Hochregallager leer
Auch in der Gartenbranche dürften sich die Läger nur langsam füllen. Quelle: chrono44 auf pixabay

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15. April 2021 | Teilen auf:

Lieferchaos hält an

Der Lieferverzug vieler Fabrikate dürfte die Branche weiter bewegen. Auch Branchenverbände der Gartenbranche stimmen auf weitere Wartezeiten und Preissteigerungen ein.

Wie der Industrieverband Garten heute mitteilt, hat die zeitweise Blockade des Suezkanals durch den havarierten Containerfrachter „Ever Given“ die bereits seit Monaten andauernde Entwicklung verschärft. Demnach müssen viele importierende Hersteller von Garten- und Baumarktartikeln ihre Kunden bereits seit Monaten vertrösten. Fehlende Container und Personalmangel aufgrund der Corona-Pandemie hätten weltweit die Produktivität auf allen bedeutenden Seefrachtrouten verringert und zudem für erhöhte Import- und Exportfrachtraten gesorgt. Laut dem Herstellerverband Haus & Garten e.V. (HHG) und dem Industrieverband Garten (IVG) e.V. ist eine Besserung derzeit nicht in Sicht.

Keine Besserung in Sicht

Zwar ist der Suezkanal wieder frei, doch die Probleme im globalen Frachtverkehr werden voraussichtlich noch einige Zeit anhalten. So hatten Unternehmen der Garten- und Baumarktbranche, die Waren in Asien – insbesondere in China – einkaufen, bereits vor der Havarie mit massiven Lieferengpässen, -verspätungen und mit explodierenden Frachtpreisen zu kämpfen. Weil derzeit so viele Container fehlen, explodieren die Preise, argumentieren die Branchenverbände: Wenn neue Frachtaufträge überhaupt noch angenommen würden, dann zu „historisch hohen Raten“, die bis zu 400 Prozent und mehr über dem üblichen Frachtpreis liegen.

Preisanpassungen unausweichlich

Dieses Preisgebaren habe zwar bereits Protest auf politischer Ebene ausgelöst. So hätten einzelne Verbände Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingelegt und die Verletzung bestehender Verträge durch die Reedereien moniert. Doch stellt die Verspätungen in den Abgangshäfen und die Aufkündigung von vertraglichen Bedingungen durch Seefrachtspediteure mit den damit einhergehenden steigenden Kosten für neue Aufträge nach wie vor insbesondere mittelständische Importeure vor große Probleme. Laut HHG und IVG sind Preisanpassungen für die Unternehmen daher auf Dauer nicht zu vermeiden.

Stimmung bei Motoristen

Auch im Motorgeräte-Fachhandel sorgen die Lieferengpässe und angekündigte Preisanpassungen der Hersteller derzeit für Ärger. Durch die Bank melden Händler, dass sie teils Monate auf lange bestellte Geräte warten müssen, manche dieses Jahr sogar gar nicht mehr lieferbar sind. Ausgenommen sind so gut wie keine Fabrikate. Noch versucht man, sich über Tauschbörsen zu behelfen. Doch auch das sehen viele Händler kritisch, ebenso den Umstand, dass knappe Ware bei manchen Fabrikaten im Online-Shop verfügbar ist, während der Fachhandel auf dem Trockenen sitzt.