Messen & Veranstaltungen 2011-07-08T00:00:00Z Platz für die asiatischen Anbieter

In diesem Jahr fand die Messe spoga + gafa fast ohne deutsche Motorgeräte-Hersteller statt. Al-Ko war der einzige namhafte Hersteller, der noch vertreten war. Das aber so ungewöhnlich, dass ihm viel Aufmerksamkeit zuteil wurde. Ansonsten beherrschten die Ausländer vor allem die Asiaten das Feld. Und die haben richtig aufgedreht.

Neben Al-Ko war aus dem Ersatzteilbereich unserer Branche noch ratioparts mit einem größeren Stand vertreten. Die Günzburger hatten um ihren Stand herum hohe Sichtschutzwände aufgestellt und im Vorfeld persönliche Eintrittskarten verschickt. Das hatte vor allem den Zweck, unerwünschte "Kopierer" fernzuhalten. Die Eintrittskontrolle wurde auch konsequent umgesetzt und hatte den Effekt, dass so mancher unverrichteter Dinge seiner Wege ziehen musste. Auf dem Stand äußerte man sich über die Besucherzahlen sehr zufrieden. Wohl seien insgesamt weniger Besucher zur Messe gekommen, hieß es weiter, aber die Qualität der Gespräche sei dafür sehr hoch gewesen.

Ratioparts hatte im Vorfeld der Messe viele Einladungen an seine Kunden verschickt und auch nachgefragt, ob diese auch die Absicht hätten, zur Messe zu kommen. Darauf aufbauend waren die Erwartungen hoch mussten dann aber wegen ausbleibender Besucher zurückgeschraubt werden. Das Unternehmen äußerte sich auch kritisch gegenüber der Messe, die sich im Umgang als unflexibel und ideenlos gezeigt habe. GGP präsentierte seine Neuheiten in einem an die KölnMesse angrenzenden Hotel, also außerhalb der Messe.

Auf den Gängen waren viele europäische Herstellervertreter zu finden, die sich vor Ort selbst ein Bild machen wollten. Und die natürlich nach Kopien ihrer Geräte Ausschau hielten. Die wurden dann auch gefunden und konsequent aus dem Verkehr gezogen. In der Maschinenhalle 7 traf man auf die Asiaten, die alles an Gartenmaschinen zu bieten hatten, was man sich nur denken kann. Einige haben sich von der bisherigen Stand-Einheitsgröße verabschiedet und sich mit europäischen Ständen aus der Masse deutlich hervorgehoben. Auffällig war auch, dass die Verarbeitungsqualität der fernöstlichen Maschinen deutlich zugenommen hat. Das führt zwangsläufig zu der Frage, ob sich unsere Branche einen Gefallen damit getan hat, sich von der gafa zu verabschieden. Realistischerweise wird derzeit diese Frage sowohl von Handels- und besonders von Herstellerseite aus mit einem überwiegenden "Ja" beantwortet. Man sei froh, in diesem Jahr dort nicht ausgestellt zu haben, so eine auf dem Messerundgang eingefangene Herstellerstimme. In der Zwischenzeit nimmt die Zahl der Händlertreffen und Roadshows weiter zu. Dabei ist es für die führenden Hersteller kein Problem, ihre Händler um sich zu scharen und entsprechend intensiv zu schulen. Probleme haben aber die kleineren, deren Stimme im Konzert der Großen derzeit überhaupt nicht wahrnehmbar ist. Eine wachsende Zahl von Motoristen klagt in diesem Zusammenhang über das Problem, alle Einladungen mit adäquaten Mitarbeitern zu beschicken was für die Betriebe ja auch letztlich mit Kosten und Zeitaufwand verbunden ist. Fatal wäre es, wenn die Großen ihre jetzige Präsenz auf GaLa-Bau und demopark nur dazu benutzen, um näher an die Kunden der Motoristen zu kommen und deshalb eine Motorgeräte-Branchenmesse nur für Hersteller und Fachhändler boykottieren. Man darf also gespannt sein, wie sich das Messegeschehen in unserer Branche weiter entwickelt.

Wie war der Messeverlauf?

Für die Messegesellschaft war die spoga+gafa 2010 ein voller Erfolg. Laut ihren Angaben besuchten 40.800 Fachbesucher aus 106 Ländern (Auslandsanteil 56 %) die dreitägige Messe. Neben der hohen Qualität auf Besucherseite wurde vor allem der boulevard of ideas und das Begleitprogramm als positiv bewertet. In der Abschlusspressemitteilung heißt es: "Durch die große Präsenz der Entscheider aus Handel und Industrie hat die spoga+gafa ihre Position als führende Business-Plattform des grünen Marktes erneut unterstrichen." Insgesamt stellten 2.056 Anbieter aus 57 Ländern ihr Sortiment in Köln vor. Der neue boulevard of ideas lud die Besucher auf eine Reise durch das Gartenjahr ein. Daneben wurden Fachhandelskonzepte für den Einzelhandel und die Großfläche präsentiert. Die Aufmerksamkeit des Fachpublikums zogen auch die Aktionsflächen im Grill-, Gartenmöbel- und Strand- und Wassersportbereich auf sich.

Was uns auffiel

Wie immer haben wir auf unserem Messerundgang Ausschau nach interessanten Produkten und Verfahren gehalten, die wir hier kurz vorstellen aufgrund der besonderen Ausgangslage diesmal mit einem Blick mehr auf alternative Verwendungsmöglichkeiten. Auch Al-Ko ist von der Wirtschaftskrise getroffen worden. Das Geschäftsjahr 2009 wurde mit einem Gesamtumsatz von 518 Mio. Euro abgeschlossen. Damit sank der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr um 24 %. Der Unternehmensbereich Garten + Hobby hat am Gesamtumsatz einen Anteil von etwa einem Drittel, was rund 170 Mio. Euro entspricht. Im Verhältnis zum Wettbewerb, der laut Al-Ko 20 bis 30 % Umsatzrückgang verzeichnen musste, konnte man selbst mit einem Minus von 10 % zum Vorjahr noch relativ zufrieden abschließen. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen durch die schwache Nachfrage bei Rasentraktoren, die in wirtschaftlich schweren Zeiten eher als Investitionsgut gesehen werden. Die Wirtschaftskrise hat die Region Osteuropa besonders hart getroffen. Durch den weiteren Verfall der nationalen osteuropäischen Währungen um 10 bis 20 % wurde der Verkauf importierter Produkte zusätzlich erschwert. Der Umsatz der Al-Ko-Tochterfirmen ist dadurch um 20 bis 30 % gegenüber 2008 zurückgegangen, besonders stark in Russland, Slowakei und im Baltikum. Nach dem langen Winter startete die Gartensaison 2010 etwas später als im Vorjahr. Al-Ko hatte jedoch aufgrund der sehr geringen Bestände im Handel im Frühjahr einen hervorragenden Hineinverkauf zu verzeichnen. Der Halbjahresumsatz im Juni 2010 lag auf Plan und um 2 % über dem Vorjahr. Hochgerechnet erwartet Al-Ko für 2010 einen Umsatz im Gartenbereich von knapp 180 Mio. Euro. Der Geschäftsbereich Wassertechnik entwickelt sich weiter mit Hochdruck. Für das kommende Jahr wird mit einer Steigerung der Pumpenmenge um 50 % auf knapp 400.000 Einheiten pro Jahr gerechnet.

Gleich in zwei Produktgruppen wartet Al-Ko in der Saison 2011 mit Lithium-Ionen Akku-Technologie auf und steigt dabei auch in das Marktsegment der Mähroboter ein. Der Robolinho 3000 ist dabei ein Mähroboter-Prototyp. Er wird von einem 25,2 V/2,6 Ah Lithium-Ionen-Akku angetrieben, der es auf eine Mähdauer von etwa 2 bis 3 h bringt. Selbstständig fährt der Robolinho 3000 eine zum Lieferumfang gehörende Ladestation an. Nach etwa einer Stunde ist dann wieder die volle Ladekapazität erreicht. Er wird für Rasenflächen bis zu 1.000 m² empfohlen, hat 30 cm Schnittbreite und eine variable Schnitthöheneinstellung von 30 bis 60 mm. Die Mähgeschwindigkeit passt sich automatisch der Grashöhe sowie den Steigungs- und Gefällelagen an.

Der Powerline 3600 Li ist ein Akku-Rasenmäher mit 25,2 V/3,9 Ah Lithium-Ionen-Wechselakku, 36 cm Schnittbreite und 7-facher zentraler Schnitthöhenverstellung. Empfohlen wird er für bis zu 400 m² große Rasenflächen. Eine Besonderheit ist sein geschlossenes Fangkorbsystem. Darüber hinaus wurden in vielen Produktbereichen weitere Neuheiten und Verbesserungen vorgestellt. Berger ist ein bereits bekannter Hersteller von Schneidwerkzeugen für den Garten-, Obst- und Weinbau, für Floristik, Forst und Technik. Erstmals wurden jetzt Gartenscheren mit Mehrkomponenten-Griffen präsentiert. Gezielt eingesetzte weiche und härtere Materialien in unterschiedlichen Griffbereichen führen zu einer optimalen Haftung der Hand zudem werden Reibung und Druck minimiert. Die neue Produktfamilie besteht aus zwei Modellen mit abgewinkeltem Schneidkopf und einer Ausführung in klassisch geradem Design. Zwei neue Astscheren ergänzen das Profi-Produktsegment. Es sind Modelle für ganz große Schneiddurchmesser. Bei der Entwicklung des neuen Megacutter-Schneidkopfes mit innenliegender Dauerschmierung wurde besonderes Augenmerk auf die Funktionalität und Stabilität gelegt. Der geschmiedete Schneidkopf hält hohe Kräfte aus, ist aber gleichzeitig gewichtsoptimiert konstruiert. In das Hakenteil sind Fixierkerben eingeschmiedet, die sich beim Schnitt in Rinde und Ast eingraben das Durchtrennen geht leicht und präzise, ein Wegrutschen wird erschwert. Ohne Demontage der Schere kann von außen Öl für eine optimale Schmierung und Pflege der Schere zugeführt werden. Das geschmiedete Messer- und Hakenteil ist bei beiden Astscherenmodellen leicht auszutauschen.

Birchmeier stellte mit Granomax einen einfachen Streuer für rieselfähiges Streugut bis 4 mm Korngröße vor. Das Streugut (bis zu 6,5 l,

entsprechend 5 kg Dünger) wird dabei in einen Sack gefüllt, der über der Schulter getragen wird. So gelangt es in den Fächerkopf, mit dem sich die Streumenge je nach Korngröße und gewünschter Ausbringmenge regulieren lässt. Mit horizontalen Schleuderbewegungen werden Bahnbreiten bis zu 2 m gleichmäßig gestreut.

GGP, nach eigenen Angaben führender Rasenmäher-Hersteller in Europa, hat im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von etwa 400 Mio. Euro gemacht. Erzielt wurde der mit 1.200 Mitarbeitern an fünf Produktionsstandorten. Am Markt bekannt sind die vier Verbrauchermarken Alpina, Castelgarden, Stiga und Mountfield. Ebenso ist das Unternehmen bekannt als Erstausrüster bzw. als Hersteller von Eigenmarken.

Für die Marke Stiga wurden für die nächste Saison drei absolute Neuheiten angekündigt. Da ist zum einen der Robotermäher Autocut 5.0 und zum zweiten je ein Front- und Aufsitzmäher mit Akkuantrieb. Gerade mit den Akku-Rasentraktoren soll ein völlig neues Marktsegment erschlossen werden. Stiga hat dies vor Jahren in einer sehr kleinen Stückzahl bereits schon einmal versucht, hat dann aber letztlich die Bemühungen eingestellt.

Der Robotermäher arbeitet an einem Begrenzungsdraht entlang. Sensoren richten die Geschwindigkeit des Mähers an der Neigung der Fläche und der Grashöhe aus: Der Mäher arbeitet dort intensiver, wo das Gras höher ist. Bei Kollisionen dient seine gesamte Verschalung als Sicherheitsschalter und bewirkt, dass er von selbst die Richtung ändert. Stiga empfiehlt für den 29 cm breit mähenden Roboter bis zu 3.000 m² große Rasenflächen.

Der Park Mirage 5.0 ist der erste europäische Frontmäher mit Akku-Antrieb. Grundlage ist die bekannte Park-Serie. Die normalen Akkus brauchen rund acht Stunden Ladezeit und machen die Maschine rund 50 kg schwerer als eine normale. Ausgegangen wird bei den Akkus von bis zu 300 Ladezyklen. Auch der Preis liegt mit rund 1.500 Euro über einem vergleichbaren Produkt. Der Status des Ladevorgangs wird deutlich angezeigt ähnlich wie bei einem Handy. Zusätzlich bewirkt das regenerative Bremssystem des Elektromähers, dass die Batterien sich jedes Mal, wenn man bremst, selbst aufladen. Dies spart ebenso wertvolle Energie wie der Stand-By-Timer, der die Maschine bei Inaktivität automatisch ausschaltet und die Fahrsicherheit dadurch erhöht.

Estate Mirage 5.0 ist der Name des ebenfalls mit Akkus angetriebenen Gartentraktors. Bei ihm kommt dieselbe Akkutechnik und ebenfalls die regenerative Bremstechnik zum Einsatz wie beim Frontmäher.

Neben der bewährten Mulchfunktion Multiclip, die das Schnittgut häckselt, ist der Gartentraktor mit einem 260 l fassenden Grasfangkorb ausgestattet. Wenn der Rasen bereits sehr hoch gewachsen ist, steht zudem ein praktischer Heckauswurf zur Verfügung. Preise und Mehrgewicht entsprechen dem vorher Gesagten.Stiga glaubt aber aus den Ergebnissen einer europaweiten Verbraucherstudie schließen zu können, dass die Zeit reif ist, um das neue Marktsegment "Akku-Rasentraktoren" erfolgreich für sich zu erschließen.

Megagroup, gerade von einem russischen Investor unter geändertem Namen übernommen (s. MOTORIST 4/10), stellte seine bekannten Produkte (vor allem Rasenmäher, Motorhacken und Freischneider) vor. Schwerpunkt des Vertriebs wird in Zukunft das Massengeschäft sein, aber auf Nachfrage wurde bestätigt, dass auch Motoristen beliefert werden sollen.

Struc Muta ist ein slowenischer Motorgerätehersteller, der bereits für namhafte deutsche Firmen gefertigt hat. Im Programm sind Einachser und Motorhacken, Balken- und Sichelmäher, aber auch Heuwender, Sichel- und Schlegelmulcher bis zum Häcksler oder auch Fräsen sowie jede Menge Zubehör und Anbaugeräte. Neu ist ein kleines Mehrzweckgerät mit 180° schwenkbarem Führungsgestänge, wahlweise ausgestattet mit 4,0 bis 5,1 kW Honda-, Subaru- oder Lombardini-Motor. Zur Verfügung stehen je zwei Vor- und Rückwärtsgänge. An Anbaugeräten sind Fingerbalken, Sichel- und Schlegelmäher, Kehrbürste, Schneefräse und auch ein leichtes Räumschild wählbar.

Nach erfolgreich abgeschlossenen Langlauftests präsentierte die Firma URALAN® ihr neues Verfahren zur Gummiformteile-Herstellung mit dem Namen VULCURLAN® sowie das Gummirad-Konzept VULCUWHEEL®. Besonders das Letzte ist dabei interessant für Motorgeräte. Bisher waren bei Profigeräten die Räder oft ein Problem. Im Dauereinsatz lösten sich Felge und Reifen voneinander. Bitte einfügen Die neuen Gummiräder verbessern jetzt die Standzeiten der Geräte in den Tests wurde eine bis zu 30fach höhere Laufleistung nachgewiesen und minimieren den Wartungsaufwand. Außerdem eröffnet das wirtschaftlichere Produktionsverfahren der Gummiräder neue Konstruktions- und Einsatzmöglichkeiten für Industriezweige, in denen vornehmlich für den Hobbybereich sowie den semiprofessionellen Bereich Rasenmäher, Druckreiniger, Schlauchwagen u. a. fahrbare Geräte produziert werden.

Anbieter

Al-Ko, 89359 Kötz

Berger, 42349 Wuppertal

Birchmeier, CH-5608 Stetten

GGP, 47638 Straelen

Megagroup (Home & Garden): s. Sarium

Sarium, 66130 Saarbrücken

Struc Muta, SL-2366 Muta

Uralan, 72525 Münsingen

zuletzt editiert am 26. März 2021
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