Unternehmensführung 2014-04-03T00:00:00Z Mein Geld

Man könnte viel Geld damit verdienen wüsste man genau wann die Zinswende kommt. Sie wird und sie muss kommen, damit die riesigen Schuldenberge der Staaten abgebaut werden können. Denn mit der Zinswende kommt huckepack auch die Inflation, die hilft, Schuldenberge schneller schrumpfen zu lassen.

Aber wie kann man sich selbst auf den drohenden Geld- und Kaufkraftverlust vorbereiten - und wo liegen die Pros und Kontras einer solchen Entwicklung?

Starke Verschiebungen

In den zehn Jahren seit der Einführung des Euro haben sich die Gewichte im weltweiten Handel extrem verschoben. Die Bedeutung der asiatischen Märkte als Produktionsstandort von Massenartikeln und die sehr viel günstigere demographische Struktur dieses Erdteils gegenüber Amerika und Europa führen auch zu veränderten Ausgabenstrukturen der Nationalstaaten. So werden heute kaum noch elektronische Artikel, Kleidung und Gebrauchsgegenstände in Europa produziert. Das hat gerade die Wirtschaften in Italien und Frankreich hart getroffen.

Der Euro, noch vor zwei Jahren in London und New York fast tot gesagt, erweist sich als überraschend stark, seit die Euroländer und die EZB ein klares Bekenntnis zum Euro ausgegeben haben. Die Rating Agenturen beginnen die Ratings für Griechenland, Irland, Spanien und Italien zu heben, während die Niederlande eine Abwertung hinnehmen musste.

Niedrigzinsen am Pranger

Niedrigzinsen bringen Sparer, Pensionsfonds, Lebensversicherungen und Renten in eine unkomfortable Lage.

Der Sparer bekommt keine adäquaten Zinsen auf sein Erspartes und dieses wird noch von der - zugegeben niedrigen - Inflation langsam aufgefressen.

Lebensversicherungen können zwar in einem breiteren Spektrum Geld anlegen, sind aber auch an Auflagen gebunden. Galten noch vor einigen Jahren Garantiezinsen von 4 %, so liegen sie heute bei knapp über 1 %.

Günstige Investitionen

Wer investieren will oder muss, findet in der augenblicklichen Niedrigzinsphase ein Schlaraffenland. Zinsen sind so niedrig wie nie. Selbst in den europäischen Krisenstaaten liegen die Zinsen wieder auf einem niedrigeren Niveau als vor der Einführung des Euro. Die niedrigen Zinsen sollten jedoch nicht dazu verleiten, Investitionen nur deshalb zu tätigen weil die Zinsen so niedrig sind. Das Investitionsprojekt muss immer aus sich selbst heraus wirtschaftlich sinnvoll sein.

Auch die Anlage in „Betongold“ - sprich Immobilen - ist nicht ohne Risiko.

Die Preise für Lebensmittel sind weltweit stark gestiegen. Würden andere Rohstoffe ebenfalls stark im Preis anziehen, so hätten wir weltweit eine einsetzende Inflation, selbst bei niedrigsten Zinsen.

Steigende Zinsen im Anleihenmarkt hätten dramatische Auswirkungen auf die Entwicklungsländer und die aufkommenden Industriestaaten mit Hyperinflation und Abfluss von riesigen Mengen von Investitionsgeldern.

Die Auswirkungen auf die Währungen wären ebenso dramatisch, weil die meisten Rohstoffe und Waren weltweit in Dollar gehandelt werden. Der steigende Dollarkurs hätte so langfristig auch Auswirkungen auf die Inflationsrate.

Fazit

Es ist schwieriger denn je, sein Geld richtig anzulegen. Viele Faktoren, die teilweise überraschend und schnell Raum greifen könnten, machen sparen und investieren zu einem Expertenthema. Leider gibt es zu viele „Experten“ die zunächst einmal ihr eigenes Schäfchen ins Trockene bringen. Es gibt zu wenig unabhängige Berater, die nur aus dem Zugewinn des Investments bezahlt werden, und dadurch ein eigenes Interesse haben, dass Investitionen lohnen.

Man kann darüber lange lamentieren, das Altersvorsorge, sparen und Kapitalaufbau sich in einer Niedrigzinsphase nicht mehr lohnen.

Das Gleiche gilt aber auch in einer Hochzinsphase, wenn diese von Inflation begleitet wird. Denn wir bauen aus dem Delta zwischen Inflation und Zins unser Kapital auf.

Das wird auf absehbare Zeit nicht der Fall sein, weil selbst bei Beendigung der Niedrigzinsphase erst mal Inflation, Konjunkturrückgang und Währungsverschiebungen einfache Kapitalprodukte unattraktiv machen.

Auf den Staat werden wir nicht setzen können, der muss das übergeordnete Ganze im Blick behalten.

Letztendlich wird sich jeder selbst helfen müssen - ob das mit fremder Hilfe oder durch eine längere Lebensarbeitszeit geschieht, bleibt dahin gestellt.

Frei verfügbares Einkommen zu erwirtschaften, das es möglich macht, selbst Vorsorge zu treffen, wird immer mehr zum Expertenthema, weil die Sozialsysteme bei immer mehr Nutzern und immer weniger Einzahlern teurer werden und Leistungen reduzieren.

Also: Hört auf zu sparen – lernt investieren, und zwar sehr egoistisch und nicht altruistisch. HEC Consulting

Der komplette Beitrag ist nachzulesen in MOTORIST 2/14.

zuletzt editiert am 26. März 2021
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