Unternehmensführung 2015-10-21T00:00:00Z Motorgeräte Scheffels - Zur Nachahmung empfohlen

Der Motorist Bernd Scheffels beteiligt sich von Anfang an am Stihl-Testtag. Er übernimmt aber nicht nur die Ideen seines Lieferanten, sondern ergänzt das Geschehen mit eigenen Aktivitäten.

Das war in diesem Jahr so erfolgreich, das wir darüber bereits kurz berichtet haben. Aber auch sonst ist der Motorist ein Beispiel für eine Erfolgsgeschichte. Hier weitere Details.

Inhaber ist Bernd Scheffels, der den Familienbetrieb zusammen mit seiner Frau Silke leitet. Beschäftigt sind insgesamt fünf Mitarbeiter. Im kürzlich erweiterten Verkaufsraum sind nur die Marken Stihl und Viking sowie Sabo zu sehen. Und auch in der Werkstatt werden nur diese Marken repariert. Ausnahmen sind alle Kundengeräte, die vor der Konzentration auf die drei Premiummarken verkauft wurden. „Die Konzentration bringt für uns enorme Vorteile auf Verkaufs- als auch Werkstattseite mit sich: Weniger Aufwand, höhere Effektivität, kleineres Lager, schnellerer Durchsatz, bis hin zu zufriedeneren Mitarbeitern, die einfach mehr schaffen,“ erklärt der Chef. „Und auch die Kunden wissen genau, was sie bei Scheffels erwartet,“ ergänzt er noch.

Das Jahr 2015 charakterisiert Scheffels mit einem Wort: „Toll“. Insgesamt konnten mit Stand September eine hohe vierstellige Zahl von Stihl-/Viking-Geräten und zusätzlich rund 250 Sabo-Rasenmäher verkauft werden.

Scheffels im Mittelpunkt

Und die Konzentration ist damit nicht zu Ende. Auf durchgängig allen Werbemitteln ist nur sein Logo und seine Hausfarbe zu sehen. Die Farbe ist ein sehr auffälliges Ferrari-Rot, gekrönt von einem markanten gelben Schriftzug „Motorgeräte Scheffels“ plus kompletter Adresse. „Wir wollen die Marke in unserem Verkaufsgebiet sein, und deshalb stehen wir im Mittelpunkt,“ sagt Scheffels selbstbewusst.

Die Verwaltung der enormen Verkaufsmengen wird über die installierte Sewiga-Software erledigt. Im Kundenverzeichnis sind derzeit über 10.000 Kontakte hinterlegt. Damit hat sich die Kundenzahl in wenigen Jahren um den Faktor 2,5 erhöht. Besonders erfreulich ist, dass viele neue gewerbliche Kunden hinzugekommen sind.

Der Stundenverrechnungssatz der Werkstatt liegt derzeit bei 50,00 Euro/h. Für den kompletten Durchlauf eines Gerätes durch die Werkstatt werden gerade einmal zwei bis vier Tage benötigt. Und selbst in dieser kurzen Zeit wird enger Kontakt mit den Kunden gehalten. Fehlt ein Teil, oder ergeben sich unvorhersehbare Schwierigkeiten, bekommt der Kunde sofort eine entsprechende Mitteilung.

Online-Präsenz

Scheffels hat für sich das Netz als Werbeplattform entdeckt. Die Seiten von www.oberberg-aktuell.de, auf denen er Werbung schaltet, haben pro Tag rund 20.000 Zugriffe. Und auf den eigenen Seiten zählt er noch einmal bis zu 8.000 Klicks im Monat. Sehr aktiv ist der Motorist auch bei facebook, wo ihm bereits rund 720 Leute folgen.

Oberberg Aktuell ist eine elektronische Tageszeitung, die sich in allen 13 Gemeinden des Oberbergischen Kreises großer Beliebtheit erfreut.

Scheffels aktualisiert seine Internetseiten i.d.R. alle drei bis vier Wochen; die facebook-Seiten deutlich öfter. Andere Werbeträger werden nicht mehr benutzt.

Vorbereitungen Testtag

Zum Testtag braucht es immer eines interessanten Lockmittels für die Kunden. Im letzten Jahr waren das 500 Vliesjacken, die zu einem symbolischen Preis angeboten wurden. Und die waren dann innerhalb von 2,5 h ausverkauft. Für das nächste Jahr sucht Scheffels noch nach einem ähnlich zugkräftigen Artikel.

Zusätzlich hatte er einen eigenen Prospekt in einer Druckauflage von 72.000 Stück produzieren lassen. In ihm standen 25 Angebote mit einem Nachlass von 20 % - wobei diese Angebote maximal bis zum nächsten Montag, 18.00 Uhr Gültigkeit hatten. Die Prospekte wurden eine Woche vor dem Testtag durch einen Dienstleister verteilt.

Zusätzlich wurden 300 DIN A2-Plakate aufgehängt. Sie waren auf Holztafeln geklebt und 10 Tage vor dem Fest aufgehängt worden.

Angebot für Frauen

Eine weitere Erfolgsidee war die Einbindung anderer Aussteller in das Geschehen auf dem weitläufigen Außengelände des Motoristen. Hier war die Idee, ein besonderes Angebot für Frauen zur Verfügung zu stellen. Organisiert war das Ganze als kleine Gewerbeschau von Firmen, Künstlern und Handwerkern aus der Umgebung. Scheffels hatten die potentiellen Aussteller angesprochen, und ihnen kostenlos einen Platz zugewiesen.

Gute Erfahrungen hat Scheffels auch mit der Vergabe des Caterings gemacht. Das erledigte ein Profi mit seinem Verkaufswagen. Auch er bezahlte keine Standgebühren und konnte sich über ein brummendes Tagesgeschäft freuen.

Am Testtag unterstützten insgesamt 22 Bekannte und Freunde den Motoristen, und auch die Feuerwehr stand ehrenamtlich bereit. „Ohne die vielen freiwilligen Helfer wäre das überhaupt nicht zu schaffen gewesen – und auch nicht wirtschaftlich darstellbar,“ meint Scheffels.

Der Kundenansturm am Tag war jedenfalls gewaltig.

Insgesamt hat der Testtag Scheffels mit allen Aktivitäten einen höheren fünfstelligen Eurobetrag gekostet. Hat sich der Aufwand gelohnt? „Ja,“ sagt Scheffels sofort. „Die Wirkung des Testtages spüren wir das ganze Jahr hindurch. Und mit allen im Zusammenhang mit dem Tag verkauften Maschinen ergibt sich ein satter Erfolg.

Besucher- und Käuferansturm

Und was hat Scheffels selbst an diesem Tag gemacht? Da muss er lächeln und antwortet: „Entscheidend ist, Ruhe und Übersicht zu bewahren. Immer mal wieder eingreifen, wenn es irgendwo hakt, denn genau das darf nicht passieren. Gespräche mit Kunden müssen kurz gehalten werden, ein Hinweis auf die besondere Situation des Tages darf nicht fehlen – und dann bleibt so ein Tag positiv im Gedächtnis.

Und zum Abschluss die Frage, ob sich der Motorist eine Wiederholung dieses außergewöhnlichen Erfolges in den nächsten Jahren vorstellen kann? Scheffels antwortet darauf so: „Im letzten Jahr hat vom Wetter bis zu den Aktionen alles perfekt geklappt. Unser Konzept ist rund und braucht nur wenige Korrekturen.  Ob es wieder so ein grandioser Erfolg wird, kann ich vorher schlecht einschätzen  – teilnehmen werden wir aber in jedem Fall. Trotz des Stresses vor und nach der Veranstaltung möchte ich den Erfolg aber nicht missen - und Spaß gemacht hat es ja letztlich auch!

Der Artikel ist in MOTORIST 5/15 erschienen.

zuletzt editiert am 26. März 2021
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