Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - aber wie werden Fotos für das Netz optimal gemacht und genutzt?
Wie und in welchem Format kommen sie am besten dorthin? Und wie können Fotos die eigene Marke und das Geschäft in verschiedenen Onlinediensten optimal unterstützen?
Eindeutig klar und sehr gut belegt ist, dass Fotos eine beeindruckende Wirkung auf unser Gehirn haben: Fotos können nicht nur komplizierte Sachverhalte sondern obendrein auch Emotionen schnell und unmittelbar transportieren und auf den Punkt bringen.
Menschen erfassen den mit Abstand größten Teil aller Informationen visuell.
Und obwohl wir natürlich auch Texte meist mit unseren Augen lesen und nicht anhören, sind diese immer zunächst abstrakt. Unser Gehirn muss aus den abstrakten Zeichen Wörter formen, aus Wörtern Sätze - und dann auch noch den Sinn verstehen. Bei alldem dürfen keine Fehler passieren, denn sonst kommt unter Umständen eine ganz andere Botschaft beim Leser an, als eigentlich beabsichtigt.
Fotos verursachen dagegen weitaus weniger Aufwand - und können sofort wirken. Obendrein können Farben, Ausleuchtung und Positionierung das Gehirn noch weiter beim Erkenntnisprozess unterstützen.
Warum wir trotzdem nicht nur über Bilder miteinander kommunizieren? Auch Fotos haben ihre Grenzen: Der enorme Fokus und Ausschnitt aktivieren zwar schnell, aber nur begrenzt nachhaltig. Das gerade Gesehene verschwindet fast immer genauso schnell.
Texte hingegen wirken langsamer aber auch langfristiger und können aufgrund der enormen Abstraktion weitaus mehr Informationen transportieren als ein Foto.
Nur mit Text
Das Sprichwort - ein Bild sagt mehr als tausend Worte - ist also nur bedingt richtig: Fotos aktivieren, wecken Emotionen, aber um den gesamten Kontext zu transportieren, Hintergründe klarzumachen, geht es nicht ohne Text.
Das Optimum ist daher eine Kombination aus Wort und Bild: Bilder, die triggern, also Aufmerksamkeit erzeugen, und Texte, die den Hintergrund beleuchten und das Bild ins rechte Licht rücken. Auch Videos leben von dieser Kombination aus (bewegtem) Bild und (gesprochenem) Wort.
Noch viel besser funktioniert das natürlich im Internet: Dort kann das Bild oder Video nämlich verlinkt sein! Nur ein weiterer Klick und aus dem ursprünglichen Schlüsselreiz werden mehr und immer mehr Informationen in allen möglichen Formaten.
Besonders schön kann man diesen Effekt in sozialen Netzwerkdiensten verfolgen: Große und gute Fotos bekommen weit mehr Aufmerksamkeit und Zuspruch in Form von Likes, Shares, Kommentaren als lange und selbst perfekte Texte. Gibt man dem Text allerdings ein gutes Foto dazu…
Fotos machen
Fotos können allerdings zweifelsohne weitaus schneller gemacht werden: Wir alle tragen heute eine sehr hochwertige Kamera immer bei uns. Sie zu zücken und den Auslöser zu betätigen ist eine Frage von Sekunden.
Ein paar Grundüberlegungen sind allerdings sehr hilfreich, um nicht nur gute Fotos zu schießen, sondern auch die eigene Marke optimal zu transportieren. Der Goldene Schnitt zum Beispiel: Früher brauchte man dafür ein geschultes Auge, heute hilft die Software des Smartphones und zeigt schon beim Fotografieren das kleine Rechteck, auf dessen Linien das anvisierte Objekt möglichst stehen oder liegen sollte. Das Handy weist sogar darauf hin, wenn dies nicht der Fall ist.
Oder die Fragen der Beleuchtung, Schärfe, Hintergrundschärfe etc. Darüber braucht niemand mehr nachzudenken, jedenfalls nicht, wenn er keine Kunst sondern Fotos für den täglichen Gebrauch, konkret: das Netz, aufnehmen möchte.
Und wie schon beim Thema „Video“ gilt auch hier: Natürlich kann eine professionelle Digitalkamera weitaus höhere Qualität als ein Smartphone liefern.
Und was sollte fotografiert werden? Einfach alles, was rund um den eigenen Betrieb passiert: Von der Anlieferung neuer Gartentechnik, über die täglichen Abläufe im Verkauf und der Werkstatt bis zur Auslieferung. Es gibt schlicht keinen Grund, diese nicht mit der Welt zu teilen. Wenn sie dann noch etwas außerhalb der Norm liegen: perfekt!
Ein wichtiges Thema sind allerdings die Persönlichkeitsrechte Dritter, also insbesondere von Mitarbeitern, Kunden und Interessenten:
Wenn keine Menschengruppen in der Öffentlichkeit abgelichtet werden, gehört die freundliche Nachfrage im Hinblick auf die Veröffentlichung genauso dazu, wie das Knipsen selbst. Wenn auf dem Foto gut zu sehen ist, dass posiert wird, kann sie sogar wegfallen. Nichtsdestotrotz: Nachfragen schadet nie!
Fotos nachbearbeiten
Das Smartphone ist aber nicht nur eine optimale Kamera, sondern obendrein auch noch ein fast ausgereiftes Fotostudio: Es gibt geradezu unglaublich mächtige Apps, die jedermann erlauben, fast alle Elemente an einem Foto nachzubearbeiten.
Noch viel spannender sind allerdings die Möglichkeiten, Fotos zu filtern und ihnen damit einen eigenen Touch zu verleihen. Ein paar Beispiele:
Ihre primäre Firmenfarbe ist grün? Wie wäre es, alle unternehmensbezogenen Fotos mit einem (leichten!) Grünfilter zu überlagern und vielleicht noch dafür zu sorgen, dass schon das Foto selbst viele Grüntöne enthält? Das geht in Sekunden, sorgt aber dafür, Ihre Firmenfarbe immer wieder zu betonen.
Sie möchten Ihr Logo auf jedem Foto? Nichts einfacher als das! Speichern Sie Ihr Logo ausgestellt, also mit transparentem Hintergrund, und in hoher Auflösung auf Ihrem Smartphone und fügen Sie es, möglichst immer an der gleichen Stelle, in jedes Foto ein.
Sie wünschen sich Ihr Logo und Ihren Slogan auf einem grünen Balken - und auf jedem Foto? Das gleiche Vorgehen: speichern Sie den gewünschten Balken als Foto auf Ihrem Smartphone - und fügen Sie ihn später ein.
Es soll schon auf dem Foto ein zusätzlicher Text zum Bild untergebracht werden? Kein Problem! Eine Vielzahl von Apps erlauben das Einfügen von individuellen Texten und Icons.
Das Ziel sollte dabei immer lauten, für Gleichförmigkeit zu sorgen: Durch die fortlaufende Wiederholung von Logo, Slogan, Farben, Texten, Filtern und immer gleichen Positionierungen entsteht eine Verstetigung Ihrer Gesamtmarke beim Betrachter.
Wenn viele Mitarbeiter Fotos machen und nachbearbeiten, sollten folglich dieselben Filter und Einblendungen genutzt werden, um das Ziel der Gleichförmigkeit und Redundanz auch gemeinsam zu erreichen.
Und Achtung: Übertreiben Sie es nicht! Wenn am Ende vom Foto nichts mehr zu sehen ist und das Ergebnis schlichte Werbung ist, verpassen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen Fotos im Netz bieten können.
Zum Abschluss noch einmal der Gedanke vom Beginn: Fotos sind ohne Text genauso beschränkt hilfreich wie Texte ohne Fotos. Ein gutes Foto möchte daher immer auch einen guten, also passenden Titel und, soweit möglich, Link zu weiterführenden Informationen. Bitly ist für letzteres besonders hilfreich. Und wie man den Titel einer Webseite (mit einem Foto) definiert, haben Sie ja auch längst bei uns gelesen.
G. Eicker
Der komplette Artikel erscheint in MOTORIST 4/15.