2018-09-24T00:00:00Z New Work – Arbeit in Zeiten der Digitalisierung

Wir sprachen mit Fabian Kienbaum, Chief Empowerment Officer von Kienbaum Consultants International, der sich auf dem 9. IVG Forum Gartenmarkt am 7. November im Mainzer Atrium Hotel in seinem Expertenvortrag eingehend mit dem Thema 'Digitalisierung' auseinandersetzen wird.

Das 9. IVG Forum Gartenmarkt findet am 7. November 2018 im Atrium Hotel in Mainz statt und steht unter dem Motto „Menschen – motivieren, kommunizieren, agieren“. Hochkarätige Referenten beleuchten in einem spannenden Vortragsprogramm den Menschen als Mitarbeiter, Kunden und Unternehmer. Die Veranstaltung ist in die drei Blöcke „motivieren, kommunizieren und agieren“ aufgeteilt, in denen die Referenten unterschiedliche Facetten des Menschen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Am Vorabend, dem 6. November, treffen sich zudem Handel und Industrie im Atrium Hotel zu einem Get-Together. Anmeldungen zum 9. IVG Forum Gartenmarkt sind über die Webseite des IVG möglich.

Kienbaum führt die Geschäfte der familien- und partnergeführten Beratungsgesellschaft Kienbaum und verantwortet die digitale Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe sowie das Investmentgeschäft. Sein Vortrag „NEW WORK – eine neue Arbeitswelt erfordert zeitgeistige Führung“, den er auf dem IVG Forum Gartenmarkt hält, setzt sich mit der Rolle der Führungskraft in einer Arbeitswelt auseinander, die durch das Nebeneinander von Etabliertem und Neuem gekennzeichnet ist. Aber nun zum Interview:

Herr Kienbaum, Ihr Vortrag auf dem IVG Forum Gartenmarkt hat den Titel „New Work – eine neue Arbeitswelt erfordert zeitgeistige Führung“. Was verbirgt sich dahinter?

Kienbaum: Das digitale Zeitalter wird von einem Zeitgeist begleitet, der uns alle herausfordert. Ganz besonders erfahren das derzeit viele Führungskräfte: Alles, was sich über Jahre bewährt hat und von der Mehrheit der Mitarbeiter akzeptiert wurde, wird nun auf einmal hinterfragt. Status, Gehalt und Titel sind nicht mehr so wichtig. Transparenz wird dafür unabdingbar.

Wofür steht der Begriff „New Work“?

Kienbaum: Die industrielle Revolution hat mit minuziöser Arbeitsteilung, klaren Hierarchien und Strukturen das klassische Bild von Arbeit geprägt. Ar-beitsprozesse wurden immer stärker standardisiert. Die digitale Vernetzung löst diese alte Arbeitsweise ab. Eigene Ideen und Wünsche sowie selbstbestimmtes Handeln treten immer mehr in den Vordergrund. Die Arbeitswelt steht also vor neuen Herausforderungen und Veränderungen.

Wie können Unternehmen auf diesen Wandel reagieren?

Kienbaum: Erst einmal muss sich jedes Unternehmen fragen: Was bedeutet New Work für uns? Wie wollen wir zukünftig zusammenarbeiten? Denn für New Work gibt es aus meiner Sicht keine Standardlösungen. In den Unter-nehmen muss es Räume für Experimente geben, um neue Formen und Arrangements von Arbeit zu testen.

Können Sie das konkretisieren?

Kienbaum: Das fängt bei der Attraktivität des Arbeitgebers an. Welches Arbeitsumfeld er bietet. Wie die Büroräume gestaltet sind. Ob es die Möglichkeit zum Home-Office gibt. Doch in erster Linie geht es darum, eine neue Vertrau-enskultur in den Unternehmen zu etablieren, in der sich New Work entfalten kann.

Welche Rolle kommt hierbei den Führungskräften zu?

Kienbaum: Als Führungskraft muss ich mich auf diesen Paradigmenwechsel bewusst einlassen. Nur so kann ich meinen Mitarbeitern gleichermaßen Orien-tierung, Sicherheit und Inspiration schenken.

Was zeichnet eine Führungskraft im Sinne von New Work aus?

Kienbaum: Das Rollenbild der Führungskräfte hat sich eindeutig gewandelt. Statt Patriarchen sind heute Moderatoren gefragt, die mit ihren Mitarbeitern auf Augenhöhe kommunizieren. Es geht darum, sie mit passenden Projekten, Themen und Teams zusammenzubringen, sie zu begeistern und ihnen Sinn zu vermitteln. Dazu gehört es auch, sich zurückzunehmen und den Mitarbeiter mit der entsprechenden Kompetenz einfach mal machen zu lassen.

Dieser Ansatz wird Führungskräften mit einem ausgeprägten Ego bestimmt nicht gefallen …

Kienbaum: Natürlich läuft dieser Ansatz diametral gegen das Ego eines Men-schen – jeder will gebraucht werden und unentbehrlich sein. Doch nur durch die Auflösung alter Hierarchien und Abhängigkeiten können neue Energien freigesetzt werden, kann sich Agilität ungebremst entfalten.

Inwieweit ist New Work bereits bei den deutschen Unternehmen angekommen?

Kienbaum: Die meisten Unternehmen beschäftigen sich nur oberflächlich mit der Frage, wie sie die Zukunft der Arbeit gestalten können: Zwar haben schon rund drei Viertel der deutschen Firmen das Trendthema New Work auf ihrer Agenda, aber viele Unternehmen begnügen sich damit, ihren Mitarbeitern zu erlauben, von zu Hause aus zu arbeiten anstatt zum Beispiel ihre Unterneh-menskultur weiterzuentwickeln. Hier liegt noch viel ungenutztes Potenzial.

zuletzt editiert am 26. März 2021
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