Im nächsten Jahr kann der Motorist Frommhagen sein 30. Betriebsjubiläum feiern. Im Vergleich zu alteingesessenen Motoristen mag die Zahl noch klein sein, aber was für ein Betrieb in der Zeit entstanden ist, kann sich sehen lassen. Der Erfolg des klassischen Familienbetriebes beruht zum großen Teil auf guter Arbeit, exzellenten Kundenbeziehungen sowie auf Kontinuität in Marken und einer erfrischend positiven Grundeinstellung. Alles ist langfristig ausgelegt und damit Teil des Erfolges.
Die Lage des Betriebes an einer vielbefahrenen Bundesstraße eines Mittelzentrums ist sicher eine ideale Voraussetzung, um gesehen zu werden. Dazu kam die Möglichkeit, zum richtigen Zeitpunkt weitere Flächen zukaufen zu können. Mit einer breiten Glasfront und hellen, großzügigen Räumen ist ein Motoristenbetrieb entstanden, der Kunden eine interessante Einkaufsatmosphäre vermittelt. Schon allein die Menge der ausgestellten Maschinen vermittelt Kompetenz. Die Einteilung nach Gruppen und die Ergänzung mit Handgeräten, Dünger oder Schutzkleidung tragen zum allgemeinen Eindruck bei.
Bekannt im Umfeld
Wilhelm Frommhagen, 59 Jahre alt, ist gelernter KFZ-Mechaniker. Diverse ehrenamtliche Aufgaben sind der Grundstein für seine Bekanntheit in der Region. Bis heute sind diese Kontakte Grundlage intensiver Kundenbeziehungen.
Von jeher gelten die gleichen Firmengrundsätze: Beste Beratung, hohe Werkstatt-Kompetenz mit kurzen Wartezeiten und das gepaart mit starken Marken. Dazu kommen eine strenge Kostenkontrolle, besonders auf Personalkostenseite, eine gute Abstimmung innerhalb des Gesamtbetriebes und eine umfangreiche Kundenkartei.
Auf Kundenseite ärgern ihn besonders Hektik und zur Schau getragener Zeitmangel. Frommhagen will Zeit für eine gute Beratung und zum Kunden-Small-talk haben. Locker geht er mit dem Thema „Beratungsklau“ um.
Langfristige Zusammenarbeit
Sabo und Wolf sind Frommhagens erste Marken, auch die ganz in der Nähe angesiedelten Rasenmäher der Marke Kynast verkaufen sich von Anfang an gut. Heute bilden die Stihl- und Viking-Geräte zusammen mit Sabo das Rückgrat der Verkäufe, unterstützt von Castelgarden, Honda und Iseki Kommunal. Immer wichtiger im Verkauf werden daneben Handgeräte und Ausstattung für die Gartenarbeit.
Von Beginn an arbeitet Ehefrau Mechthild mit am Aufbau der Firma. Zuerst im Büro, später wechselt sie immer mehr in den Verkauf. Heute „steht sie ihren Mann“ ganz selbständig im Verkauf, und ist nach Aussage ihres Mannes „diejenige, die mit den geringsten Rabatten am erfolgreichsten verkauft“.
Weit über die Grenzen seines Einzugsgebietes ist Frommhagen wegen seines vorzüglich bestückten Ersatzteillagers bekannt. „Da geht jedes Jahr eine Menge im Einzelverkauf über die Ladentheke – und das spricht sich letztlich natürlich im Kundenkreis herum, dass wir hier bestens helfen können, so der Junior. Hauptlieferant für die Ersatzteile ist die Firma Lehmann.
Geld in Werbung braucht er nur minimal zu investieren. Die Umsatzentwicklung zeigt trotzdem stetig nach oben. Übrigens auch letztes Jahr, das trotz schlechter Voraussetzungen wieder Zuwächse brachte. Im letzten Jahr wurde Geld vor allem für den Stihl-Testtag, mit Angliederung einen Tag der offenen Tür - Zwecks Vorstellung unserer neuen Geschäftsräume mit Werkstatt ausgegeben. Das Catering wurde dabei komplett an einen Dienstleister abgegeben. So hatte die eigene Mannschaft deutlich mehr Zeit, um sich um die rund 5.000 Besucher zu kümmern.
Aktuelle Entwicklungen
Das Internet schreckt Frommhagen nicht. An Stihl-online wird sich sein Betrieb beteiligen, Verkäufe über das Internet sind aber nicht vorgesehen.
Frauen als Entscheider
Zum Abschluss macht Frommhagen auf eine wichtige Erkenntnis aufmerksam. Immer mehr Frauen sind die Entscheider bzw. die treibende Kraft beim Kauf. Insofern ist er froh, dass in seinem Betrieb Frauen schon seit langem mitverkaufen.
Im Rückblick auf den Besuch fällt die langfristige, dennoch permanent an gesellschaftliche Entwicklungen angepasste Strategie des Motoristenbetriebes auf. Grundlagen sind die wenigen wichtigen, aber konsequent gelebten Erfolgsfaktoren des stationären Fachhandels, die sich damit auch in der heutigen Zeit bewähren. Und man wird das Gefühl nicht los, dass dieses Familienunternehmen keine Angst vor der Zukunft haben muss.
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