Team der Andreas Petersen GmbH & Co. KG
Ehrliche Freude bei Familie und Team von Christian Petersen (4. von links hinten) über die Auszeichnung zum "Motorist des Jahres 2021". (Quelle: RM-Handelsmedien)

Handel & Hersteller

02. November 2022 | Teilen auf:

Im Team nicht zu stoppen

Motorist des Jahres Am 9. September war es soweit. Motorist hat, da der Motoristen-Kongress als große Bühne für die Verleihung für den Unternehmerpreis „Motorist des Jahres 2021“ auch in diesem Jahr ausfiel, den glücklichen Gewinner wie schon 2020 live vor Ort ausgezeichnet. Diesmal führte die Reise nach Niebüll zu der Andreas Petersen GmbH & Co. KG.

Deren Geschäftsführer Christian Petersen hatte sich aus Sicht der Jury als diesjähriger „Motorist des Jahres“ empfohlen, vor elf weiteren Unternehmen, die sich mit ihm ins Rennen um den Branchenpreis begeben hatten, etliche davon ebenfalls gut auf gestellt und damit preisverdächtig. Dass die Wahl der Jury in diesem Jahr auf Petersen fiel, ist vor allem seiner Unternehmerpersönlichkeit geschuldet. Müsste man die knapp skizzieren, so wäre der „Teamplayer mit Herz, der weiß, was er will“, wohl die passendste Beschreibung. Denn einerseits gilt Christian Petersen die Geschlossenheit im Team als oberstes Gebot. „Man kann ein Geschäft nicht isoliert betrachten: hier der Kunde, da die Mitarbeiter und dann noch der Chef. Nur gemeinsam kommt man zum Erfolg“, sagt er. Eine bodenständige Gelassenheit gegenüber der Kundschaft ist, was Petersen sich von seinen Mitarbeitern wünscht. „Wir werden uns mit unseren Kunden nicht streiten, schon gar nicht um Beträge unter 100 Euro“, lautet sein Grundsatz. Und damit sein Team genau diese Gelassenheit und immer wieder neue Begeisterung an den Tag legen kann, bindet er es in wichtige Entscheidungen ein.

Dann ist da aber noch der andere Christian Petersen, der sehr genau weiß, was er will. „Das Geld der Leute beim Thema Garten sitzt momentan ziemlich locker, da will ich mit. Aber wir wollen dabei nicht billig sein, sondern gut. In unserem Mikrokosmos Nordfriesland zeichnen wir als die Firma Andreas Petersen uns daher durch eine fast radikale Hinkehr zum Kunden aus.“ Gute Produkte, gute Beratung, guter Service sind dabei der zentrale Anspruch.

Gut positioniert

Der geschäftliche Erfolg scheint ihm Recht zu geben. Positioniert ist die Andreas Petersen GmbH & Co. KG vor allem in der Garten-, Forst- und Reinigungstechnik. Ein weiterer solider Bereich ist Arbeits- und Zunftkleidung, mit der man sich frühzeitig bei den Handwerkern der Region etabliert hat. Insbesondere im Winter ist sie ein wichtiger Frequenzbringer. Zwar beträgt der Umsatz nur einen kleineren Teil vom Gesamtgeschäft, legt aber beständig zu. In den nächsten ein- bis zwei Jahren will Petersen hier die 100.000 Euro Marke knacken. In seiner Kundenstruktur insgesamt überwiegen Privatleute, gefolgt von Galabauern und Kommunen. Die Hauptmarken sind Honda, Kränzle und vor allem Husqvarna. Insbesondere mit Mährobotern ist Petersen gut im Geschäft.

Das bestätigt auch Sven Schulze als zuständiger Gebietsverkaufsleiter. Wie Henry Foth von Kränzle und Marc Eckel von Berufsbekleidungsausstatter FHB hat er es sich nicht nehmen lassen, zur Preisverleihung nach Niebüll zu kommen. „Die Firma Petersen ist hier oben ein absolutes Flaggschiff, das es fertigbringt, den Mähroboter-Absatz um etliche Hundert Stück im Jahr zu steigern, obwohl das hier strukturell eigentlich gar nicht möglich scheint. Das sprengt jeden Rahmen“, sagt er.

Gerne mit Husqvarna

Tatsächlich ist die Kleinstadt Niebüll kurz vor der dänischen Grenze mit ihren rund 10.000 Einwohnern und ansonsten sehr viel Wasser und Landschaft drumherum nicht gerade der Nabel der Welt und die Kundschaft durch die Bank nicht so betucht wie die Sylter Insulaner, die Petersen ebenfalls bedient. Er selbst sagt, dass er mit zirka 2.000 bis 2.500 Einzelkunden im Jahr rund 8.000 Einzelgeschäfte abwickelt, also von vielen kleinen Geschäften lebt. Doch die Mähroboter laufen gut und sind auch im Service lukrativ. Rund 1.000 Winterinspektionen wickelt man ab, das sei ein „schöner Beitrag zum Geschäft und für die Kundenbindung“ und er „extrem gerne Husqvarna-Händler“, so Petersen. Seinem Laden sieht man das auf den ersten Blick jedoch nicht unbedingt an.

Etablierter Standort

Nicht das Ulmer Blau ist die Leitfarbe bei Andreas Petersen in der Uhlebüller Straße 61, sondern die aufmerksamkeitsstarke Farbkombi Gelb-Rot. Die dominiert auch das Innenleben des knapp 300 Quadratmeter großen Shops, der in einer ehemaligen Halle des Familienbetriebs eingerichtet wurde. Das Unternehmen selbst besteht nämlich schon seit 1866. Den Anfang machte eine Tischlerei/Stellmacherei. Später fertigte man eiserne Pflüge und Bodenbearbeitungsgeräte, 1870 kam der Maschinenhandel hinzu. Der Namensgeber des heutigen Unternehmens, Andreas Petersen, bekam den Betrieb 1906 innerhalb der Familie übergeben. 1935 wurde ein Grundstück mit Lagerschuppen in der Uhlebüller Straße 69 gekauft, unmittelbar neben dem heutigen Geschäft. Aktuell sind dort auf rund 1000 Quadratmetern das Lager und eine nagelneu Automower-Werkstatt untergebracht. Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft in den 1950er Jahren folgte der Einstieg in die Landtechnik und auch nach den Siebzigern entwickelte sich der Bereich unter der Leitung von Christian Petersens Vater Andreas gut. 1980 erwarb man zusätzlich zum Hauptsitz, der mittlerweile in einer Schule untergekommen war, den heutigen Standort, jedoch zunächst als Lager, später war er vermietet. Die Gartentechnik war anfangs nur ein Nebengeschäft - wenngleich die Firma Petersen bereits seit 1982 Husqvarna handelte und 1998 den ersten Mähroboter verkaufte. 

Stunde der Entscheidung

Christian Petersen selbst trat nach seiner Ausbildung zum Kfz-Kaufmann 2006 ins Unternehmen ein und rückte 2008 zu seinem Vater in die Geschäftsführung auf. Zu dieser Zeit zeichnete sich ab, dass die beiden großen Landtechnik-Lieferanten von Petersen sich zu Fulllinern entwickeln würden. Das verlangte nach einer Entscheidung. Schon 2007 hatte ein langjähriger und für die Gartentechnik zuständiger Mitarbeiter für die Ausgliederung der Gartentechnik an den mittlerweile frei gewordenen heutigen Standort plädiert und auch die Petersens hielten die Idee für klug. 2010 trennte man sich schließlich ganz von der Landtechnik und wagte im heutigen Laden mit damals 4 Mitarbeitern den Neuanfang. Heute beschäftigt die Andreas Petersen GmbH & Co.KG insgesamt 12 Vollzeitkräfte, 4 davon in Verkauf und Außendienst und 6 in der Werkstatt, dazu eine Teilzeitkraft in der Verwaltung.

Eigenes Profil

Bis vor einigen Jahren hatte man sich auch noch die Kommunaltechnik auf die Fahnen geschrieben inklusive Vermietgeschäft. Doch das brachte nicht den gewünschten Umsatz. Also löste man sich davon. „Man mag mir eine gewisse Rosinenpickerei vorwerfen“, sagt Petersen. „Aber ich möchte nicht so gerne geplütschert werden“, zu Deutsch: Er lässt sich ungern stoppen in dem, was er vorhat. Was nicht heißt, dass er guten Rat nicht annimmt oder nichts auf die Meinung anderer gibt. Im Gegenteil: Stehen wichtige Entscheidungen an, etwa zur Sortimentsauswahl, neuen Services oder Ähnlichem, nimmt Petersen die Mitarbeiter mit ins Boot und auch bei seinem Vater holt er sich regelmäßig Rat. Dennoch: In Husqvarna-Blau mochte er sein Geschäft bislang nicht tauchen lassen, ebenso wenig die Warenpräsentation. Petersen hat hier seine eigenen Vorstellungen: „Ich war vor Jahren mal bei einem Kollegen im Rheinland, grundsätzlich ein toller Laden, aber nachher habe ich mich gefragt: Wo waren wir eigentlich?“ Das soll seinen Kunden nicht passieren. Die sollen „zu Petersen“ kommen. Und genau das tun sie. Auch an seinem Ehrentag kommt ein junger Mann in den Laden und fragt zwischen Stehtischen und Buffet nach Arbeitsschuhen. Sofort ist jemand zur Stelle und kümmert sich.

Positive Außenwirkung

Das ist für Christian Petersen und Team selbstverständlich, auch an einem Tag wie diesem. „Beratung und Service, das können wir“, so der Jubilar. Gerade in der Akkutechnik, die für ihn keinesfalls ein Sargnagel des Berufsstands ist, sieht er dafür Chancen. Auch die Serviceakquise hat Petersen perfektioniert: „sicherlich unsere wichtigste Marketingmaßnahme der letzten Jahre“, sagt er. Anfangs wurden die Kunden nur angeschrieben, später legte man eine Rückantwortkarte bei, dann folgte das Abo. Doch auch Benzinkunden werden zuvorkommend bedient. „Heute schreiben wir zirka 1.500 von denen an, die vor maximal fünf Jahren ein Gerät bei uns gekauft haben.“ Service, Kundenbindung, Werbung - all das betrachtet Petersen im Verbund. Ganz selbstverständlich ist seine Präsenz im regionalen Marktplatz Friesennetz, wo man einen Gutteil seiner Produkte online begutachten kann. Auch einen eigenen Onlineshop kann Petersen sich vorstellen. Auf facebook hat man gut 900 Abonnenten, auf Instagram etwa 300. Clever ist seine jährliche Azubiaktion für Arbeitskleidung: Von Anfang Juli bis Ende Oktober erhalten Lehrlinge der Region 15 Prozent darauf. Das schafft nicht nur neue Kundschaft, sondern rückt auch Petersen als Händler in den Fokus.

Stichwort Mitarbeiter

Und was hat sich der frisch gekürte „Motorist des Jahres 2021“ für die Zukunft vorgenommen? Ein großes Projekt, den Bau einer modernen Werkstatt nur für Automower und Akkutechnik hat er gerade abgeschlossen. Das wird den Service nochmals ankurbeln. Auch eine Modernisierung in der Warenwirtschaft steht an. Im Herbst will man mit Cramer/Remarc eine weitere Marke aufnehmen. Doch sind dies nicht die einzigen Ziele: „Die Hauptakteure in unserem Geschäft sind unsere Kunden und Mitarbeiter. Erstere gibt es wie Sand am Meer. Mitarbeiter aber sind extrem rar und werden von vielen Firmen umworben. Darum sehe ich als Grundvoraussetzung für künftigen Erfolg und Entwicklung die Bindung von Mitarbeitern.“

Christina Petersen
Der Dank von Christian Petersen anlässlich seiner Auszeichnung zum "Motorist des Jahres 2021" galt vor allem seinem Team und seiner Familie. (Quelle: Iris Jensen (für Christian Petersen))
Arbeitskleidung in den Regalen von Motorist Christian Petersen.
Auch mit Arbeits- und Zunftkleidung hat sich Petersen in der Region einen Namen gemacht. (Quelle: Onusseit)
Ladeninneres bei Motorist Christian Petersen.
Vor allem die Gartentechnik ist für Petersen ein wichtiges Sortiment. Die Mehrheit der Kunden sind Privatleute. (Quelle: Onusseit)
Vater Andreas Petersen (re.) freute sich mit seiner Lebensgefährtin und Niebülls Bürgermeister über die Auszeichnung.
Vater Andreas Petersen (re.) freute sich mit seiner Lebensgefährtin und Niebülls Bürgermeister über die Auszeichnung. (Quelle: Onusseit)
Sven Schulze von Husqvarna (rechts) und Henry Foth von Kränzle (mitte) ließen es sich nicht nehmen, Christian Petersen persönlich zu beglückwünschen.
Sven Schulze von Husqvarna (rechts) und Henry Foth von Kränzle (mitte) ließen es sich nicht nehmen, Christian Petersen persönlich zu beglückwünschen. (Quelle: Onusseit)
Vertriebs-Team
Meinert Jappsen, seine Frau Sabine, Helge Hildebrandt und Tim Kruse sorgen im Laden dafür, dass Kunden sich empfangen fühlen. (Quelle: Onusseit)
Werkstatt-Team
Service wird bei Petersen groß geschrieben. Die Mannschaft, wie hier das Werkstatt-Team, trägt Entscheidungen auch deshalb mit, weil sie von Anfang an in die Prozesse eingebunden ist. (Quelle: Onusseit)
Mitarbeiter in der Mährroboter-Werkstatt
Relativ neu ist die moderne Werkstatt nur für Mähroboter und Akkutechnik. Die Anregung hierfür hat Petersen sich von einem Kollegen geholt und zweckmäßig umgesetzt. (Quelle: Onusseit)
Preis-Übergabe Motorist des Jahres 2021 an Christian Petersen.
Christian Petersen ist „Motorist des Jahres 2021“. (Quelle: RM-Handelsmedien)
Zuschauer
Großer Bahnhof in Niebüll: Für die Mitarbeiter und Gäste war die Auszeichnung von Christian Petersen zum „Motorist des Jahres 2021“ ebenfalls etwas Besonderes. (Quelle: Onusseit)
zuletzt editiert am 03.11.2022