Unternehmensführung 2014-10-02T00:00:00Z Marktübersicht Kettensägen

Das ein Motorist irgendwann einmal keine Kettensägen verkauft ist für die meisten unserer Leser sicher unvorstellbar. Aber einer derjenigen, den die Redaktion nach ihrer Meinung zur Marktentwicklung befragte, schrieb uns wörtlich: „In den kommenden Jahren wird der Umsatz der Akkugeräte dominant und bedeutet das Ende des Motoristen!“ Dem halten wir entgegen: „Totgesagte leben länger!“

Denn allen Unkenrufen zum Trotz behauptet sich ja die Spezies „Motorist“ im Markt, der täglich neue Herausforderungen parat hält, sei es im Wettbewerb mit den Baumärkten, dem Onlinehandel oder die Konfrontation mit neuen Techniken.

Fakt ist und bleibt: Kettensägen sind auch heute noch ein wichtiges Standbein für den stationären Handel. Mit den Forstwerkzeugen, mit dem Zubehör der Schutzkleidung sowie den Spezialölen und –kraftstoffen oder den Trends, wie beispielsweise den Carvingketten, sorgen Kettensägen weiterhin für interessante Zusatzverkäufe, auf die kein Motorist verzichten kann!

Bestandsaufnahme und Prognosen

Natürlich ist es schwer, belastbare Zahlen zur Marktentwicklung zu nennen, weil sich Hersteller und Importeure nicht gern in die Karten schauen lassen. Wir konnten in Erfahrung bringen, dass in Deutschland im Jahr 2012 etwa 350.000 Kettensägen im Wert von rund 110 Mio. Euro verkauft worden sind. Ein Jahr später waren es nur rund 330.000 Stück im Wert von rund 100 Mio. Euro. Damit liegt der rechnerische Stückpreis bei etwas über 300 Euro, wobei hier die Billigangebote des Onlinehandels und der Baumärkte zu Buche schlagen. Beim Motoristen dürfte dieser Stückpreis unserer Meinung nach eher bei 400 Euro angesiedelt sein.

Die überwiegende Zahl von Herstellern und Importeuren prognostiziert für das Gesamtjahr 2014 konstante bis steigende Absatzzahlen für Kettensägen; auch für das nächste Jahr wird eher mit höheren Stückzahlen gerechnet.

Strategie gegen Billigangebote?

Die Antworten der Hersteller und Importeure auf unsere Frage „Wie sollte die Fachhandelsstrategie gegen Billigangebote aussehen?“ offenbart eine allgemeine Ratlosigkeit. Die Antworten reichen von „keine“ bis „selber Billiggeräte anbieten“, „den Service für Billiggeräte verweigern“ und gipfelt in der Aussage „Man kann nicht immer im Leben gewinnen - leben und leben lassen“. Überspitzt und auf gut Deutsch heißt das: Gleiches mit Gleichem vergelten und mitmachen beim Preisdumping. Da sagen wir doch: Nein, danke!

Herstellerunterstützung

Vielfältig sind dagegen die Antworten auf die Frage „ Wie unterstützen Hersteller und Importeure die Absatzbemühungen des Handels?“ Neben Flyern, Postern und Anzeigen wird auf Aktions- und Sondermodelle, Testaktionen, nationale Werbekampagnen im Fernsehen, im Radio, in Zeitschriften oder auf Plakatwerbung gesetzt.

Ausbaufähig von Lieferantenseite ist sicher auch die Unterstützung in den elektronischen Medien. Noch zu oft wird dem Fachhandel nur ein Unterschlupf in 08/15 Internet-Auftritten angeboten, der damit aber nur seine individuelle Note und damit sein Alleinstellungsmerkmal aufgibt. H. J. Schmidt, Ing.

Im Ganzen erschienen ist der Beitrag in Motorist 5/14.
Inhaltsangabe der Ausgabe MOTORIST 5.2014 (PDF, 1.1 MB)

zuletzt editiert am 26. März 2021
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