschreiten. Ein weiterer Anbieter (aller drei Antriebsarten) sieht voraus, dass der Boom von Akkugeräten künftig im Hobbybereich zulasten der Elektrogeräte, im Profibereich dagegen zulasten der Benzingeräte gehen wird.

Schließlich stellt noch ein weiterer Anbieter (von Geräten aus allen drei Antriebswelten) fest, dass Akkugeräte im Semiprofi- und im Profieinsatz immer mehr Netzstrom- und Benzingeräte ersetzen werden. Im Privatsektor, wo es weniger auf Leistung und Laufzeit ankommt, haben sich Akkugeräte dagegen schon stark durchsetzen können. Mit wenig leistungsfähigen, niedrigpreisigen Geräten können Motoristen jedoch weder Marktanteile gewinnen noch wirklich Geld verdienen. In ihrem Sortiment der Zukunft sind leistungsfähige Geräte aus allen drei Antriebswelten sicherlich besser aufgehoben.

zuletzt editiert am 26. März 2021
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