Stihl Motorsäge Quelle: RM-Handelsmedien
Die Stihl Vertriebszentrale in Dieburg.
08. July 2021 | Teilen auf:

Stihl kippt Wettbewerbsverbot

Stihl hat Änderungen in seinem Stihl Dienst Konzept angekündigt. Demnach wird die Stihl Dienst Zusatzvereinbarung zum 31. Dezember auslaufen. Das mit dieser einhergehende Wettbewerbsverbot ist ab sofort gegenstandslos.

Dies geht aus einem Schreiben hervor, das die Stihl Vertriebszentrale in Dieburg Ende Juni an ihre Händler versandt hat. Wörtlich heißt es darin, man beschäftige sich derzeit intensiv mit den sich verändernden Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit (mit dem Handel) mit Blick auf die Erfordernisse aufgrund neuer Technologien, Veränderungen im Produktportfolio und sich wandelnder Anforderungen an gemeinsame Kunden. Man verstehe diesen Umstand als Chance, das jahrzehntelang erfolgreiche Stihl Dienst Konzept weiterzuentwickeln. Im Rahmen dieser Weiterentwicklung habe man die Entscheidung getroffen, die bestehende Stihl Dienst Zusatzvereinbarung zum 31. Dezember 2021 auslaufen zu lassen und ab dem 1. Januar 2022 keine Stihl Dienst Zusatzvereinbarung mehr anzubieten. Auch das in Ziffer 3 der Stihl Dienst Zusatzvereinbarung fixierte Wettbewerbsverbot sei damit ab sofort gegenstandslos. Alle weiteren Regelungen und Konditionen für die Stihl Dienste blieben bis zum Auslaufen der aktuellen Stihl Dienst Zusatzvereinbarung unberührt.

Schritt bereits Ende März angekündigt

Beflügelt worden sein dürfte die Entscheidung nicht allein durch interne Beweggründe. Im März wurde bekannt, dass das Bundeskartellamt die jetzt gekippte Zusatzvereinbarung einer Prüfung unterzieht, nachdem es diesbezüglich eine Marktbeschwerde gegeben hatte. Konkret moniert wurde der Umstand, dass die umstrittene Vertragsklausel Stihl Dienste vertraglich dazu verpflichtet hat, in bestimmten Produktkategorien ausschließlich Produkte der Marke Stihl zu vertreiben. Bereits am 26. März hatte die Stihl Vertriebszentrale ihre Händler daher in einem Schreiben darüber informiert, das Stihl Dienst Konzept auch in diesem Punkt überarbeiten zu wollen. Sollte die bestehende Stihl Dienst-Zusatzvereinbarung nach Abschluss des Verfahrens angepasst werden müssen, wird man dies im Rahmen der Nachfolgelösung der Ende 2021 auslaufenden Stihl Dienst-Zusatzvereinbarung rechtzeitig kommunizieren, hieß es damals von Unternehmensseite.

Jede Sanktionierung gegenstandslos

Wie genau es nun weitergeht ist offen. In jedem Fall sichert Stihl in dem aktuellen Schreiben an den Handel zu, von den Möglichkeiten zur außerordentlichen Kündigung der Stihl Dienst Zusatzvereinbarung sowie auch von anderen Formen der Sanktionierung wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsverbot ab sofort ebenfalls keinen Gebrauch mehr zu machen.