Etliche Stihl Fachhändler zeigen sich aktuell verstimmt über neue Werbematerialien, die die stationäre Kundschaft in den Stihl-Onlineshop lenken.
Stihl hat den Fachhandel unlängst mit den Katalogen für die neue Saison bestückt. Nicht überall finden diese jedoch Anklang. Etliche Fachhändler stoßen sich daran, dass in den Katalogen keine Preise mehr ausgewiesen sind. Interessierte Kunden werden vielmehr über einen im Katalog abgedruckten QR-Code auf den Stihl Online Shop gelenkt, wo dann die Preise über die Suchfunktion zum entsprechenden Produkt ausgewiesen werden. Was den stationären Fachhandel besonders stört, ist der Fakt, dass der Kundschaft bei dem Procedere auch der Direktkauf im Stihl-Shop nahegelegt wird, u.a. durch einen Willkommensgutschein in Höhe von 10 Euro und portofreien Versand ab einem Bestellwert von 49 Euro. Auf Nachfrage von Motorist in der Stihl Vertriebszentrale erklärte Vertriebschef Andreas Epple, dass die fehlende Preisauslobung strategischen Überlegungen folgt, die auch bereits vor längerer Zeit in den Handel kommuniziert worden seien.
Strategische Überlegung
Fakt ist demnach, dass Stihl im Katalog keine Preise mehr kommuniziert, um sich unterjährig die Flexibilität für Preisanpassungen zu erhalten. „Bisweilen waren unsere Katalogpreise mitunter bereits im Januar obsolet“, so Epple zu den Erfahrungen der Vergangenheit. Der Handel müsse jedoch keinen Preiskampf befürchten, versichert er. Im Gegenteil würden auch im Online-Shop die stationären UVP bzw. stationäre Aktionspreise ausgewiesen. Auch die Furcht, der Kunde könne für seinen Kauf vom Fachhandel auf den Stihl Shop abgezogen werden, teilt er nicht. Kunden, die in den Fachhandel kämen, hätten sich in der Regel meist ohnehin bereits online informiert, argumentiert Epple. In diesem Sinne diene der Stihl Shop eher dazu, die Käufer nicht an andere Plattformen zu verlieren. Viele Fachhändlerinnen und Fachhändler befriedigt diese Aussage nicht. Einige haben bereits schriftlich Beschwerde bei ihrem Stihl Außendienst eingereicht, zumal sie die Kataloge über ihre Marketingboni mitfinanzieren, andere die Kataloge sogar direkt vernichtet.
