Sabo wird in Gummersbach rund ein Viertel der Stellen abbauen. Dies gab das Unternehmen gestern am frühen Abend bekannt. Der Standort selbst soll erhalten bleiben. Im Gegenteil dient die Personalmaßnahme der eingeschlagenen Restrukturierung.
Wie die Sabo-Geschäftsführung ihre Belegschaft am Stammsitz Gummersbach gestern Nachmittag auf einer Personalversammlung informierte, sollen 30 der dort angesiedelten120 Stellen sozialverträglich abgebaut werden. Sabo hat zu diesem Zweck eine Transfergesellschaft gegründet, in der die betroffenen Mitarbeiter, die ausnahmslos aus dem Back-Office, der Verwaltung und zum Teil der Produktion stammen, ab Januar 2021 noch neun bis zwölf Monate lang übergangsweise beschäftitgt werden können. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, hieß es aus Gummersbach. Aber ohne diese Personalmaßnahme wäre die angestrebte Restrukturierung des Unternehmens nicht zu bewerkstelligen gewesen.
Ja zum Standort
Am Standort selbst will die von der neuen Sabo-Mutter Mutares eingesetzte Geschäftsleitung festhalten. Dies unterstreicht man auch durch die Tatsache, dass man für die dort verbleibenden Mitarbeiter gemeinsam mit der IG-Metall einen Tarifvertrag abgeschlossen hat. Sowohl die Vertreter der Gewerkschaft, als auch ein Großteil der Sabo-Belegschaft hätten den gestern bekannt gegebenen sozialverträglichen Stellenabbau daher auch weitestgehend einvernehmlich hingenommen.
Restrukturierung geht weiter
Einzahlen soll der Stellen- und damit Kostenabbau auf die Restrukturierung von Sabo. Demnach sei dieser Schritt im Zuge der weiteren Planungen für das mittelständische Unternehmen unumgänglich. „Wir hatten seit der Übernahme durch Mutares einen guten Start und verzeichnen ein Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr. Nichtsdestotrotz ist ein Stellenabbau aufgrund der weiterhin wirtschaftlich sehr herausfordernden Situation unumgänglich“ erläutert Fatmir Veselaj, der von Mutares bei Sabo eingesetzte Geschäftsführer. „Unser vor 100 Tagen eingeleitetes umfangreiches Turnaround-Konzept sieht neben dem Stellenabbau eine signifikante Gemeinkostenreduktion vor, die weitestgehend abgeschlossen ist. Durch die Personal- und Gemeinkostenreduktion bilden wir die Basis für unsere sehr ambitionierten Wachstumsziele. Wir schaffen es zudem, den Standort Gummersbach zu sichern, was für uns von Beginn an von höchster Priorität war“, versicherte er.
Vertriebsmannschaft bleibt
Nicht betroffen von dem personellen Einschnitt ist der Vertrieb. Im Gegenteil soll gerade dieser ebenso wie die Neuheitenentwicklung und die Digitalisierung weiter gestärkt werden. "Alles, was Fact to the Customer ist, bleibt", unterstreicht Peter Nortmann, bei Sabo zuständig für Marketing und Vertrieb, gegenüber Motorist . Die durch die Personalreduktion frei werdenden Gelder wolle man vielmehr "in die richtigen Dinge investieren". Dazu zählt neben einer deutlich verschlankten Organisation am Standort Gummersbach die Entwicklung neuer Produkte, insbesondere im Akkubereich. Bereits im März kommen demnach neue Handhelds in den Handel. Auch die Internationalisierung steht weiter oben auf der Agenda. Vor allem in Frankreich, Italien und Polen sei das Interesse von Händlern und Distributoren an der Marke Sabo in den letzten Wochen deutlich gestiegen, so Nortmann.