Glückliche Frau kauft im Onlinehandel ein. Quelle: Pexels/ Andrea Piacquadio
Eine Frau beim Onlineshopping. Quelle: Pexels/ Andrea Piacquadio
04. August 2021 | Teilen auf:

Streit um Sondersteuer für Onlinehändler

Um Innenstädte vor der Verödung zu bewahren, hat der Chef der Drogeriekette Rossmann eine Paketsteuer oder höhere Mehrwertsteuersätze für große Onlinehändler wie Amazon ins Spiel gebracht. Der Vorschlag stößt jedoch auf breite Ablehnung.

Statt den digitalen Handel mit Sondersteuern zu belegen, „sollten jene in die Verantwortung für die Innenstädte genommen werden, die am meisten von ihnen profitieren“, heißt es etwa vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh). „Eine Sonderabgabe auf den Onlinehandel träfe die absolut Falschen: Zum einen jene stationären Händler, die in ihre digitale Zukunft investiert haben, um in der Pandemie zu überleben. Und zum anderen diejenigen, die frühzeitig und mit unternehmerischem Risiko in neue Handelsmodelle investiert haben. Sie sind es, die sich nun am Markt durchsetzen,“ sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Martin Groß-Albenhausen.

Kritik am Vorstoß von Rossmann übt auch Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). „Herr Roßmanns Analyse der sterbenden Innenstädte ist richtig, seine Lösung aber falsch“, sagte er dem „Handelsblatt“. Die Politik müsse für den Onlinehandel klare und verbraucherfreundliche Regeln für die digitalen Plattformen aufstellen, keine Sondersteuer.

Der HDE ist ebenfalls wenig begeistert: „Es wäre falsch und rechtlich sicher auch fragwürdig, den Einzelhandel je nach Vertriebsweg unterschiedlich zu besteuern“, sagt Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. „Wir brauchen keine Strafsteuer für den Onlinehandel, sondern die Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs unter Einhaltung aller Regeln und Gesetze.“