Welche Rahmenbedingungen braucht industrielle Transformation in Europa? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Besuchs von Kerstin Jorna, Generaldirektorin der Generaldirektion Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU der Europäischen Kommission, am 21. September bei Stihl in Waiblingen.
Selina Stihl, stellvertretende Vorsitzende des Stihl Beirats, nahm die Generaldirektorin in Empfang und setzte die entscheidende Eingangsnote: „Die großen Herausforderungen unserer Zeit, von der Dekarbonisierung bis zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Europas, können wir nur gemeinsam bewältigen. Stihl hat früh begonnen, die Akku-Technologie systematisch aufzubauen – lange bevor sie im Markt die heutige Bedeutung hatte. Industrielle Transformation braucht deshalb einen langen Atem, erhebliche Investitionen und verlässliche Rahmenbedingungen. Als Familienunternehmen stehen wir für dieses langfristige Engagement. Entscheidend ist, dass Politik Technologieoffenheit ermöglicht und Unternehmen den nötigen Raum für Innovationen gibt.“ Kerstin Jorna zeigte sich ihrerseits beeindruckt: Der Besuch bei Stihl zeige eindrucksvoll, welchen Beitrag innovative Industrieunternehmen zur technologischen und nachhaltigen Transformation Europas leisten. Besonders bemerkenswert war für sie der technologieoffene Ansatz, mit dem Stihl unterschiedliche Lösungen für die vielfältigen Anforderungen seiner Kunden entwickelt. „Solche Innovationskraft ist ein wichtiger Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Europa“, so die Europa-Politikerin.
Technologieoffen und innovationsstark
Was Technologieoffenheit und Innovation bei Stihl bedeuten, demonstrierte Entwicklungsvorstand Dr. Holger Lochmann bei einem Rundgang durch das Entwicklungszentrum. In Westeuropa ist inzwischen jedes zweite verkaufte Stihl Produkt akkubetrieben. Zugleich entwickelt man in Waiblingen moderne Verbrennungstechnologien und Lösungen rund um alternative Kraftstoffe konsequent weiter. „Unsere Kunden arbeiten weltweit unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. Entscheidend ist deshalb, für jede Anwendung die passende Lösung aus Leistung, Nachhaltigkeit und Praxistauglichkeit anzubieten. Regulierung soll diesen Wettbewerb der besten Lösungen ermöglichen, und nicht einengen“, so Lochmann. Der Rundgang machte auch deutlich, wie anspruchsvoll technologieoffene Transformation in der Praxis ist und nach welchen strengen Qualitätsmaßstäben Produkte bei Stihl entwickelt und getestet werden, unabhängig von der Antriebsart.
Faire Wettbewerbsbedingungen gefordert
Der weitere Austausch widmete sich auch der Frage, wie europäische Industrieunternehmen im internationalen Wettbewerb gestärkt werden können. Gesellschafter Dr. Rüdiger Stihl setzte dabei einen Schwerpunkt auf eine effektive Marktaufsicht: „Für Unternehmen wie Stihl ist entscheidend, dass geltende Regeln konsequent durchgesetzt werden und Handelshemmnisse abgebaut statt neuer Hürden aufgebaut werden. Nur so können Innovationen, Investitionen und industrielle Wertschöpfung in Europa dauerhaft erfolgreich sein.“ Besonders im Onlinehandel zeige sich, wie wichtig wirksame Marktüberwachung für fairen Wettbewerb sei: Gelangten Produkte aus Drittstaaten ohne verlässliche Prüfung in den EU-Binnenmarkt, entstünden Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher und Nachteile für Unternehmen, die europäische Sicherheits- und Konformitätsanforderungen konsequent erfüllten. Stihl fordert daher, Daten besser zu verknüpfen, damit risikobasierte Kontrollen möglich sind. Zudem brauche es klare Verantwortlichkeiten durch einen rechtlich und finanziell haftbaren Wirtschaftsakteur in der EU sowie konsequente und wirksame Sanktionen bei wiederholten Verstößen.
40 Jahre Motorist!
40 Jahre bestens informiert, 40 Jahre erfolgreich - mit den News von Motorist.
