"Es saugt und bläst der Heinzelmann ..." nur wenige Deutsche können diesen Klassiker von Loriot nicht fortsetzen. Kehrsaugmaschinen sind zwar keine gerade kleinen Heinzelmänner, können dafür aber auch zwei Dinge auf einmal.
Was die Multitasker auszeichnet, dazu hier mehr. Sind es fünf Prozent, sind es zehn Prozent der Anteil der Motoristen beim Absatz der handgeführten Kehrsaugmaschinen wird von den Herstellern als eher gering angesehen. Besteht hier etwa noch Potenzial? Das geschätzte Marktvolumen von unter 3.000 Geräten und einem Wert von um die 3,5 bis 4,0 Mio. Euro wird derzeit im Wesentlichen über den Reinigungs-Fachhandel und die Hersteller selber abgewickelt. Daran wird sich nach deren Einschätzung in Zukunft auch nicht so viel ändern. Einsatzbereich, Anwender und Volumen dieses ganz speziellen Produktsegments sind zu klein, um eine deutliche Veränderungsbewegung im Markt auszulösen. Dafür mag auch sprechen, dass der Begriff "Kehrsaugmaschinen" einer der wenigen ist, für den nach der Google-Eingabe kein Artikel des weltweiten Internetlexikons Wikipedia angezeigt wird. Dafür allerdings ist das Angebot, das der Markt bietet, und die Marken, die mit von der Partie sind, eigentlich zu groß. Da ist allein schon die Auswahl zwischen mit Verbrennungsmotoren betriebenen Geräten und solchen mit Elektromotoren. Nahezu jeder Anbieter stellt diese beiden Varianten zur Verfügung und deckt damit die verschiedenen Einsatzgebiete der handgeführten Kehrsaugmaschinen ab. Nicht motorisierte Geräte, die über Handantrieb arbeiten, sind in diesem Produktsegment eher die Ausnahme.
Typischer Vertreter
Ein typischer Vertreter seiner Art ist der Hako-Hamster 800: Er ist speziell für die staubfreie Reinigung kleiner bis mittlerer Flächen ausgelegt. Die handgeführte Kehrsaugmaschine ist mit dem robusten Ganzstahlchassis und der hohen Kehrleistung für den Einsatz im Gewerbebereich und bei Dienstleistern konzipiert. Verschiedene Ausstattungsmerkmale sorgen dabei nach Herstellerangaben für ein entspanntes, komfortables und sicheres Arbeiten. Der Hamster 800 ist sowohl mit Verbrennungsmotor als auch mit Elektroantrieb erhältlich. Damit schafft die kleine Kehrsaugmaschine mühelos Steigungen von bis zu 12 %, ohne dass sich der Bediener anstrengen muss. Die E-Variante ist mit einem On-Board-Ladegerät ausgestattet, so dass der Akku überall geladen werden kann ohne dass ein separates Ladegerät mit zum Einsatzort genommen werden muss und ohne dass störende Kabel notwendig sind. Hauptkehrwalze und der große Seitenbesen sind so aufeinander abgestimmt, dass auch in Kurvenfahrten dank der guten Überlappung Schmutz sauber aufgekehrt wird. Auch im Hamster 800 kommt wie bei den großen Brüdern der Jonas-Serie das Take-it-easy-Konzept zum Einsatz: Das Kehrgut wird in zwei Behältern aufgefangen, die zum Entleeren einfach hinten aus der Maschine entnommen und z. B. in eine Mülltonne entleert werden. Dank der zwei Einzelbehälter bleibt das zu handhabende Gewicht auch voll gefüllt gering das schont den Rücken. Der zur Anpassung an die Körpergröße höhenverstellbare und zur Behälterentleerung nach vorne schwenkbare Bedienholm gewährt dabei freien Zugang zu den Behältern ganz ohne Verrenkungen. Über eine Großgutklappe können auch größere Kehrgüter aufgenommen werden das spart Handarbeit. Ein effektives Filtersystem mit langen Standzeiten sorgt für staubfreies Arbeiten, ein Abrüttelsystem stellt die Filterleistung schnell und sicher wieder her.
Allgemeine Leistungsmerkmale
Damit sind die wesentlichen Leistungsmerkmale, die die Produkte dieses Segments auszeichnen, angeführt: Antrieb, Manövrierbarkeit, Kehrleistung, Filter- und Walzensystem sowie die Aufnahmemöglichkeit auch größerer Abfälle. Neben den beiden unterschiedlichen Antrieben Verbrennungsmotor oder Elektromotor unterscheiden sich die verschiedenen angebotenen handgeführten Kehrsaugmaschinen auf den ersten nach den Antrieben ist es eigentlich der zweite Blick grundlegend in den Walzen- bzw. Kehrsystemen. Beide Verfahren, das klassische Schaufel- als auch das Überkopfprinzip kommen bei den Maschinen zum Einsatz. Dabei betonen die Hersteller der Geräte mit Überkopfprinzip immer die bessere Ausschöpfung des Volumens der Auffangbehälter. Das Entleeren der Behälter ist in den meisten Fällen ohne größeren Aufwand möglich, wie das Beispiel der KM 75/40 W von Kärcher verdeutlicht: Mit der Maschine hat der Hersteller eine handgeführte Kehrsaugmaschine auf dem Markt, die sich durch eine sehr einfache Bedienung auszeichnet vom Absenken des Seitenbesens bis zur Entleerung des Schmutzbehälters. Großer Wert wurde auch auf Wartungsfreundlichkeit gelegt. Bei Gebäudereinigern und Autohändlern wird die Maschine genauso zum Einsatz kommen wie in Handwerksbetrieben, Tankstellen, Kommunen und in der Industrie. Alle Bedienelemente wie Motorstart, Absenken des Seitenbesens und Filterabreinigung sind für den Anwender in Reichweite übersichtlich angeordnet. Die Grobschmutzklappe lässt sich mit einem Griff am Schubbügel öffnen. Der Schmutzbehälter fasst 40 l und kann praktisch ganz gefüllt werden, da die Kehrwalze nach dem Überwurfprinzip arbeitet. Das Entleeren des vollen Behälters ist besonders Kräfte sparend möglich: An seinem ausziehbaren Trolley-Griff lässt er sich wie ein Reisekoffer auf Laufrollen ziehen. Im Chassis sind rechts und links zwei Griffmulden eingearbeitet, an denen man die Maschine einfach anheben kann, z. B. für den Transport in ein Fahrzeug oder auf einen Anhänger. Zum Verstauen ist der Schubbügel umklappbar.
Alles gefiltert
Wirksame Filter sind bei den handgeführten Kehrsaugmaschinen Standard. Die Differenzierung zeigt sich hier bei der Reinigung der Filter und der teilweise automatischen Abschaltung des Filterbetriebs beim Ansaugen von feuchten Materialien. Die von Hand durchzuführende, mechanische Reinigung der Filter in den Geräten bildet im Angebot der Hersteller eher die Ausnahme, weitgehend ist eine automatische Reinigung der eingebauten Filter verfügbar. Da sich die Filter aber bei der Aufnahme von feuchtem Kehrgut zusetzen, verfügen verschiedene Geräte über die Möglichkeit, den Saug-Luftstrom am Filter vorbeizuführen um so der Verstopfung des Filters vorzubeugen. Beispielhaft hier: Die Kehrsaugmaschinen von Wilms: Die selbstfahrenden Kehrsauger KS 850 und KS 850 E wurden mit einem auswaschbaren Polyester-Filter ausgerüstet und haben eine elektrische Filterabrüttlung. Der Filter ist einfach ohne Werkzeug auszutauschen. Der elektrische Antrieb für den Rüttler erfolgt bei dem Benzingerät über eine kleine Lichtmaschine und bei der Elektroausführung über die vorhandene Batterie. Mit dem Drehschalter der Saugabschaltung wird auch der Rüttler eingeschaltet. Der Rüttler arbeitet nur, wenn die Absaugung ausgeschaltet ist. Ferner sind die Rundriemen-Antriebe der Seitenbesen ersetzt durch Keilriemen, um eine bessere Kraftübertragung zu bekommen. Die Benzinmaschine hat einen neuen Viertakt-Honda-Motor DC 135 mit einer größeren Leistung von 2,9 kW und noch bessere Abgaswerte, die der EU-Norm entsprechen. Beide Kehrsauger arbeiten nach dem Überkopfsystem, d. h. die Bürste wirft das Abfallgut von oben in den serienmäßig vorhandenen 40-l-Behälter, um besonders viel aufnehmen zu können. Die geringen Abmessungen: (L x B x H mm) 1.440 x 880 x 1.050 erlauben auch den Betrieb auf kleinen Flächen und in schmalen Gängen. Einschließlich Seitenbesen beträgt die Kehrbreite 850 mm. Die theoretischen Kehrleistungen betragen 4.900 m²/h und die praktischen ca. 4.100 m²/h. Bei günstigen Preisen bieten diese Maschinen ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis.
Breites Einsatzfeld
Die Einsatzbereiche der handgeführten Kehrsaugmaschinen sind breit gefächert. Auch die Herstellerangaben geben hier keine klare Zuordnung bei den Bereichen "öffentliche Hand", "Industrie", "Handwerk" und "übrige Anwendungsbereiche". Die Einschätzungen denn gesicherte Daten liegen nicht vor bewegen sich zwischen der gleichmäßigen Aufteilung aller vier Bereiche bis hin zu Werten von jeweils um die zehn Prozent bei den ersten drei Bereichen und einem hohen diffusen Anteil bei den übrigen Anwendungen. Der Grund für diese Unsicherheit der Zuordnung von Zielgruppen und Anwendungen könnte an der Zwischenstellung des Produktsegments zwischen den handgeführten Kehrmaschinen zum einen und den Aufsitzmaschinen zum anderen liegen. Denn zu den komfortableren, selbst fahrenden Geräten geht laut Aussage einiger Hersteller der Trend. Dem würde auch das Angebot in Sachen Leihgeschäft und/oder Leasing entsprechen. Verschiedene Hersteller, die auch für größere Maschinen diese Varianten der Nutzung für den Anwender bzw. die Möglichkeit für den Handel anbieten, stellen auch für die handgeführten Kehrsaugmaschinen solche Möglichkeiten zur Verfügung. Allerdings scheint dies, wie die Rückmeldung der Hersteller zeigt, im Markt wenig ausgeprägt und eine Begleiterscheinung zu anderen, größeren Geräten zu sein. Exemplarisch hier noch einmal die Aussage von Kärcher: "Grundsätzlich vermietet Kärcher alle Geräte, die seitens gewerblichen Endkunden nachgefragt werden. In der Praxis zeigt sich jedoch der Trend zu den höherwertigen Geräten (Aufsitzmaschinen) und den so genannten Exoten. Die momentane wirtschaftliche Situation im Bereich der Vermietung ist durchweg positiv. Durch flexible Vertragsgestaltung hinsichtlich Laufzeit,Kündigungsmöglichkeit oder optionaler Übernahme nach Mietende, zeichnet sich bei diesem Hersteller eine steigende Nachfrage nach Mietgeräten ab. Hier werden unter anderem Auftragsspitzen und Sonderreinigungen, die eine Investition nicht rechtfertigen, durch die Miete abgedeckt."
Unterschiede im Detail
Bei den Anforderungen an die Standards der handgeführten Kehrsaugmaschinen finden sich die Anbieter im Segment auf Basis der Herstellerangaben auf Augenhöhe. Die Unterschiede stecken wie immer in den Details. Es bleibt die Frage nach dem Potenzial des Produktbereichs für den Motoristen. Als Abrundung des Sortiments und mit den richtigen Zielgruppen sowie im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Anbietern der Geräte über dieses Segment hinaus: why not? Der Aufbau als eigenständiger Kompetenzbereich dürfte dagegen eher problematisch sein: Zu differenziert sind die Zielgruppen, zu unscharf die Abgrenzungen des Produktbereichs nach unten zu den handgeführten Kehrmaschinen und nach oben zu den Varianten als Aufsitzmaschinen.
Anbieterliste
D.D.V., 47829 Krefeld
Echo, 72555 Metzingen
IP Gansow, 59425 Unna
Hako-Werke, 23843 Bad Oldesloe
Iseki-Maschinen, 40670 Meerbusch
Alfred Kärcher, 71364 Winnenden
Kenter Bodenreinigungsmaschinen, 89340 Leipheim
Heinrich Moerschen, 47918 Tönisvorst
Nilfisk-Alto, 89287 Bellenberg
Stolzenberg, 49124 Georgsmarienhütte
Vert Service S.A., B-4651 Herve-Battice
von Oertzen, 22949 Ammersbek
Hans Wilms, 41238 Mönchengladbach