Rasenfläche mit Blühwiese daneben
Roboterrasen und Artenschutz müssen kein Widerspruch sein. (Quelle: Stihl)

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30. May 2022 | Teilen auf:

Stihl macht Not zur Tugend

Artenvielfalt wird auch in immer mehr Hausgärten zum Thema. Dass sich dies nicht mit dem Einsatz von Mährobotern widersprechen muss, belegt nun eine von Stihl unterstützte wissenschaftliche Arbeit zur biologischen Vielfalt im Randbereich robotergemähter Rasenflächen.

In Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim wurde dabei die Frage erforscht, inwieweit sich Randstreifen, die beim Mähen mit dem Roboter häufig entstehen, nicht nur sinnvoll für den Erhalt der Artenvielfalt nutzen lassen, sondern auch ästhetischen Anklang finden. Eine Antwort fand Alicia Läpple, Studentin der Universität Hohenheim, im Sommer 2021 in ihrer Masterarbeit mit dem Titel „Anlage von Blühflächen zur Optimierung des Erscheinungsbildes von robotergemähten Rasenflächen“. Die Aufgabe bestand darin, geeignete Blühmischungen zu finden, mit denen einerseits das regelmäßige Nachbearbeiten entfällt und das Erscheinungsbild des Randstreifens verbessert werden kann und die sich andererseits als tolerant gegen das Mähen und Überfahren erweisen. Gleichzeitig sollte untersucht werden, ob und welche Blühmischungen wesentlich zur Förderung der Biodiversität beitragen, also zur Erhöhung der Pflanzenvielfalt sowie zur Erhöhung der Anzahl und Artenvielfalt blütenbesuchender Insekten.

Gängige Problemstellung

Die zentrale Problemstellung, die der Masterarbeit zugrunde lag, war die Tatsache, dass beim Anlegen von robotergemähtem Rasen in Privatgärten zumeist ein elektrischer Begrenzungsdraht verlegt werden muss, der den Arbeitsbereich des Mähroboters definiert und den Abstand zu Hindernissen festlegt. Bauartbedingt ist randschlüssiges Mähen durch die Rasenroboter oft nicht möglich, etwa entlang von Mauern oder Beeteinfassungen. In der Konsequenz verbleiben ungemähte Randstreifen, die als störend empfunden werden können. Statt diese Areale händisch mit einem Trimmer nachzubearbeiten, sollte die Anlage eines Grünstreifens eine Alternative bieten. Zudem untersuchte die Arbeit, inwieweit solche Blühstreifen die Biodiversität der Gesamtfläche fördern können. Im Hauptversuch ging es daher auch um die Frage, welche Saatgutmischungen sich besonders gut dazu eignen und robust genug sind, um regelmäßig überfahren zu werden.

Heimische Pflanzen siegen

Auf einer 300 Quadratmeter großen Versuchsfläche auf dem Werksgelände von Stihl in Waiblingen kam Läpple in einem Feldversuch vom 15. April bis zum 22. August 2021 zu dem Ergebnis, bei dem auf 54 Parzellen fünf verschiedene Blühmischungen angesät wurden, dass sich heimische Blühmischungen am besten dafür eignen. Kriterien waren die Bewuchsdichte, Schnittverträglichkeit und Befahrbarkeit sowie die visuelle Beurteilung der Blühstreifen hinsichtlich ihres Erscheinungsbildes. Laut Alicia Läpple bewirkte die tägliche Überfahrt des Mähroboters durch die Blühmischungen eine Arten-Selektion, wobei die Wuchshöhe und Wuchsform der Pflanzen eine bedeutende Rolle spielten. So erwiesen sich die Blühmischungen „Bunter Saum“ und „Blumenrasen/Kräuterrasen“ als geeignet. Hinsichtlich Erscheinungsbild und Biodiversität lag ersterer jedoch klar vorn. So zog der bunte Saum u.a. Wildbienen, Honigbienen, Hummeln, Wespen, Schwebfliegen, Fliegen, Weichkäfer, Marienkäfer, Wanzen und Kohlweißlinge an.

Auch praktische Tipps brachte die Untersuchung hervor: Demnach sollte die Schnitthöhe des Mähroboters angepasst werden. Denn durch einen hohen Schnitt von 6 cm wird der Austrieb der Arten eher ermöglicht. Nach Angaben der Autorin erleichtern zudem Saatbänder eine wesentliche Hilfestellung bei der Ansaat von Blühmischungen.

zuletzt editiert am 30.05.2022