In diesem Jahr wird die GaLaBau einmal mehr die wichtigste Messe für die Motorgerätebranche sein. Stattfinden wird sie vom 12. bis 15. September auf dem Nürnberger Messegelände. Im Vorfeld haben wir einmal den Ausrichter als auch den Messeveranstalter nach dem aktuellen Stand der Dinge gefragt.
Gesprächspartner waren Dr. Hermann J. Kurth, Hauptgeschäftsführer Bundesverband Garten-, Landschafts-, und Sportplatzbau (BGL) sowie Stefan Dittrich, Projektleiter GaLaBau, NürnbergMesse.
Motorist: Können Sie zum Einstieg in das Interview etwas zum aktuellen Anmeldestand sagen?
Dittrich: Die Ausstellerakquise läuft sehr gut. Im Moment liegen die Ausstellerzahlen leicht über dem vergleichbaren Stand von vor zwei Jahren. Und wir stellen fest, dass die Aussteller in diesem Jahr größere Stände buchen. Es melden sich allerdings noch täglich Unternehmen an. Deshalb können wir die exakte Ausstellerzahl erst zur Messe im September sagen. Aber wir rechnen mit einer leichten Steigerung im Vergleich zur letzten GaLaBau, bei der sich 1.078 Aussteller beteiligten. Das Wachstum kommt u. a. aus dem Maschinenbereich. In diesem Jahr stellen also noch mehr Hersteller und Händler von Pflegegeräten, Kommunaltechnik und Baumaschinen aus. Der Motorist wird also ein noch umfangreicheres Angebot vorfinden als bisher.
Motorist: - Wie viele Aussteller und Besucher werden erwartet?
Dittrich: Wir rechnen mit deutlich über 1.100 Ausstellern. Etwa auf der Hälfte der gesamten Ausstellungsfläche werden Maschinen und Geräte für den Bau oder die Pflege gezeigt. Es freut uns, dass auch immer mehr Aussteller aus dem Ausland nach Nürnberg kommen, weil sie hier ihre Kunden treffen. An den vier Messetagen erwarten wir über 60.000 Fachbesucher, die sich auf der Messe über Neuheiten informieren.
Motorist: Wie hat sich der Konjunkturverlauf in der GaLaBau-Branche seit der letzten Messe-Veranstaltung entwicklet?
Dr. Kurth: Die Branche hat mit ihren vielfältigen Dienstleistungen rund ums Bauen mit Grün in 2011 ein weiteres kräftiges Wachstum erreicht. Mit 5,6 Mrd. Euro konnte der Gesamtumsatz in 2011 gegenüber der bisherigen Rekordmarke von 5,1 Mrd. Euro in 2010 sogar um fast 500 Mio. Euro (9,3 %) gesteigert werden. Dies bestätigt die positiven Zukunftserwartungen für den Garten- und Landschaftsbau.
Dittrich: Wir können uns da den Aussagen unseres Messepartners, dem BGL, nur anschließen. Die GaLaBau-Branche wächst seit Jahren, das zeigen eindrucksvoll die Marktzahlen, die der Verband kontinuierlich erhebt.
Motorist: Wie schätzen Sie die mittelfristige wirtschaftliche Entwicklung des GaLa-Baues ein?
Dr. Kurth: Immer mehr Menschen schätzen den Wert von Grün und investieren damit in ihre Lebensqualität. Das spiegelt sich in der weiter gestiegenen Nachfrage positiv in unserer Branche wider. Wir erwarten, dass dieser Trend stabil bleibt und sich auch der Privatgarten-Markt weiterhin positiv entwickelt. Denn Grün zählt in der privaten Umgebung schon zu den Wohlfühl-Faktoren, die die meisten Menschen längst nicht mehr missen möchten. Zusätzlich spüren wir ein stärkeres Interesse bei öffentlichem und gewerblichem Grün. Die Zahl der Diskussionen und Informationsveranstaltungen dazu wächst stetig. Die gesellschaftliche Entwicklung fördert mehr Grün, mehr Ökologie, mehr Nachhaltigkeit.
Motorist: Gibt es Sonderkonjunkturen / Trends (z.B. Robotik, Bewässerungssysteme, hochwertige Gärten) auf die sich auch Motoristen einstellen sollten?
Dr. Kurth: Speziell Rasenmäher-Roboter liegen ganz im Trend im Garten- und Landschaftsbau. Insbesondere ihre vielfältigen Funktionen, vor allem aber die Wetterunabhängigkeit, lassen die leichten Geräte zu wirklichen Helfern bei der Rasenpflege werden. Auch Bewässerungssysteme fachmännisch geplant, eingebaut und gewartet bieten Arbeitserleichterungen in der Gartenpflege. Inzwischen können sogar spezielle Computerprogramme genutzt und per Speicherkarte auf die Steueranlage übertragen werden. Eine Fernüberwachung der Anlage mit modernen Smartphones ist ebenso möglich."
Motorist: Wo werden besondere technische Entwicklungen in den ausgestellten Maschinenbereichen zu erwarten sein?
Dittrich: Die technischen Neuheiten gibt es natürlich insbesondere in den Maschinenhallen zu sehen. In insgesamt sieben Hallen präsentieren sich alle wichtigen Hersteller von Baumaschinen und geräten, Pflegemaschinen, -geräten und Kommunaltechnik. Einen guten Überblick über alle Aussteller und ihre Produktneuheiten können sich Messebesucher kurz vor der Messe auf unserer Internetseite unter www.ask-galabau.de verschaffen. Die Aussteller haben dort die Möglichkeit, ihr Unternehmen und ihre Produkte bereits im Vorfeld vorzustellen. Auf der Messe können dann die Maschinen und Geräte angeschaut und Fachfragen geklärt werden.
Motorist: Gibt es Neuerungen für die Besucher?
Dr. Kurth: Der BGL und seine Landesverbände, seine Service-Gesellschaften sowie die Bamaka AG und auch der Förderverein Landschaftsbau Hochschulen e. V. (FLH) werden zur ,GaLaBau 2012‘ erstmals auf einer neuen Ausstellungsfläche vertreten sein: Durch den neuen, attraktiven Standort können sich insbesondere die Service-Gesellschaften den Besuchern in erweitertem Rahmen präsentieren."
Dittrich: Die Kombination aus Messe und begleitendem Fachprogramm hat sich in der Vergangenheit sehr bewährt. Diesem Erfolgsrezept bleiben wir treu. Den GaLaBau-Fachbesucher wird wieder ein umfassendes Angebot rund ums Planen, Bauen und Pflegen von Grünflächen in den Messehallen erwarten. Ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Fachtagungen zu interessanten Themen, Preisverleihungen, Sonderschauen und vielem mehr rundet den Messebesuch ab. Das Programm wird ab Juni auf unserer Internetseite veröffentlicht.
Motorist: Was wird auf dem Freigelände passieren?
Dittrich: Die Aktionsflächen "Erdbau" und "Flächenpflege" sind bei den Messebesuchern der GaLaBau sehr beliebt. Dort zeigt ein Teil der Aussteller ihre Maschinen und Geräte in Aktion. Und der interessierte Fachbesucher darf sie auch mal selbst ausprobieren. Das Komplettangebot an Maschinen und Geräten wird allerdings nach wie vor in den Messehallen gezeigt.
Motorist: Gibt es etwas besonders Interessantes im Rahmenprogramm?
Dittrich: Jede Menge. Dazu kann Dr. Kurth sicher mehr sagen, da der BGL einen Großteil des Rahmenprogramms organisiert. Aus Sicht der Messe kann ich nur dazu einladen, auch mal durch die Hallen zu schlendern, in denen keine Maschinen ausgestellt sind. Empfehlen kann ich z. B. die Sonderschau "Baumpflege und Baumklettern", auf der es täglich Klettervorführungen gibt. Oder den Landschaftsgärtner-Cup in Halle 2. Dort kann man den Landschaftsgärtnern von morgen über die Schultern schauen, wie sie unter Wettbewerbsbedingungen einen vorgegebenen Mustergarten anlegen. Es macht einfach Spaß, sich diese grüne Messe anzuschauen. Und man findet vielleicht auch Ideen und Anregungen für den eigenen Garten.
Dr. Kurth: Der BGL wird am Freitagvormittag eine Fachveranstaltung zum Thema "Stadtentwicklung" anbieten. Experten werden in diesem Rahmen aus unterschiedlichen Sichtweisen die zukünftige Stadtentwicklung beleuchten.
Motorist: Ist verstärkt mit Maschinen-Anbietern aus Fernost zu rechnen?
Dittrich: Im Profibereich beherrschen nach wie vor die traditionsreichen westlichen Marken das Marktgeschehen. Wir konnten bisher nicht feststellen, dass sich Anbieter aus Fernost hier etablieren konnten.
Motorist: Die GaLa-Bau hat sich zu einer der wichtigsten Fachmessen für den Motorgeräte-Fachhandel also für den Motorist - entwickelt. Wie sehen Sie diese Entwicklung?
Dittrich: Es freut uns natürlich, dass sich die GaLaBau in den letzten Jahren als Fachmesse für Fachhändler etabliert. Das Angebot an Motorgeräten für den Profibereich ist nahezu komplett. Deshalb kommt der Motorist ja auch gerne nach Nürnberg, weil er auf dieser Messe die richtigen Firmen und Ansprechpartner trifft.
Dr. Kurth: Der BGL prämiert anlässlich der Messe innovative Maschinen und Geräte mit der GaLaBau-Innovations-Medaille. Auch in 2012 wird es wieder Auszeichnungen für Arbeitszeit sparende oder ökologisch ausgerichtete Neuentwicklungen von Maschinen und Geräten im Garten- und Landschaftsbau geben. Diese Ergebnisse sind für die Motoristen von besonders großem Interesse.
Motorist: Nürnberg liegt sehr im Süden. Wie holen Sie einen Händler aus Flensburg oder Stralsund nach Nürnberg?
Dittrich: Die GaLaBau ist für Motorgeräte-Fachhändler sehr interessant. Keine Messe bietet derzeit ein vergleichbares Messeangebot. Deshalb lohnt sich der Weg auch von Flensburg oder Stralsund nach Nürnberg. Die Flugverbindungen von Hamburg nach Nürnberg sind hervorragend. Mehrmals täglich fliegen Maschinen nach Nürnberg. Bei frühzeitiger Buchung gibt es auch Tickets für weniger als 100 Euro. Und die Flugzeit beträgt nur gut eine Stunde. Die NürnbergMesse bietet zudem attraktive Bahn-Reisepakete an, mit denen Besucher aus ganz Deutschland zur Messe reisen können.
Motorist: Vielen Dank für das Gespräch!