Ein Mann steht im Garten neben einem Regenfass und überprüft den Wasserstand.
Bewässern, idealerweise mit Regenwasser, ist eine der erstgenannten Maßnahmen, die klimasensible Gärtnerinnen und Gärtner umsetzen. (Quelle: Stihl)

Handel & Hersteller 2026-03-26T09:08:48.830Z Stihl Garten-Barometer 2026

In seinem Garten-Barometer sondiert Stihl jährlich wichtige Trends rund um das private Grün. Diesmal im Fokus: Der Garten im Klima-Wandel.

Inwieweit macht sich der Klimawandel in deutschen Gärten bemerkbar, zum Beispiel in Form von Extremwetter-Ereignissen? Dieser Frage geht das Stihl Garten-Barometer 2026 nach. Im Rahmen einer repräsentativen Umfrage wurden hierfür 1.000 Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer zwischen 18 und 70 Jahren in Deutschland befragt. Dabei zeigt sich, dass 43 Prozent der Befragten in ihrem Garten Veränderungen feststellen, die sie dem Klimawandel zuordnen. Weitere 10 Prozent geben an, nicht zu wissen, ob Veränderungen in ihrem Garten damit zusammenhängen. Danach befragt, welche Abweichungen sie in den vergangenen zehn Jahren in ihren Gärten festgestellt haben, steht an erster Stelle die zunehmende Trockenheit (80 %), gefolgt von veränderten Wachstumsphasen bzw. Blühzeiten bei heimischen Pflanzen (46 %) und einer Zunahme bekannter Schädlinge wie Schnecken und Blattläuse (45 %). 

Gießen, beschatten, mulchen - und weniger mähen

Maßnahmen gegen Effekte des Klimawandels haben bereits fast ein Drittel der Gartenbesitzerinnen und -besitzer ergriffen; weitere 19 Prozent geben an, zukünftig aktiv werden zu wollen. Dabei gilt: Je jünger die Befragten sind, desto eher wurden sie tätig, so etwa fast 40 Prozent der 20- bis 29-Jährigen. An erster Stelle der Maßnahmen stehen Bewässerung und Verschattung. Ganz vorne bei den umgesetzten Maßnahmen liegt das Sammeln von Regenwasser – beispielsweise durch den Bau von Zisternen oder dem Aufstellen von Regentonnen –, um es in trockenen Phasen zum Gießen zu nutzen. Dieser Maßnahme bedienen sich Dreiviertel der Gartenbesitzerinnen und -besitzer. 66 Prozent der Befragten lassen ihren Rasen höher stehen, um ihn vor Austrocknung zu schützen, und 64 Prozent haben Bäume oder Hecken als Schattenspender gepflanzt. Und um die Bodenfeuchtigkeit zu verbessern, mulcht gut die Hälfte der Befragten ihren Rasen. Auch diejenigen, die bisher noch keine Maßnahmen ergriffen haben, planen an erster Stelle das Sammeln und Nutzen von Regenwasser zum Gießen (65 %), gefolgt vom Anpflanzen hitze- und trockenheitsverträglicher Pflanzen in ihrem Garten (61 %). 

Langfristiges Phänomen

Auch für die Zukunft rechnet eine knappe Mehrheit der für das Stihl Garten-Barometer befragten Gartenbesitzerinnen und -besitzer mit Veränderungen durch den Klimawandel (54 %). Dies gilt insbesondere für diejenigen, die bereits heute Abweichungen feststellen. Sie gehen zu 92 Prozent davon aus, dass der Klimawandel weiter Einfluss auf ihren Garten nimmt. Ein genauerer Blick auf die Ergebnisse zeigt außerdem: Insbesondere die Jüngeren zwischen 20 und 29 Jahren rechnen zu zwei Dritteln mit sich ändernden klimatischen Bedingungen – bei den Befragten im Alter ab 60 Jahren sind es immerhin gut die Hälfte. Auch hinsichtlich der Wohnsituation gibt es unterschiedliche Erwartungen: Je urbaner der Wohnort, desto eher gehen die Befragten von Änderungen durch den Klimawandel in der Zukunft aus. So erwarten in Städten mit über 100.000 Einwohnern 62 Prozent der Gartenbesitzerinnen und -besitzer Veränderungen in den kommenden Jahren; im ländlichen Raum (Gemeinden bis 5.000 Einwohner) sagen das nur 48 Prozent. 

Informationsbedarf steigt

Das Wahrnehmen von Veränderungen im eigenen Garten durch den Klimawandel (43 %) führt vielfach zu einem zusätzlichen Informationsbedarf, das gaben 82 Prozent der Befragten an. Ganz oben auf der Liste stehen Tipps zur geeigneten Bepflanzung (50 %) sowie zur effizienten Bewässerung (43 %) und zur Unterstützung von Wildtieren im eigenen Garten (42 %). Allerdings gilt: Je länger die Befragten ihren Garten besitzen, desto weniger sind sie an Informationen interessiert. Während also 88 Prozent derjenigen, die weniger als fünf Jahre einen eigenen Garten haben, Interesse an entsprechenden Tipps und Infos haben, sind es bei langjährigen Gartenbesitzern (>10 Jahre) „nur“ 77 Prozent. Außerdem lässt sich erkennen, dass der Informationsbedarf bei denjenigen besonders hoch ist, die bereits Veränderungen in ihrem Garten festgestellt haben bzw. in Zukunft damit rechnen (93 %). 

Gartennutzung verändert sich  

Auch die persönliche Gartennutzung wird vielfach von den äußeren Umständen beeinflusst (57 %): So nimmt bei mehr als einem Drittel (36 %) derjenigen, die bereits Auswirkungen des Klimawandels im Garten festgestellt haben, die Arbeit im Garten zu; unter allen Befragten sagen das nur 21 Prozent. Ein Drittel (33 %) von ihnen verbringt mehr Zeit im Garten als früher – unter allen Befragten sind es hier ebenfalls nur 22 Prozent – und mehr als ein Viertel (27 %) von ihnen nutzt den eigenen Garten über einen längeren Zeitraum im Jahr. Von allen Befragten sagen das nur 19 Prozent. 

Schutz der heimischen Tierwelt ist Gartenbesitzern wichtig   

Aber nicht nur die Gärten und ihre Besitzerinnen und Besitzer sind von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, sondern auch die heimische Tierwelt. So registrieren 42 Prozent derjenigen, die heute bereits Veränderungen durch den Klimawandel feststellen, eine abnehmende Vielfalt heimischer Pflanzen und Tiere wie Vögel und Insekten in ihrem Garten. 55 Prozent der für das Stihl Garten-Barometer Befragten haben deshalb bereits Maßnahmen zum Schutz der heimischen Tierwelt ergriffen; weitere 12 Prozent planen dies in Zukunft zu tun. Zu den am häufigsten umgesetzten Maßnahmen gehören die Schaffung von Wasserstellen für Vögel und Insekten (84 %), ein zurückhaltender Baum- und Heckenschnitt außerhalb der Brutzeiten (81 %) und die Schaffung von Lebensräumen für Tiere und Insekten im eigenen Garten  (79 %).

Fazit Motorist : Der Klimawandel, bzw. klimasensible Gartenbesizterinnen und Gartenbesitzer, könnten den Handel herausfordern. Wer Insekten, Vögel und Kleintiere schützen und Trockenperioden begegnen will, mäht weniger und streckt auch beim Heckenschnitt die Pflegeintervalle. Klingt erstmal nicht nach mehr Gerätebedarf. Andererseits sind gerade diese Kunden, zumal wenn sie jung und gärtnerisch noch unerfahren sind, offen für Informationen und Beratung. Das kann und sollte der Fachhandel nutzen!

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zuletzt editiert am 26. März 2026