Reihen von Flaggen der Europäischen Union wehen vor einem modernen Gebäude mit Glasfassade und Jalousien.
Europflaggen in Brüssel (Quelle: Guillaume Périgois on unsplash.com)

Verbände & Organisationen 2024-07-10T08:04:23.844Z Verbände fordern von der EU Wettbewerbsfähigkeit ein

Der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB), der Herstellerverband Haus & Garten e.V. (HHG) und der Industrieverband Garten e.V. (IVG) fordern wirtschaftsfreundlichere Rahmenbedingungen für die kommende Legislaturperiode in Brüssel.

Statt regulatorischer und bürokratischer Vorgaben für Industrie und Handel müsse die Wettbewerbsfähigkeit wieder in den Mittelpunkt rücken, heißt es. Die Verbände machen sich demnach stark für einen gemeinsamen und geeinten Binnenmarkt, auf dem sichere und qualitätsvolle Produkte im Handel vertrieben werden können. Die durch die Europäische Union gewährleistete Freiheit, politische Stabilität, eine einheitliche Währung und offene Grenzen stärkten die deutsche Wirtschaft und den Wohlstand der Gesellschaft. Auch die einheitlichen Standards und gemeinsame Handelsabkommen seien eine sehr positive Errungenschaft der EU.

Weniger Bürokratie

Kritisch sehen die Verbände, dass in der letzten Legislaturperiode eine Vielzahl von regulatorischen Neuerungen wie der digitale Produktpass oder die Verpackungsverordnung beschlossen wurden, die produzierende Unternehmen und Händler betreffen und aus denen zahlreiche Berichtspflichten und Risikoabwägungen in den eigenen Konzernen, aber auch gegenüber den direkten Wirtschaftspartnern resultieren. Manche Verordnungen würden sich zudem widersprechen und die Umsetzung koste die Unternehmen Geld sowie Ressourcen und reduziere damit das Kapital für Investitionen in Innovationen und den Ausbau der Wertschöpfung. All dies bei einer herausfordernden wirtschaftlichen Gesamtlage, die durch Faktoren wie Inflation, Energiekrise, Ukrainekrieg und kontinuierliche Probleme in der Lieferkette geprägt sei.

Schutz vor Billigkonkurrenz

Zudem käme u.a. aus China immer mehr Konkurrenz, da dort günstiger und unter oft wenig humanitären Voraussetzungen produziert werden kann. Die meist preiswerteren Produkte würden bei den Kunden nicht zuletzt aufgrund sinkender Kaufkraft immer beliebter und stellten eine Bedrohung für die Hersteller und Händler dar, die sich an alle Vorgaben halten müssen. Durch Plattformen wie Temu, die Direktimporte aus China anbieten, gelangten die Produkte für einen Bruchteil der anfallenden Kosten nach Deutschland. Norbert Lindemann, Geschäftsführer vom HHG hierzu: „Die Nutzung von Plattformen wie Temu ist in der letzten Zeit enorm gestiegen, dies haben sowohl eine Umfrage des IFH als auch das Umsatzwachstum des Konzerns im dreistelligen Prozentbereich deutlich gemacht. Die Produkte stellen nicht nur eine enorme Gefahr für die Sicherheit dar, sondern sind auch alles andere als nachhaltig. Zum Schutz der Nutzer aber auch der produzierenden Unternehmen ist es dringend notwendig, dass gesetzliche Schritte etwa durch die Aufhebung von Zollfreigrenzen vorgenommen werden.“

Klimaziele im Blick

Gemeinsam unterstützen die Verbände den Grundgedanken des Green Deals und der Klimaziele der EU. Ziel des Green Deals könne es aber nicht sein, dass Unternehmen mehr Zeit dafür verwenden, welche neuen Vorgaben Produkt, Kennzeichnung, Verpackung und Entsorgung erfüllen müssen, als auf die Entwicklung und den Vertrieb der Produkte selbst. Dies hemme die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft in erheblichem Maße und träfe insbesondere KMUs. Um der Konkurrenz aus China entgegenzutreten, brauche es Innovationen und kreatives Handeln. Um dies zu finanzieren, müssten sich Unternehmen wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Anna Hackstein, Geschäftsführerin des IVG: „In der kommenden Legislaturperiode muss die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und des Standorts Europa wieder in den Vordergrund rücken. Wenn Industrie und Handel weniger Auflagen zu erfüllen hätten, dann stünden den Unternehmen auch mehr Ressourcen für die Umstellung der Betriebe hin zur Klimaneutralität zur Verfügung.“

zuletzt editiert am 10. Juli 2024
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