Nach der ersten Sichtung des eingesandten Materials hätte der Titel heißen müssen: „Nichts Neues bei Kleintraktoren“. Erst auf den zweiten Blick erschloss sich das Bild einer Branche, die vor vielfältigen Veränderungen und Herausforderungen steht. Neue Vertriebskanäle, neue Anbieter, erste Anzeichen von Marktsättigung, weiter sinkende Margen, Internet, GPS, Google Glass, Mähroboter oder neue Abgasnormen – sehr vieles ist in Bewegung im Markt für Kleintraktoren bis 50 PS Leistung.
Wie zu erwarten, kommt es wohl heuer zu einer Marktkonsolidierung - ein völlig normaler Vorgang nach Jahren des Booms. Genaue Absatzzahlen sind in diesem Marktsegment wie immer schwer zu ermitteln, aber es zeichnet sich eine Stabilisierung auf hohem Niveau ab. Spannend wird zu beobachten sein, wie sich die vielen Veränderungen im Vertrieb auf den Markt auswirken werden. Ganz besonders interessiert es den Handel natürlich, ob sich die Margenspirale weiter nach unten dreht.
Internet schon spürbar?
Besonders interessiert hat uns diesmal, wie die Anbieter das Internet beurteilen. Ist es schon ein ernstzunehmender Vertriebskanal, in dem bereits Umsätze gemacht werden, oder dient es weiterhin nur zur Information? Die Antwort: Man scheint sich im Internet zu informieren, aber ohne direkten Kontakt - zumindest telefonisch - wird wohl noch kein Schlepper verkauft. Sehr wohl werden Verkäufe dann aber zur finanziellen Absicherung über E-Bay getätigt.
Mancher wird sich sicher fragen, was Google, Google Glass, GPS und Mähroboter in einem Artikel über Kleintraktoren zu suchen haben? Auch hier rentiert sich der zweite Blick. An den Leistungsdaten des im Artikel aufgeführten Mähroboters lässt sich erahnen, dass hier Technologien entwickelt werden, die unter bestimmten Einsatzbedingungen durchaus Konkurrenz für Kleintraktoren darstellen. Erste Praxisbeispiele im Sportplatzbereich gibt es bereits. Auch in anderen Einsatzbereichen, wie z. B. im Obst- und Weinbau, sind Selbst- oder Fernsteuertechnologien durchaus schon im Einsatz. Bei YouTube lassen sich dafür interessante Filme finden, beispielsweise „LS Traktor mit Selbstfahreinrichtung und Fernsteuerung“.
Vorerst abgeschlossen ist für die Schlepperklasse 19,0 bis 37,0 KW das Thema „Abgase“. Diese Fahrzeuge fallen in die Abgasklasse 3a. Deren gesetzliche Anforderungen können noch mit innermotorischen Technologien eingehalten werden. Darüber hinaus werden Systeme zur Abgasnachbehandlung benötigt, deren Platzbedarf sicher Einfluss auf die Fahrzeugbreiten haben wird.
Den Mähroboter Zuchetti L 400 – Importeur ist ZCS Germany in Pettstadt - führen wir in diesem Artikel als ein Beispiel neben anderen Anbietern auf, um zu zeigen, dass diese Fahrzeuggattung mit ihren aktuellen Leistungsdaten mittlerweile sehr wohl in den angestammten Einsatzgebieten von Kleintraktoren wildern kann. Der L 400 kann Flächen bis 30.000 m² selbstständig bearbeiten und wurde für ausgedehnte Flächen wie Parks, Golf-, oder Fußballplätze entwickelt. Der Roboter ist mit modernsten Techniken ausgestattet, wie etwa GPS+GPRS für maximale Präzision des Schnitts bis auf drei Zentimeter genau, Touchscreen-Fernsteuerungskonsole oder eine App für Smartphone zum Aktualisieren und zum Steuern des Roboters. Erste Praxisbeispiele, in denen anstelle eines klassischen Kleintraktors ein Mähroboter gekauft wurde, gibt es bereits! W.K.
Fazit
- Der Kleintraktorenmarkt bewegt sich derzeit auf einem hohen Absatzniveau
- Die Margensituation ist weiterhin angespannt, aber sowohl das Folgegeschäft als auch der Werkstatteffekt machen diesen Markt für Motoristen attraktiv.
- Intensive Beschäftigung mit dem Markt ist allerdings die Voraussetzung für den Erfolg - jeder sollte dazu seine individuellen Möglichkeiten realistisch einschätzen.
>> Der komplette Artikel ist in MOTORIST 4/14 erschienen. <<