Unternehmensführung 2014-10-02T00:00:00Z Real Digital (6)

Wenn von Empfehlungsmarketing die Rede ist, geht es um Mundpropaganda. Alle bisherigen Real Digital-Artikel haben sich immer auch um diese Komponente der Aufmerksamkeit und - wichtiger noch – um die Neukundengewinnung gedreht. Das Netz und speziell die sozialen Netzwerkdienste drängen sich hierfür geradezu auf.

Diesmal soll es allerdings explizit darum gehen, Kundenempfehlungen aktiv einzuholen und bekannt zu machen. Empfehlungen sollten schließlich im Bestfall vielfältig und jederzeit für alle Interessenten sehr gut sichtbar sein - und nicht nur zufällig und im kleinen Kreis erfolgen.

Empfehlungen

Empfehlungen müssen glaubwürdig sein, um überzeugen zu können: Lob in höchsten Tönen ist daher nicht unbedingt gefragt. Optimal sind vielmehr authentische und vor allem für Leser oder Zuhörer plausible Erklärungen.

Wenn das Netz allerdings eines gelehrt hat, dann, dass die größte Relevanz besonders in Empfehlungen “auf Augenhöhe” besteht, also etwa von Privatkunde zu Privatkunde.

Am besten ist Konkretes: “Herr Schmidt von der Firma Müller aus Berlin hat mir sehr klar die Unterschiede zwischen verschiedenen, für mich interessanten Benzinrasenmähern erklärt. Die letzten zwei in der engeren Wahl habe ich sogar zusammen mit ihm getestet. Die Entscheidung ist mir danach sehr leichtgefallen. Den Rasenmäher konnte ich sofort und einsatzbereit mitnehmen. So etwas können der Baumarkt oder das Internet nicht.”

Wenn jetzt noch nachvollziehbar ist, wer das gesagt hat, wird das Lob noch spannender, denn es erhöht die Glaubwürdigkeit gravierend.

Empfehlungen online

Grundsätzlich ist schon das Like der eigenen Facebookseite eine Empfehlung (http://facebook.de). Gleiches gilt für Follower auf Google Plus (s. auch MOTORIST 4/14, S. 43 – 45; http://google.de/business ), Twitter oder anderen Netzwerkdiensten: Für Dritte ist diese Vernetzung nämlich sehr gut nachvollziehbar und damit wirksam.

Gleiches gilt für Yelp (in Deutschland ehemals Qype; http://yelp.de), die mit Abstand größte Bewertungsplattform lokaler Unternehmen: vom Restaurant über das Hotel und allerlei Services bis zum Supermarkt, Autohaus, der Buchhandlung und zum Motoristen.

Empfehlungen einholen

Es gilt also, Empfehlungen aktiv einzuholen. Und das ist weitaus einfacher, als es im ersten Moment scheinen mag.

Denn immer dann, wenn Sie oder Ihr Mitarbeiter im Gespräch gelobt werden, sind nur noch wenige Schritte erforderlich, um dieses Lob richtig wirksam zu machen:

  • Sprechen Sie den Kunden etwa direkt nach dem Kauf noch einmal auf das konkrete Lob an.

  • Fragen Sie ihn, ob sie es mit seinem Namen veröffentlichen dürfen? Z. B. im Geschäft oder auf der eigenen Website?

  • Wenn dies bejaht wird, schreiben Sie es sofort auf und lassen Sie es sich vom Kunden bestätigen.

 Nun noch ein paar extra Schritte, um das Maximum aus dem Lob, das bereits zu einer verwertbaren Empfehlung wurde, herauszuholen:

 

  • Fragen Sie Ihren Kunden, ob er auf der/den von Ihnen genutzten Plattform/en aktiv ist. Dabei können Sie ihn auch gleich bitten, Ihre Seite dort zu liken oder ihr zu folgen.

  • Schicken Sie ihm dann ein paar Tage später genau die Sätze, die er schon freigegeben hat, via E-Mail zu. Selbstverständlich inklusive eines Links direkt zum Bewertungsformular Ihrer Facebook- oder Google Plus-Seite oder Ihrem Yelp-Eintrag.

  • Bitten Sie in der E-Mail, genau diese Sätze zu kopieren und selbsttätig dort zu veröffentlichen.

  Schlechte Bewertungen

Haben Sie keine Angst vor schlechten Bewertungen. Wenn jemand diese veröffentlichen möchte, kann er dies so oder so erledigen - also ganz ohne Ihre Hilfe. Außerdem unterstützen ein paar schlechte(re) Bewertungen die Glaubwürdigkeit der vielen guten.

Nichtsdestotrotz sollte man die Entwicklung von Bewertungen und Rezensionen im Auge behalten und daher lieber nur mit einer, anstatt gleich mit vielen oder allen möglichen Plattformen beginnen. 

G. Eicker

Auszug aus einem Beitrag aus Motorist 5/14 .

zuletzt editiert am 26. März 2021
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