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Die Verbraucher haben 2020 kräfitig in den Garten investiert. Das muss sich 2021 nicht so fortsetzen.

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04. March 2021 | Teilen auf:

Kein Gartenmarkt-Boom in 2021

Der Gartenmarkt erzielte mit einem Plus von 9,7 Prozent im Pandemiejahr 2020 ein Rekordergebnis. Ob der Aufwärtstrend anhält, bleibt jedoch fraglich.

Dieses Fazit zog Branchenanalyst Klaus Peter Teipel von der Strategieberatung klaus peter teipel research & consulting im Rahmen seines Vortrags „Der Gartenmarkt 2020/21 unter dem Einfluss von Covid 19“ anlässlich des 20. IVG Medientags Garten. „Kein Jahr wie jedes andere“: Dieses Motto greift demnach nicht nur für das traditionelle Medienevent, das zur Stunde wie schon gestern im digitalen Raum stattfindet. Die Corona-Pandemie hat auch das Branchengeschehen 2020 maßgeblich beeinflusst. „In der Pandemie wurden marktübliche Mechanismen nahezu vollständig außer Kraft gesetzt“, konstatiert Teipel. „Aufgrund des Lockdowns verbrachten die Menschen mehr Zeit zu Hause, wodurch Wohnung und Garten verstärkt im Fokus standen und sinnstiftende Heimwerkertätigkeiten gefragt waren wie nie zuvor.“

Plus von 16 Prozent bei Gartenhartware in 2020

Die ermittelten Zahlen für 2020 zeigten dann auch, dass sich der Gartenmarkt in der Pandemie sehr gut behaupten konnte. Denn mit 20,7 Milliarden Euro (2019: 18,7 Milliarden Euro) erzielte er ein sehr gutes Ergebnis. Insbesondere die Gartenhartwaren (+16,2 %), der biologisch-chemische Bedarf (+14,3 %) und Lebendes Grün (+4,1 %) konnten deutlich zulegen.

Ende des Aufwärtstrends?

Ob sich der Positivtrend fortsetzt, bleibt jedoch fraglich. „Angesichts des erreichten Umfangs ist für den Gartenmarkt 2021 nicht von weiteren Zuwächsen auszugehen“, stellt Teipel demnach für dieses Jahr klar. Denn die Sehnsucht nach Reisen, Gastronomie und Kultur auf Seiten der Bevölkerung sei ungebrochen. Sobald es die Rahmenbedingungen zuließen, würden diese Ausgabenbereiche seiner Ansicht nach wieder in starker Konkurrenz zum DIY und damit auch zum Gartenbereich stehen und die finanziellen Spielräume für diese Verwendungsbereiche wieder einengen. „Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass die Pandemie in vielfacher Hinsicht deutliche Spuren hinterlassen wird“, erklärt Teipel. Er rechnet daher aktuell mit einem Minus von 3,2 Prozent.

Zuwachs eher bei Lebendgrün möglich

Immerhin: Anzeichen für einen größeren Einbruch des Marktes seien derzeit nicht auszumachen, so Teipel. Jedoch sei in 2021 bei Vertriebswegen, die 2020 hohe Zuwächse erzielt haben, tendenziell eher mit Umsatzrückgängen zu rechnen. Einzige Ausnahme bilde der E-Commerce, der 2020 auch im Gartenbereich „durch die Decke ging“. Auch auf der Sortimentsebene zeichnen sich für den Branchenanalysten Verschiebungen ab. Während 2020 Einrichtungs- und Ausgestaltungsthemen im Vordergrund standen, könnte demnach im laufenden Jahr lediglich das Thema Lebendgrün wieder leicht an Fahrt gewinnen. In diesem Zusammenhang werde das „Jahrzehnt des Zuhauses“ Chancen und Herausforderungen für das stationäre wie auch das Online-Geschäft im eigenen Zuhause und damit auch für den Gartenbereich bieten.