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Katharina Onusseit (Quelle: Fotostudio Balsereit)

Motorist kontrovers: Baumbergers Abgang 2024-07-01T22:00:00Z Motorist kontrovers: Fordert der Markt seinen Tribut?

Country-Manager Sven Baumberger verlässt Husqvarna. Motorist fragt sich, was die neue Dynamik im Gartenmarkt damit zu tun hat.

Heute ließ eine Personalie die Branche aufhorchen: Nach zuletzt Patrick Hermann im Februar verlässt nun auch Country-Manager Sven Baumberger Husqvarna. Dem Vernehmen nach im Guten, dennoch aber überraschend. Zum Oktober endet das Angestelltenverhältnis, bis dahin arbeitet man vertrauensvoll an der Übergabe der Aufgaben, hieß es auf Nachfrage von Motorist. „Country Manager“, das ist schon was - eine Rolle, die sich in einem komplexen Markt weder schnell noch leicht neu und gut besetzen lässt. Zum Glück ist interimsmäßig Hans-Joachim Endress zur Stelle: Dieser bekleidet aktuell zwar den Posten des Geschäftsführers von Husqvarna Deutschland sowie des Vice President Sales & Service Central and Western Europe und rangiert in diesem Sinne eine Managementstufe über Baumberger. Mit dessen Rolle, die er selbst einmal innehatte, ist er jedoch vertraut und so darf man hoffen, dass das Tagesgeschäft von Husqvarna während der Nachbesetzung hierzulande nicht leiden muss. Was jedoch ebenso nahe liegt, ist der Verdacht, dass nicht zuletzt die Dynamik im zusehends hart umkämpften Gartentechnikmarkt ihren Anteil an der oder den Personalien gehabt haben könnte. Oder anders ausgedrückt: Die Luft wird dünner im Akku- und Robotermarkt. Und das fordert sicher und gerade auch den führenden Akteuren immer mehr ab.

Wie andere in der Branche auch befindet sich Husqvarna in der Transformation. Mehr Akkutechnik lautet die Devise. Dazu drücken gerade im Segment der Mähroboter, wo Husqvarna jahrelang den Markt anführte, neue Wettbewerber nach. Das bis dato unangefochtene Standing droht zu bröckeln. Ganz abgesehen davon, dass Transformation immer auch Herausforderung bedeutet. Und Kosten. Wenn dann auf der anderen Seite wie bei der Husqvarna Group auch noch Aktionäre zufriedengestellt sein wollen, steigt der Druck. Es ist kein Geheimnis, dass Teile des Unternehmens im vergangenen Jahr weniger gut performten, gleichzeitig aber immer weiter investiert werden muss, wenn man die Akkutechnik und Robotik relevant voranbringen will. Doch gerade der Switch auf Batterietechnik kostet, gleichzeitig sind die Margen bei den Produkten oftmals geringer als bei den Verbrennern. So bleibt abzuwarten, wie sich das Feld sondiert. Und natürlich, wo es Sven Baumberger schlussendlich hinzieht. Motorist würde es bedauern, wenn er die Branche verlässt. Man darf also gespannt sein - in jeder Hinsicht.

zuletzt editiert am 26. Juli 2024