Unternehmensführung 2014-06-06T00:00:00Z Real Digital (4): Kunden zu Fans machen

Heute ist die Welt digital: Texte, Bilder und besonders Videos lassen sich einfach erstellen und publizieren. Die Herstellung eines lokalen Bezuges von Inhalten und Angeboten sind dabei gerade für stationäre Fachhändler besonders wirksam. Aber wie kann er sich so mitteilen, dass er Leser, Zuschauer und Zuhörer für sich gewinnt? Und am besten so, dass sie eben nicht nur passive Informationskonsumenten bleiben? Kurz gesagt: Wie werden meine Kunden - auch online – zu begeisterten Fans?

Aus diesem Ansatz ergeben sich die weiteren Fragen: Wie bekomme ich m öglichst viele Likes f ür meine neue Facebook-Seite? Oder: Was poste ich dann, um meine Fans zum Mitmachen zu bewegen?

  Unabhängig vom gewählten sozialen Netzwerkdienst gilt zunächst einmal - und wie immer im Leben: Qualität geht vor Quantität ! Es geht also darum, die richtigen Fans, Follower, Freunde oder Abonnenten zu gewinnen - und nicht einfach nur um möglichst viele.

Natürlich sind richtige Fans zuallererst die eigenen Mitarbeiter und damit häufig auch die eigene Familie. Jeder Mitarbeiter hat ein Interesse, sich mit den eigenen Inhalten seiner Arbeitsstätte auseinanderzusetzen, sie zu “liken”, zu kommentieren und weiterzuempfehlen - sie im besten Fall sogar (gemeinsam) zu erstellen.

Darüber hinaus sorgen die eigenen Mitarbeiter regelmäßig für eine solide Vernetzung über alle Altersgruppen hinweg und in die verschiedensten sozialen Netzwerke hinein, sei es zu ihren Freunden und Bekannten, die Berufsschule, oder den Fußball- oder Schützenverein. Jede Vernetzung auf diesen Ebenen ist ein unschätzbarer Gewinn!

Bestandskunden

An zweiter Stelle der Vernetzung kommen die langjährigen und neueren Kunden, in jedem Fall aber die Bestandskunden. Sie sind meist “Wiederholungstäter”, kennen das Unternehmen, die Mitarbeiter und haben ein starkes Interesse an fortlaufenden Informationen über den Betrieb, Veranstaltungen oder auch konkrete Angebote.

Neukunden

Jetzt, und erst jetzt, sollten Sie über “die anderen” nachdenken, also die Menschen, die Sie noch gar nicht kennen, aber sehr wohl geschäftlich kennenlernen möchten. Diese “anderen” sind definitiv noch keine Ihrer Fans - können und sollen es aber werden.

Ein Kardinalfehler, der immer wieder gerne gemacht wird, besteht dabei darin, sich Fans schlicht einzukaufen, um die Zähler auf Facebook, YouTube oder Twitter in die Höhe zu treiben. Große Zahlen mögen auf den ersten Blick hübsch aussehen, bringen aber nichts -ganz im Gegenteil: Umso mehr inaktive Fans Sie beispielsweise auf Ihrer Facebook-Seite haben, desto unwahrscheinlicher wird es, dass Sie Ihre echten Fans überhaupt noch erreichen - ohne dafür an Facebook oder Dritte noch mehr zu zahlen.

Soziale Netzwerkdienste sind unglaublich effektive Marktforschungsinstrumente. Ihre Kunden - und eben auch Interessenten - werden Ihnen mitteilen, was sie sich von Ihnen wünschen. Darauf zu reagieren, ist Ihr tägliches Geschäft, offline und online.

Und damit sind wir auch schon bei dem schönsten Nebeneffekt, dem Netzwerk, oder vereinfacht: den Schnittmengen, die alle sozialen Netzwerkdienste groß gemacht haben.

Die dabei entstehende Mund-zu-Mund-Propaganda ist wahrlich eine der effektivsten Werbeformen, denn in ihnen schlummert jedes Mal die “Empfehlung durch einen Freund”. Nicht Sie machen Werbung, sondern Ihre Freunde und Fans!

Nachrichtenwert

  Vermutlich ist Ihnen bereits klar, dass Ihre Freunde und Fans nur aktiv werden, wenn die von Ihnen geteilte Nachricht selbst - zumindest für sie - Relevanz hat. Echte Fans kann man insofern nicht “machen” oder gar “kaufen”, sondern nur durch wertige Inhalte für sich gewinnen.

Ganz besonders wichtig ist daneben das Thema Nähe: Freunde und Fans in sozialen Netzwerkdiensten werden mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Ihrer Region stammen. Nutzen Sie diesen Faktor immer und immer wieder!

Heben Sie hervor, dass Sie vor Ort sind! Jederzeit verfügbar! Ganz ohne Postboten! Liefern Sie Informationen über sich und Ihre Produkte also möglichst immer im regionalen Kontext. Weisen Sie deutlich auf die lokale Verbundenheit hin.

Und zum Schluss: personalisieren Sie! Stellen Sie Ihre Kunden, Ihre Mitarbeiter und sich persönlich in den Mittelpunkt. Sie sind keine gesichtslose Marke, sondern repräsentieren Ihr Unternehmen durch seine Menschen. Zeigen Sie immer wieder, wie Sie Ihren Kunden helfen und helfen können! G. Eicker

>> Auszüge aus einer Artikelserie. Dieser Beitrag ist nachzulesen in MOTORIST 3/14. <<

zuletzt editiert am 26. März 2021
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