Ein grüner Traktor wird auf einem LKW transportiert, umgeben von weiteren Traktoren und Bäumen im Hintergrund.
Das Mannheimer Werk ist der größte Traktorenstandort von John Deere außerhalb Nordamerikas. (Quelle: Stefan Longin)

Handel & Hersteller 2026-10-20T12:11:10.862Z John Deere blickt auf 70 Jahre Produktion in Europa

Seit nunmehr 70 Jahren fertigt John Deere auch in Europa. Zum größten Standort zählt hier heute Deutschland mit rund 7.000 Mitarbeitenden.

Bereits 1956 begann die europäische Produktionsgeschichte von John Deere mit der Mehrheitsbeteiligung an der Heinrich Lanz AG. Die damalige Übernahme umfasste Produktionsstandorte in Mannheim, Zweibrücken und Getafe in Spanien und markierte den Einstieg des Unternehmens in die industrielle Fertigung in Europa. Bereits deutlich zuvor gab es Verbindungen. So trafen sich Heinrich Lanz und Charles Deere bereits 1902 in den USA und tauschten sich über Entwicklungen in der Landtechnik und industriellen Fertigung aus. Ein halbes Jahrhundert später war es dann so weit: Mit dem Einstieg von John Deere bei Lanz entstand in den Folgejahren ein europäisches Produktions- und Entwicklungsnetzwerk, zu dessen wichtigen deutschen Fertigungs- und Produktionsstandorten bis heute Mannheim, Zweibrücken und Bruchsal zählen. Rund 7.000 Mitarbeitende beschäftigt Johne Deere hierzulande insgesamt. Europaweit sind es noch einmal 10.000 mehr. 19 Standorte zählt der europäische Fertigungsverbund einschließlich der Wirtgen Group sowie ein europäisches Technologie- und Innovationszentrum in Kaiserslautern, vertreten ist John Deere in etwa 30 europäischen Märkten.  

Mehr als zwei Millionen Traktoren

Bereits mit der frühen Übernahme von Lanz wurde Mannheim zum Zentrum der europäischen Traktorenproduktion. Schon 1960 wurden dort die ersten von John Deere entwickelten Traktoren vorgestellt, noch unter dem Label John Deere-Lanz. Heute werden in Mannheim die Traktorenserien 6M und 6R im Leistungsbereich von 90 bis 260 PS gefertigt. Bezieht man die frühen Lanz-Jahre mit ein, rollten seit 1921 mehr als zwei Millionen aus den Hallen. Mannheimer ist damit der größte Traktorenstandort von John Deere außerhalb Nordamerikas. Gleichzeitig entstanden spezialisierte Produktionshubs für weitere Produktbereiche: Zweibrücken wurde im Verlauf dieser Entwicklung zum Kompetenzzentrum für selbstfahrende Erntemaschinen. Heute entstehen dort Mähdrescher der Baureihen T5 und T6 sowie S7 für nationale und internationale Märkte. In den vergangenen Jahrzehnten wurde das Werk kontinuierlich an die Anforderungen moderner Erntetechnik angepasst, 2025 kamen zusätzliche Kapazitäten für die Aufbereitung zertifizierter Gebrauchtmaschinen hinzu. Eine besondere Rolle innerhalb des Fertigungsnetzwerks nimmt Bruchsal ein. Dort werden nicht nur Fahrerstationen und Kabinen für Traktoren, Mähdrescher, Feldhäcksler und selbstfahrende Feldspritzen gefertigt. Auch das europäische Ersatzteilvertriebszentrum von John Deere ist dort angesiedelt.

zuletzt editiert am 20. Oktober 2026
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