Mann am Rednerpult
Alessandro Malavolti, Präsident der FederUnacoma, auf der Jahreshauptversammlung des Verbands Ende Juni 2022 in Bologna. (Quelle: FederUnacoma)

Handel & Hersteller

30. June 2022 | Teilen auf:

Italiens Landmaschinensektor zeigt sich weitgehend stabil

Ende Juni traf sich der Verband der italienischen Land- und Grünpflegemaschinenhersteller FederUnacoma zu seiner Jahreshauptversammlung in Bologna. Dabei gab man auch einen Ausblick auf die Marktentwicklung.

Demnach sind die Zulassungszahlen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 zwar rückläufig, die Verkaufszahlen jedoch noch immer hoch. Traktoren etwa liegen trotz eines Rückgangs in den Anmeldungen um 11 Prozent weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der letzten vier Jahre. Alessandro Malavolti, Präsident der FederUnacoma, spricht daher von einem "technischen Abschwung", der nicht auf einen tatsächlichen Nachfragerückgang, sondern auf Probleme in den Lieferketten zurückzuführen ist, die das Tempo der Auslieferung von Maschinen verlangsamt haben. Vom Rückgang betroffen waren nahezu alle Produktgruppen, die für den Verband relevant sind. Gut behauptet hat sich das Segment der Garten- und Landschaftsbaumaschinen. Auch sie erfuhren im ersten Quartal 2022 einen Rückgang (- 7,4 %), was laut FederUnacoma nach einem weitgehend positiven Endergebnis für 2021 (+14 %) nicht verwundert.  

Produktion wächst

Auch aktuell steigt das Volumen der italienischen Produktion von Landwirtschafts- und Grünpflegemaschinen und der dazugehörigen Komponenten. 2021 wurden im Land 59.000 Traktoren gefertigt. Dies entspricht einem Wert von 2,1 Milliarden Euro und einem Plus von 18,7 Prozent gegenüber 2020. Der Produktionswert von Geräten und anderen Landmaschinen verbesserte sich ebenfalls um fast 20 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Traktoren- und Ersatzteile verzeichnet mit plus 21 Prozent ebenfalls ein deutliches Wachstum und überstiegen die Milliardenschwelle. Addiert man hierzu noch die Zahlen für das breite Segment der Komponenten, das 2021 geschätzt 3,3 Milliarden Euro erreicht hat, sowie die Zahlen für Maschinen und Geräte für den Gartenbau (970 Millionen), erreicht der Produktion Agro-Mechanik-Sektors Italiens 13,7 Milliarden Euro. Angetrieben war und ist die Nachfrage mit etwa 70 Prozent weitgehend vom europäischen Ausland und den USA. Schon 2021 verzeichnete man einen Exportanstieg von 20,5 Prozent, im ersten Quartal dieses Jahres waren es bereits plus 9,7 Prozent.

Kosten hemmen Wachstum

Torpediert wird die Entwicklung von steigenden Produktionskosten. Diese bergen laut FederUnacoma die Gefahr, sich bremsend auf die Produktionsraten auszuwirken ebenso auf die Listenpreise. Seit April 2021 sind die Preise für Rohstoffe um 72 Prozent gestiegen. Dies droht nach den Worten Malavoltis dem Maschinenmarkt zu schaden: Im Laufe des Jahres könnten die landwirtschaftlichen Betriebe weniger Spielraum haben, um in den Kauf neuer Fahrzeuge zu investieren. Gleichzeitig könnte die Industrie gezwungen sein, die Preislisten anzupassen, um den erheblichen Anstieg ihrer Produktionskosten aufzufangen.

zuletzt editiert am 26.07.2022