Die Online-Zeit der Deutschen steigt. Junge Leute sehen jedoch gerade soziale Medien als Zeitfresser. (Quelle: Gerd #Altmann/Pixabay)

Handel & Hersteller 2024-01-22T10:31:51.572Z Studie: Deutsche sind 71 Stunden pro Woche online

Die In­ter­net­nut­zungs­dau­er der Deut­schen steigt wei­ter. Laut einer aktuellen Studie der Postbank zum Thema verbringen die Bun­des­bür­ger:in­nen durch­schnitt­lich 71 Stun­den pro Wo­che on­line. Das sind 21 Stunden mehr als noch vor fünf Jahren.

Al­lein seit dem Vor­jahr nahm die In­ter­net­zeit der Deutschen um durchschnittlich rund sechs Stun­den zu. Be­son­ders auf­fäl­lig ist die in­ten­si­ve In­ter­net-Nut­zung der so­ge­nann­ten Di­gi­tal Na­ti­ves (Men­schen zwi­schen 18 und 39 Jah­ren). Die­se Grup­pe ist rund 93 Stun­den pro Wo­che on­line. Das ent­spricht fast vier gan­zen Ta­gen pro Woche. Dies sind die Er­geb­nis­se der re­prä­sen­ta­ti­ven Stu­die „Die di­gi­ta­len Deut­schen 2023“ der Post­bank.

Smartphone bleibt wichtigster Kanal

Be­vor­zug­tes Ge­rät bleibt wie in den Jah­ren da­vor das Smart­pho­ne. 84 Pro­zent der Be­frag­ten nut­zen es für den Zu­gang ins In­ter­net, ge­folgt von Lap­top (65 Pro­zent), PC (50 Pro­zent) und Ta­blet (48 Pro­zent). Die meis­ten di­gi­ta­len Ge­rä­te sind bei Jün­ge­ren ver­brei­te­ter als bei Äl­te­ren. So nut­zen 91 Pro­zent der 18- bis 39-Jäh­ri­gen das Smart­pho­ne, wäh­rend es bei den über 40-Jäh­ri­gen 82 Pro­zent tun. Ei­ne Aus­nah­me bil­det der Lap­top. Er wird von 66 Pro­zent der Äl­te­ren ge­nutzt und da­mit mehr als von den Jün­ge­ren (63 Pro­zent). Den Desk­top-PC nut­zen bei­de Ge­ne­ra­tio­nen gleich häu­fig: je­der Zwei­te geht da­mit ins In­ter­net, egal ob jung oder alt.

Handy als digitale Filiale

„Die ste­tig stei­gen­de In­ter­net­nut­zung hat auch ei­ne be­schleu­nig­te di­gi­ta­le Trans­for­ma­ti­on in der Ban­ken­bran­che aus­ge­löst. Wir ent­wi­ckeln per­so­na­li­sier­te On­line-An­ge­bo­te wei­ter und nut­zen so­zia­le Me­di­en, um mit un­se­ren Kun­den in Kon­takt zu blei­ben. Mehr und mehr ent­wi­ckelt sich das Han­dy zur di­gi­ta­len Fi­lia­le, da­bei schät­zen die Kun­din­nen und Kun­den vor al­lem die je­der­zei­ti­ge Ver­füg­bar­keit“, sagt Tho­mas Brosch, Lei­ter Di­gi­tal­ver­trieb der Post­bank. Anmerkung der Redaktion: Auch in anderen Branchen dürfte es ähnlich aussehen, denn gelerntes Konsum- und Medienverhalten erstreckt sich über alle Lebensbereiche. Überraschend scheint angesichts der hohen Mediennutzung zudem folgender Fakt: Junge Leute ziehen sich aus sozialen Netzwerken zurück.

Junge erwägen Rückzug aus sozialen Netzwerken

Wäh­rend 30 Pro­zent der Jün­ge­ren schon über ei­ne Re­du­zie­rung ih­rer On­line-Zeit nach­denkt, sind 82 Pro­zent der Be­frag­ten ab 40 Jah­ren zu­frie­den, wie es ist. Jun­ge Leu­te se­hen vor al­lem so­zia­le Netz­wer­ke als zeit­in­ten­siv an. 41 Pro­zent wol­len sich von dort mehr zu­rück­zie­hen. 37 Pro­zent der Äl­te­ren geht es mehr dar­um, all­ge­mein we­ni­ger zu sur­fen. Die ge­won­ne­ne Zeit wol­len 30 Pro­zent vor al­lem für per­sön­li­che Tref­fen mit Fa­mi­lie und Freun­den nut­zen. Dar­über hin­aus spie­len auch ge­sund­heit­li­che As­pek­te im­mer mehr ei­ne Rol­le: 28 Pro­zent der Be­frag­ten, die ih­re pri­va­te In­ter­net­nut­zung ein­schrän­ken möch­ten, glau­ben, dass we­ni­ger On­line-Zeit ih­re Kon­zen­tra­ti­on, Pro­duk­ti­vi­tät und Krea­ti­vi­tät im All­tag stei­gert (plus 5 Pro­zent­punk­te im Ver­gleich zu 2022). Eben­so vie­le möch­ten sich bes­ser kon­zen­trie­ren kön­nen und rund 20 Pro­zent möch­te nicht stän­dig er­reich­bar sein.

zuletzt editiert am 30. Januar 2024
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