Am 28. September teilte der LandBauTechnik - Bundesverband im Rahmen einer Pressekonferenz das aktuelle Stimmungsbild in der Branche. Dieses ist alles andere als positiv. Insbesondere die Zufriedenheit des Handels schwindet.
Ein zentrales Thema der Inforunde am 28. September war das Händlerzufriedenheitsbarometer DSI Land- und Baumaschinen. Dieses ist ein wichtiges Instrument des LandBauTechnik-Bundesverbands, um das Verhältnis des Fachhandels zu seinen Fabrikaten widerzuspiegeln. Stellt man das diesjährige Ergebnis in den Fokus, zeigt sich: Die Zufriedenheit des Handels mit seinen Fabrikaten ist zwar noch gegeben, aber sie sinkt. Schon auf den zweiten Blick werden Schwachstellen sichtbar.
Schwachstellen offensichtlich
„Als LandBauTechnik-Bundesverband ist uns daran gelegen, das Verhältnis der Händler zu ihren Fabrikaten stetig zu unterstützen, aber eben auch die Schwachstellen zu finden, um diese bilateral mit dem Hersteller anzusprechen und im besten Fall abstellen zu können“, erklärte Ulf Kopplin, Präsident LBT-Bundesverband, anlässlich der Pressekonferenz. Einmal jährlich würden hierzu alle Fachbetriebe hinsichtlich ihrer Zufriedenheit in fünfzehn Kategorien mit ihren Fabrikaten befragt und die Ergebnisse auf verschiedener Ebene mit denen der Vorjahre verglichen. Nicht der direkte Vergleich der Hersteller ist das Ziel, sondern vielmehr das Ermitteln von Kritikpunkten und Lösungsansätzen. „Nach unseren Erfahrungen nimmt die Branche das gerne an“, so Kopplin.
Image topp, Gewährleistung flopp
Auch in diesem Jahr sind demnach 665 Bewertungen zusammengekommen. Für 22 Fabrikate konnte eine Einzelbewertung erstellt werden. Dabei trat zutage, dass der Fachhandel insgesamt mit dem Image der von ihm gehandelten Marken am zufriedensten ist. Dies ist sogar der Bestwert aller Kategorien und fast ein Drittel aller Händler:innen gaben hier ein „sehr gut“. Auch auf die Frage nach der Zufriedenheit mit der Profitabilität gab es nicht ein „ungenügend“, kaum „mangelhaft“ oder „ausreichend“, dafür in fast der Hälfte der Fälle ein „gut“. Anders sah es jedoch bei den Gewährleistungskonditionen aus. Und über alle Kategorien lag der Durchschnitts-Zufriedenheitswert mit 15,7 Prozent zwar auf einem hohen Niveau. Gegenüber dem Vorjahr ist dieser Aspekt jedoch um 0,7 Punkte abgesackt.
Schwache Konjunktur und hohe Zinsen
Weitere wichtiges Themen, die Kopplin ansprach, waren das hohe Zinsniveau, die um sich greifende Inflation und Rezession sowie die verzögerten Auswirkungen durch Lieferengpässe während der Corona-Pandemie und des immer noch anhaltenden Ukraine-Kriegs, die die Branche nun in aller Deutlichkeit zu spüren bekäme. „Das alles sind Faktoren, die uns Händler gerade nicht nur belasten, sondern in die Knie zwingen“, warnte der LBT Präsident und rief dringend zu schnellen und zielführenden Lösungen auf. Dabei adressierte er auch die Industrie: Viele Händler könnten schon jetzt ihre Finanzierungslinien nicht mehr bedienen, es sei Herstellerpflicht, nun gemeinsam mit ihnen Lösungswege zu finden. Man könne die Krise nur gemeinsam überstehen. Auch kündigte Kopplin noch für Oktober einen entsprechenden Brief an die Industrie an. Nachzulesen ist dieser im Wortlaut auf www.motorist-online.de.
Agritechnica 2023
Einen kleinen Lichtblick gab es in Form des Ausblicks von Karl Josef Duffner, stellvertretender Vorsitzender des LBT-Bundesverband, auf die Agritechnica. Gemeinsam mit der DLG bespielte der Verband in Hannover einen 800 qm großen Stand in Halle 2, auf dem neben dem Händlerzentrum auch die „Werkstatt Live“ zu finden war und wo die Berufs- und Karrieremöglichkeiten des Land- und Baumaschinenmechatronikers ausführlich live in jeweils 30-minütige Shows vorgestellt wurden. Neben dem „Infopoint Ausbildung“ für Schüler, Eltern und Lehrer gab es zudem einen „Infopoint Weiterbildung“, an dem die Kollegen vom LBT Forward die neuen und zum Teil noch in Vorbereitung befindlichen Karriereoptionen ausführlich darstellen konnten. Ebenso veranstaltet wurden ein Abend für die Partner der Starke Typen-Kampagne sowie eine Mitgliederversammlung des Versorgungswerks.
