Unternehmensführung 2014-01-20T00:00:00Z Marktübersicht Elektromäher

Gäbe es ausschließlich Elektromäher mit Kabel, wäre das Ende des Fachhandels nach Ansicht vieler der von uns befragten Lieferanten absehbar. Nach Schätzungen der meisten Hersteller und Importeure haben Motoristen gerade noch einen Marktanteil von etwa 10 bis 15 % am Verkauf dieser Produktgruppe. Nur ein einziger siedelte den Fachhandelsanteil noch bei 25 % an.

Was allerdings sehr erstaunt, ist die unterschiedliche Einschätzung der Gesamt-Rasenmäher-Verkäufe in Deutschland. Die Schätzungen reichen von 655.000 bis 960.000 Stück verkaufter Benzin- und Elektro-Rasenmäher im Jahre 2012. Der Anteil aller Elektromäherverkäufe wird in einer Bandbreite von 48 % bis etwa 60 % angenommen. Die höchste Zahl wurde uns übrigens übereinstimmend von zwei der Großen genannt. Wahrscheinlich liegt die tatsächliche Anzahl der in Deutschland im Jahr 2012 verkauften Rasenmäher irgendwo in der Mitte bei rund 800.000 Maschinen und damit die der Elektromäher bei etwa 400.000 Stück.

Nur drei Hersteller blicken skeptisch in die Zukunft, alle anderen erwarten für das Jahr 2014 eine konstante bis steigende Marktentwicklung des Elektrorasenmäher-Absatzes im Vergleich zu 2013. Der Umsatz wird selbstverständlich auch von den Witterungsbedingungen des nächsten Jahres abhängen. Übereinstimmend wird jedoch in diesem Segment eine Tendenz vom Fachhandel weg hin zum Internet und Baumarkt festgestellt. Der Motorist verliert hier weiter an Bedeutung. Die Preisentwicklung kann eigentlich auch gar nichts anderes bewirken.

Freude am Verkauf eines Elektrorasenmähers wird wohl kaum ein Fachhändler noch haben, wenn er auf Preise in der Fläche einsteigen will. Verkaufspreise von unter 50 Euro sind in Baumärkten zu finden, und im Internet geht’s natürlich noch billiger, nämlich für 29,90 Euro einschließlich Versandkosten für einen 1.000 W-Mäher mit 30 cm Schnittbreite. Man stelle sich vor, ein Kunde kommt mit so einem Gerät in die Werkstatt und verlangt, dass der defekte Schalter und das Messer erneuert werden. Da ist der Ärger vorprogrammiert.

Ungewohnte Offenheit

Auf die Frage an die Lieferanten, wer denn ihre Elektro-Rasenmäher produziert, haben nicht alle geantwortet, aber die, die es taten, geben zu, dass 95 % aus Fernost stammen. Interessant ist dabei die Feststellung, dass die niedrigsten Einkaufspreise dort bereits der Vergangenheit angehören, weil die Qualitätsansprüche der Verbraucher gestiegen sind. Man meint, die Geräte seien heute von „durchschnittlicher Qualität, die sich stetig verbessert“. Das wiederum verwundert nicht, wenn alle aus der gleichen „Küche“ kommen: Durchschnitt vom Durchschnitt ergibt zwangsläufig Durchschnitt.
Nach den Schätzungen der Hersteller sind also im Jahr 2012 nur noch etwa 5 %, das wären dann bestenfalls knapp 20.000 Geräte, in Deutschland selbst produziert worden. Das ist doch erschreckend, oder?

In den letzten zwei Jahren wurden im Schnitt 50 % des Elektromäher-Umsatzes mit Schnittbreiten unter 36 cm, 30 % mit Arbeitsbreiten zwischen 36 und 42 cm und etwa 20 % mit größeren Maschinen erzielt. Umsatzzahlen für Elektrogeräte mit Radantrieb wurden nicht genannt. Die sind aber sicher in den 20 % enthalten, da es sich um größere Geräte handelt.

Der ganze Artikel ist in MOTORIST 6/2013 erschienen

zuletzt editiert am 26. März 2021
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