Großflächenpflege ist das wahrscheinlich umfangreichste Feld, mit dem sich Motoristen beschäftigen können. Ein Blick auf ein paar Stichworte genügt, um eine Vorstellung des Maschinenspektrums zu bekommen.
Unter den Aufgaben, die ein kommunaler Betriebshof zu leisten hat, ist meistens die Grünpflege der größte Posten. Das betrifft natürlich auch die Kosten und das damit verbundene Einsparungspotential. Denn Großflächenpflege besteht nicht nur aus dem Mähen der großen Flächen. Natürlich müssen auch die Ränder gemäht werden, Engstellen, hügelige Passagen und vieles mehr bearbeitet werden. Die unterschiedlichen Erwartungen an den Pflegegrad erschweren den Maschineneinsatz zusätzlich.
Professionelle Mäheinsätze werden heute als Kampagnen, ähnlich der Erntekampagnen in der Landwirtschaft, durchgeführt. Dabei ist unterschiedliches Mähgerät im Einsatz, Teams haben ihre Aufgabenbereiche, Servicewagen sorgen für stetige Einsatzbereitschaft und die Abfuhr des Schnittguts wird über Containerlösungen organisiert. So werden die Schlagkraft erhöht, Einsatzzeiten verkürzt und Kosten reduziert.
Maschinenbelastungen
Oftmals wird unterschätzt, welche maschinelle Belastung auf die Fahrzeuge einwirkt. Als Faustregel sagt man, dass ein Sichelmähwerk pro Meter 8 bis 10 PS verbraucht, dazu kommt der Antrieb des Fahrzeugs. Zur Bodenschonung geht man heute verstärkt auf Allradantriebe über – auch die brauchen zusätzliche Leistung. Ganz wichtig ist die interne Kraftübertragung in den Antriebssträngen bis zu den Mähwerken. Je nachdem, ob man hier auf mechanische oder hydraulische Übertragungen setzt, beträgt der Eigenleistungsbedarf zwischen 6 % und 30 %. Leistung, die dann nicht mehr dem eigentlichen Arbeitszweck zur Verfügung stehen. Ähnlich sieht es bei der Eigenkühlung aus. Auch hier können bis zu 30 % der vorhandenen Motorleistung benötigt werden. Je mehr Hydraulik verwendet wird, desto höher ist der interne Kühlbedarf. Nicht zu vergessen sind die Außentemperaturen im Sommer und der Umstand, dass beim Mähen mit niedrigen Geschwindigkeiten kein kühlender Fahrtwind zur Verfügung steht. Und auch der dauernde Grasfluss ist in der Lage, selbst starke Bleche durchzuschleifen; außerdem wird gerne übersehen welche Korrosionsschäden Schnittgut anrichten kann.
Auszug aus einem Beitrag aus MOTORIST 3/15.