Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Handel & Hersteller

05. August 2021 | Teilen auf:

Viele Ausbildungsplätze im Handel unbesetzt

Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnet die zahlenmäßig meisten Ausbildungsstellen für angehende Kaufleute im Einzelhandel sowie für Verkäuferinnen und Verkäufer. Viele Stelle sind noch frei, die Besetzung wird sich nach Einschätzung des HDE bis in den Herbst hinein ziehen.

Handelsunternehmen bieten aktuell rund 34.900 Stellen für eine Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel (+2,7 Prozent zum Vorjahresmonat) sowie über 24.700 Ausbildungsstellen zum Verkäufer oder zur Verkäuferin (+9,4 Prozent) an. Gleichzeitig meldet die Bundesagentur für Arbeit aber für die Kaufleute im Einzelhandel noch mehr als 16.000 sowie für die Verkäufer über 13.000 unbesetzte Stellen.

„Die beiden Kernberufe des Einzelhandels gehören jedes Jahr wieder zu den beliebtesten Berufen in Deutschland“, sagt Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE). Den Grund für die Beliebtheit der Handelsberufe sieht er vor allem in den vielfältigen Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten: „In kaum einer anderen Branche kann man mit einer Ausbildung so viel erreichen: Über 80 Prozent der Führungskräfte im Einzelhandel haben ihre Karriere mit einer Ausbildung begonnen.“

Darüber hinaus bietet der Handel mehr als 60 weitere zwei- und dreijährige Ausbildungsberufe sowie kombinierte Abiturientenprogramme und duale Studiengänge an. Der HDE beobachtet allerdings mit Sorge, dass sich die Stellenbesetzung wie im vergangenen Jahr bis weit in den Herbst hineinziehen wird. Die Lage sei weiterhin stark von den Folgen der Pandemie-Maßnahmen geprägt. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals zurückgegangen, während die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen im Einzelhandel steigt.

Auf Bewerberseite geht die Bundesagentur für Arbeit davon aus, dass seit Beginn des Beratungsjahres 2020/21 viele Meldungen unterblieben sind, weil die gewohnten Zugangswege zur Berufsberatung, wie über die Kontakte in der Schule, eingeschränkt waren und durch digitale Angebote nicht vollständig ersetzt werden konnten.