Unternehmensführung 2013-10-07T00:00:00Z Titelthema: Marktübersicht Vertikutierer

Verdichtungen sind heute auf jeder Rasenfläche zu verzeichnen. Das führt zu vielfältigen negativen Entwicklungen, was das Aussehen, aber auch das Wachstums des Rasens negativ beeinflusst. Die wichtigsten Geräte, die einer leidenden Rasenfläche Luft und Leben zurückgeben können sind Vertikutierer und Aerifizierer. Leider sind ihre Verkäufe in den letzten Jahren kontinuierlich geschrumpft.

Das Wort „vertikutieren“ ist zusammengesetzt aus senkrecht und dem englischen Wort cut für Schneiden. Folglich ist ein Vertikutierer ein Senkrechtschneider, der zur Entfernung von oberflächlichem Rasenfilz mit einer maximalen Arbeitstiefe von 3 mm dient. Bei Vertikutierern kommen die unterschiedlichsten Messerformen zum Einsatz. Verwendung finden starre oder pendelnd aufgehängte Messer sowie Federzinken. Besonders mit starren Messern lässt sich ein sehr gutes Arbeitsergebnis erzielen, aber auch mit den anderen Messerformen kann ein zufriedenstellendes Vertikutierergebnis erreicht werden.

Auch das Wort Aerifizieren bringt letztlich „Luft machen“ bzw. „belüften“ zum Ausdruck. Im Unterschied zum vertikutieren werden hier aber durch verschiedene Hohlmesser, sogenannte Spoons, runde Löcher ausgehoben, die durchaus tiefer als 10 cm sein können.

Vertikutierer insgesamt, aber auch das entsprechend breite und tiefe Maschinenangebot, haben überall Käuferschichten. Das reicht vom Privatmann, über den GaLa-Bau, bis zu Golfplätzen und Kommunen.

Aerifizierer sind deutlich weniger verbreitet, und ihre Anwendung beginnt erst bei den Profis. Aufgrund der geringen Verbreitung von Aerifizierern beschränken wir uns in diesem Beitrag auf die Vertikutierer.

Marktdaten und Stückzahlen

Die Mehrheit der von uns befragten Hersteller und Importeure schätzen den Markt für Vertikutierer konstant ein. Dem widerspricht die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) mit ihren aktuellen Marktzahlen. Im Vergleich der verkauften Mengen (Januar bis April 2012 zum gleichen Zeitraum 2013) stellen die Marktforscher einen starken Rückgang von 18,8 % fest. Noch ein Jahr weiter zurück hatte der Rückgang in der Produktgruppe bereits bei 8 bis 10 % gelegen. Die verkaufte Menge an Geräten hatte im Jahr 2012 rund 100.000 bis 120.000 Stück entsprochen.

Legen wir die GfK-Zahlen für 2013 zugrunde, so dürfte der Markt auf 80.000 bis 100.000 Stück zurückgefallen sein.

Die Motoristen haben zwar auch 17 % ihrer Menge verloren, müssen aber dabei im Vergleich zu anderen Vertriebsformen nur den kleinsten prozentualen Verlust beklagen.

Die Aufteilung Elektro- zu Benzin-Vertikutierern hat sich im Gesamtmarkt nur unwesentlich geändert und liegt bei benzinbetriebenen Vertikutierern unter 10 %. Ganz anders sieht es bei den Motoristen aus. Sie halten mit 32 % den Spitzenwert beim Verkauf benzinbetriebener Vertikutierer und gleichzeitig wertmäßig einen Anteil von über 50 %.  

Fazit

  • Der Vertikutiermarkt hat auch im letzten Jahr Mengenverluste von fast 19 % erleiden müssen.
  • Die Motoristen sind im Vergleich zu allen anderen Vertriebslinien noch einigermaßen passabel davongekommen.
  • Der Vertikutierer-Markt wird auch in Zukunft weiter hart umkämpft bleiben.
  • Das Vermietgeschäft sollte ein Mittel sein, das von Motoristen stärker genutzt wird. Insbesondere deshalb, weil Vertikutierer nur ein bis zwei Mal pro Jahr zum Einsatz kommen.
  • Die hohe Anzahl von neuen Geräten lässt darauf schließen, dass die Hersteller und Importeure dem Markt für Vertikutierer weiterhin eine hohe Bedeutung zumessen.

Der Beitrag ist in MOTORIST 5/2013 erschienen.

zuletzt editiert am 26. März 2021
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