Im Portrait „Wenn die Arbeit Spaß macht, kommt der Erfolg von allein“. Dieser gut gemeinte Rat an die Tüchtigen trifft auf Sabel Landtechnik in Thalheim definitiv zu. Erst 40 Jahre zählt der Familienbetrieb. In der Region und darüber hinaus ist man jedoch längst eine feste Größe. Motorist war vor Ort und traf Unternehmerin Stefanie Sabel und deren Eltern Thea und Heinz.
„Guude“ steht auf einem Schild direkt hinter dem Verkaufstresen von Sabel Landtechnik in Dornburg-Thalheim geschrieben und der mundartliche Willkommensgruß könnte passender nicht sein. Denn hier an der vielsagenden Postadresse Talhof 1 mitten im Westerwälder Land ist jeder willkommen und soll sich auch so fühlen – ganz gleich ob Privatgartenbesitzer, Landwirt, Gewerbetreibender, Garten- und Landschaftsbauer, Forstarbeiter oder kommunaler Mitarbeiter. „Uns sind alle Kunden wichtig“, betont Stefanie Sabel, die auch zum Besuch von Motorist an einem Freitagnachmittag noch voller Elan ist. Was sie während des Termins binnen Minuten unter Beweis stellt: Gerade mal eine Viertelstunde klinkt sie sich aus dem Gespräch aus, schon verlässt ein Paar als glückliche Neubesitzer eines Akkurasenmähers samt Zubehör den Hof. So geht das hier mehr oder weniger den ganzen Tag. Die Frequenz in Ladengeschäft und Werkstatt ist hoch, das mit 12 Mitarbeitenden überschaubare Team entsprechend im Dauereinsatz.
Immer so gewollt
Vor allem Stefanie Sabel und ihre Eltern Thea und Heinz, die sich die Geschäftsführung teilen, sind hinsichtlich Beratung und Verkauf gefragt. Viele Pausen gönnen sie sich nicht. Auch samstags hat man den halben Tag geöffnet, danach ruft das Backoffice mit Rechnungsabwicklung und ähnlichen Aufgaben, nicht selten auch sonntags. Parallel dazu gibt es auf dem idyllischen Betriebsgelände am Ortsrand auch noch eine hauseigene Straußenfarm, die an bestimmten Wochenenden mit einem Cafébetrieb lockt, und eine Schafherde. Stefanie Sabel stört die viele Arbeit nicht. Die Mutter zweier Teenager-Töchter kennt es nicht anders und, was viel wichtiger ist: Sie hat es nie anders gewollt. „Das hier war immer mein Ding“, bekräftigt die 45-Jährige.
Vom Nebenerwerb zum Jubiläum
Tatsächlich ist sie quasi im Betrieb aufgewachsen. Die Anfänge machte Vater Heinz Sabel, damals wegen seines Engagements in Kleingeräten mitunter belächelt, auf dem ehemaligen Bauernhof noch im Nebenerwerb, ehe er 1984 die Sabel Landmaschinen und Gartengeräte GmbH gründete. Schon als Kind fuhr Stefanie mit zu Kunden, um Ware auszuliefern, und spielte mit ihrer Schwester unter einem Baum direkt vor der damaligen Werkstatt. Später wuchs die gelernte Bankkauffrau ganz selbstverständlich in das expandierende Geschäft und ihre Führungsrolle hinein. Heute ist der Betrieb längst über ein 15.000 Quadratmeter großes Areal und mehrere Hallen gewachsen und Sabel Landtechnik mit Marken wie AS-Motor, Cub Cadet/MTD/Robomow, Kränzle, Pramac, Sabo, Stihl, Tielbürger und nicht zuletzt Kress, wo Sabel das deutsche Händler-Ranking anführt, in der Region und darüber hinaus eine feste Größe, insbesondere in den Kategorien Rasentraktoren, Mährobotik und Akkutechnik. Der Stamm an zumeist zufriedener Kundschaft ist ebenso gewachsen, gerade in den letzten Jahren kamen viele Neukunden hinzu. Auch die Umsätze stimmen. Ein gutes Umfeld also für das 40-jährige Jubiläum, das Familie Sabel Anfang April standesgemäß mit einer Hausmesse und einem großen Hoffest feierte.
Offen für Neues
Ein Geheimnis des Erfolges liegt sicherlich in der klugen Vorgehensweise von Heinz Sabel begründet. Dieser investierte nämlich immer nur dann, wenn er das Geld hatte, und achtete stets darauf, die Fixkosten so gering wie möglich zu halten. „Größere Beträge haben wir selten aufgenommen“, berichtet der Senior-Chef. Hinzu kommt eine zweite Leidenschaft, die Vater und Tochter teilen, nämlich die Vorliebe für Auktionen. Diese hat den Sabels schon günstig Feuerholz, Autos und mitunter sogar größere Objekte eingebracht. Ein weiterer Aspekt für die gute Entwicklung dürfte die innere Haltung von Familie Sabel sein, die ihr Geschäft sichtlich mit Leidenschaft betreibt. Auch Stefanie Sabel ist immer vorne mit dabei, wenn es darum geht, Neues zu wagen. Sei es das Website-Konzept der Händlervereinigung Sümo eG, in der Sabel Landtechnik Mitglied ist sowie in der Erfa-Gruppe, bei dem Granit Partnershop oder der Implementierung von Touchscreen-Installationen für den Verkaufsraum. Die aufgeschlossene Unternehmerin, die bei der Wahl zum „Motorist des Jahres“ 2022 den dritten Platz belegte, hat immer was auf der Agenda. Die Zukunft sieht sie für den mittlerweile in zweiter Generation bestehenden Familienbetrieb ganz klar in der Robotertechnik und Automatisierung sowie dem Ausbau von Dienstleistungen. Und in einem Geschäft auf Augenhöhe, nach innen ebenso wie nach außen. Wer Lust bekommen hat, sich das Geschäftsmodell der Sabels im bewegten Bild anzusehen: Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums wurde ein Film gedreht. Abrufbar unter nebenstehendem QR-Code.


