Symbolbild Gärtner
Symbolbild (Quelle: Agata auf pixabay)

Handel & Hersteller 2023-11-08T12:04:38.907Z Hoffnung für den Gartenmarkt

Der neue „Branchen-Report Garden-Living, Gardening, Lebendes Grün“ des Kölner Forschungsinstituts Marketmedia24 bescheinigt dem Gartenmarkt im Best Case ein Plus von 21 Prozent bis 2030.

Regelmäßig nimmt die Kölner Marktforschungsagentur Marketmedia24 in ihrem Branchen-Report „Garden-Living, Gardening und Lebendes Grün“ Verbrauchertrends in der DACH-Region unter die Lupe. Im Fokus der repräsentativen und zielgruppengenauen Befragung stehen Themen wie Kaufabsichten 2024, wichtigste Kaufkriterien, präferierte Shoppingkanäle und Informationsquellen. Der nun erschienene aktuelle Report zum Thema bescheinigt dem Gartenmarkt auch auf Basis von Rückblicken auf das Branchen-Geschehen 2010 bis 2023 sowie fundierten Umsatz-Szenarien und Vorausberechnungen bis zum Jahr 2030 im Best Case ein Plus von 21 Prozent.

Erwarteter Einbruch von 4 Prozent in diesem Jahr

Demnach war der deutsche Gartenmarkt in den zehn Jahren vor Corona durch ein relatives Gleichmaß bestimmt. Nun aber sind von den Marktakteuren gute Nerven und Zuversicht gefragt. Denn nach zwei Coronabedingten Boomjahren, in denen Umsatzsprünge von mehr als 4 (2020) und mehr als 5 Prozent (2021) zu verzeichnen waren, ließen sich mit der wieder gewonnenen Bewegungs- und Reisefreiheit schon 2022 erste Bremsspuren ablesen. In Folge der Kriegs-bedingten Inflation sowie der wachsenden finanziellen Belastungen muss der Gartenmarkt 2023 voraussichtlich sogar einen Einbruch von mehr als 4 Prozent bilanzieren. So die aktuellen Hochrechnungen der Marktforscher von Marketmedia24, Köln, im neuen „Branchen-Report Garden-Living, Gardening und Lebendes Grün – Perspektiven bis 2030“.

Besser als gedacht – Chance liegt in Differenzierung

Ukraine-Krieg, Inflation, Energie- respektive Heizkostendiskussion und jüngst die durch die Nahost-Krise getriggerte Konsumzurückhaltung treibt der Gartenbranche Sorgenfalten auf die Stirn. Kommentare zwischen „nix los“ und „katastrophal“ unterstreichen die angespannte Stimmung im Handel. Konkret rutschen GardenLiving, Gardening und Lebendes Grün bis Ende 2023 gegenüber Vorjahr unaufhaltsam ins Minus. Dennoch generiert die Gartenwelt im Vergleich zu 2010 immer noch ein Wachstum von mehr als einem Fünftel. Und vor dem Hintergrund von Klimakrise, Nachhaltigkeit, Achtsamkeit, Sparsamkeit, Regrowing sowie dem wachsenden Ernährungsbewusstsein bleibt das Leben in, mit und vom Garten auch künftig für die Verbraucher:innen von großer Bedeutung. In Nachfrage bzw. Neukauf umgewandelt kann dieses Interesse zum einen Innovationen fördern, wie das beispielsweise im Grillbereich oder in der Außenbeleuchtung bereits gelang. Zum anderen dürften Neuheiten, welche den Garten samt Pflanzen und Ausstattung für die Veränderungen des Klimas fit machen, für Nachfrage und Umsatz sorgen. Speziell hierin liegen Differenzierungs- und Profilierungspotenzial speziell für beratungsorientierte Anbieter.

Anschaffungen bereits in Planung

Die Anschaffungsneigung scheint gegeben. So motivierte die Aussicht auf einen erneut sonnenreichen Sommer auch in diesem Jahr bereits 68,1 Prozent der Konsument:innen in der DACH-Region zu Anschaffungen rund um Garten und Balkon. Dabei wurde in der Schweiz mit 70 Prozent die höchste Kaufbereitschaft gemessen. Mit immerhin noch 66,3 Prozent hielt man/frau sich in Österreich – nach überdurchschnittlichem Konsum 2022 – dagegen etwas zurück. Von den Deutschen hatten bis zum Beginn des Sommers bereits 68 Prozent in ihr Outdoor-Wohnen und Leben investiert. Die daraus resultierende Tendenz der Marktsättigung wird das Garten-Jahr 2024 beeinflussen. Dennoch haben viele Verbraucher:innen bereits neue Ausstattung auf der Wunschliste, etwa Tische, Sonnenschirme, Pflanzgefäße und Außenleuchten. Die Vorausberechnungen von Marktmedia gehen daher im Best-Case-Szenario davon aus, dass sich der deutsche Gartenmarkt sogar deutlich besser als im Langfrist-Trend entwickelt. Damit verbunden wäre bis 2030 ein Wachstum von rund 21 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro.

Draht zum Kunden

Wer aktuell und in Zukunft seiner Zielgruppe auf der Spur bleiben will, dem empfiehlt Marketmedia24 die beliebtesten Kommunikations- bzw. Informationsquellen zu studieren. So rufen 27,6 Prozent der DACH-Bewohner:innen Suchmaschinen wie Google oder Bing auf, um Ideen, Trends und Impulse für die Ausstattung ihres Gartens und/oder Balkons zu suchen. Stark gefragt sind auch Informationen, die Online-Plattformen wie Amazon oder Otto bereitstellen, direkt gefolgt von Erfahrungen bzw. Empfehlungen von Freund:innen, Familie und Kolleg:innen. Wer die Youngsters in der DACH-Region erreichen will, der sollte auf TikTok oder Instagram nicht fehlen, denn hier suchen 30,9 Prozent der bis 24-jährigen nach Garten- und Balkontrends. So die 78 Seiten umfassende Studie .

zuletzt editiert am 30. November 2023
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